Ex-Profi spricht über seine Zeit nach der Karriere

Clemens Fritz: „Der Fußball fehlt mir nicht“

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Clemens Fritz am 13. Mai bei dessen Verabschiedung und Ernennung zum Ehrenspielführer.

Bremen - Clemens Fritz kommt gerade von der Reha. Sein Fuß macht vier Monate nach dem Riss des Syndesmosebandes immer noch Ärger. „Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt“, sagt der 36-Jährige, der im Mai seine Karriere beendet hat.

Doch der Ehrenspielführer des SV Werder Bremen will sich nicht beklagen. Denn einerseits bestätigen ihn seine anhaltenden Fußprobleme darin, dass es richtig war, die Schuhe an den Nagel zu hängen. Andererseits geht es ihm ansonsten ziemlich gut. Kein Wunder, in wenigen Wochen wird er zum ersten Mal Papa. Der DeichStube gab er einen Einblick, wie es bei ihm ohne Fußball läuft.

„Ich muss ganz ehrlich sagen“, setzt Fritz an, macht eine kurze Pause und vollendet dann seinen Satz: „Ich habe im Kopf schon alles gut verarbeitet. Ich bin mit meiner Entscheidung im Reinen. Der Fußball fehlt mir nicht. Vielleicht kommt ein bisschen Wehmut auf, wenn die Bundesliga richtig losgeht.“ Doch noch läuft die Vorbereitung – und Fritz kann sich an diese Zeit noch gut erinnern: „Ich weiß doch, was die Jungs jetzt abliefern müssen. Da genieße ich es, meinen Alltag selbst zu gestalten und keinen Wecker stellen zu müssen.“

Vorbei ist vorbei

Wenn da nur nicht der Fuß wäre. „Ich kann nicht joggen, ich kann nicht Tennis spielen, ich kann nicht kicken. Dem Fuß fehlt einfach noch die Beweglichkeit“, berichtet der Ex-Profi. Deswegen geht er fast täglich zur Reha. Meistens ins Weserstadion. Dort nutzt er die Physiotherapeuten und Einrichtungen von Werder. „Dafür bin ich sehr dankbar.“ Als die Bremer nun mit Mann und Maus im Trainingslager im Zillertal waren, wich Fritz in eine Praxis aus.

Wie es genau weitergeht, muss noch geklärt werden. „Ich will auf jeden Fall nicht dort rumspringen, wenn die Mannschaft da ist. Ich kann auch spätabends etwas machen“, betont der 36-Jährige. Er will nicht stören. Vorbei sei vorbei.

Natürlich gibt es noch Kontakt zu den ehemaligen Mitspielern. Aber so richtig intensiv verfolgt Fritz nicht, wie es bei Werder läuft. „Am Samstag bin ich beim Durchzappen im Fernsehen beim Telekom-Cup hängen geblieben. Da hat mir Werder sehr gut gefallen“, sagt Fritz und bezieht sich auf das Spiel gegen Mönchengladbach. Das Endspiel gegen die Bayern hat er dann schon wieder verpasst.

Clemens Fritz: Seine Karriere in Bildern

Das Privatleben geht inzwischen vor. „Das gefällt mir gut, ich bin zufrieden.“ Zumal schon bald eine große Veränderung ansteht. Freundin Alena Gerber ist hochschwanger, der Geburtstermin im August. „Wir befinden uns im Endspurt, sind relativ entspannt, aber voller Vorfreude“, sagt Fritz und fügt noch an: „Es ist wirklich schön, dass ich diese Zeit so intensiv miterleben und genießen kann.“

Das wäre als Werder-Profi sicherlich anders gewesen. Wenngleich Fritz mit seinen Fußproblemen wohl nicht mit den Kollegen im Zillertal trainiert, sondern wie jetzt auch seine Reha in Bremen absolviert hätte. Das Karriereende habe auf den Heilungsprozess keinen Einfluss gehabt, betont Fritz: „Ich habe intensiv daran gearbeitet, so schnell wie möglich wieder fit zu werden. Ich wollte schnell wieder Sport machen können.“ 

Da muss er sich nun noch ein wenig gedulden. Immerhin hat es keinen Einfluss auf seine Figur. „Mein Stoffwechsel funktioniert noch ganz gut, ich sehe eigentlich aus wie immer“, sagt Fritz und lacht: „Ich habe schon immer gesund gegessen – und werde auch gut bekocht.“ Ein Lob für die Freundin, die ihre Kochkünste auch schon mal in den sozialen Netzwerken präsentiert. Ihre Arbeit als Model und Moderatorin ruht nun ein wenig.

Noch nicht entschieden, wie es weitergeht

Auch Clemens Fritz gönnt sich eine Pause. Wie es genau weitergeht, habe er noch nicht entschieden. Fakt ist, dass er bei Werder einen Anschlussvertrag besitzt. Er kann sich im Management oder im Trainerbereich ausbilden lassen. Mit Sportchef Frank Baumann habe er neulich mal kurz darüber gesprochen und vereinbart: „Wenn im September nach der Transferphase wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, dann werden wir uns mal zusammensetzen und schauen, was sinnvoll ist.“

Langweilig wird es Fritz bis dahin ganz gewiss nicht. Dafür sorgt schon der nahende Nachwuchs. Wahrscheinlich fällt es ihm auch deshalb so leicht, nicht an den einst so geliebten Fußball zu denken. „Ich bin wirklich sehr glücklich“, sagt er. Jetzt muss nur noch der Fuß endlich in Ordnung kommen, denn eines hat sich nicht geändert: „Die Reha habe ich noch nie gemocht. Aber wer macht das schon?“

Quelle: DeichStube

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