2:0 gegen Darmstadt

Großchance vergeigt, Elfmeter herausgeholt: Pizarro und die Schlüsselszenen

Die Schlüsselszene: Aytac Sulu fällt Claudio Pizarro im Strafraum.
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Die Schlüsselszene: Aytac Sulu fällt Claudio Pizarro im Strafraum.

Bremen - Erst eine Großchance vergeben, dann den wichtigen Elfmeter vor dem 1:0 herausgeholt: So schildert Claudio Pizarro seine Schlüsselszenen beim 2:0-Sieg gegen Darmstadt 98.

Fast wäre Claudio Pizarro die tragische Figur im Spiel gegen Darmstadt 98 geworden. Kurz nach Wiederanpfiff der zweiten Hälfte hatte der Stürmer-Oldie im engen Spiel gegen Darmstadt 98 die Riesenchance zum 1:0 für Werder Bremen. Aber sein Flugkopfball aus kürzester Distanz rauschte am Darmstädter Tor vorbei.

"Normalerweise passiert mir sowas nicht", erklärte Pizarro nach dem Spiel. "Das ist sehr schwierig für mich in dieser Situation." Damit meint der 38-Jährige seine Torflaute. In dieser Saison hat der Bremer Rekord-Torschütze nämlich noch gar nicht getroffen. Grund für die verpasste Chance diesmal: der Ex-Bremer Peter Niemeyer. "Ich habe erwartet, dass Peter den Ball trifft, aber er hat ihn nicht berührt", meinte Pizarro.

Mit der nächsten verpassten Chance wollte der Peruaner aber nicht hadern. "Ich wusste, dass ich es weiter versuchen muss und bereit sein muss für die nächste Chance." Und die kam. Nach einem Solo von Serge Gnabry landete der Ball in der Mitte bei Pizarro. Der traf zwar den Ball nicht - aber Aytac Sulu ihn. Da darf Pizarro ruhig Danke sagen: Denn hätte der Darmstädter Verteidiger Pizarro nicht ungestüm von den Beinen geholt, hätte Pizarro also die nächste Großchance versiebt.

So aber zeigte Schiedsrichter Guido Winkmann auf den Punkt. Ein berechtigter Elfmeter? "Ganz klar", findet Pizarro. "Keiner trifft den Ball. Er trifft nur mich." Max Kruse verwandelte den Strafstoß, Pizarro wird immerhin ein "Assist" angerechnet. Der einzige Pluspunkt für Pizarro in einer insgesamt schwachen Partie. han/kni

Einzelkritik: Mit Glück und Kruse zum dritten Sieg in Folge 

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald: Der Keeper wird immer wertvoller. Was für ein Reflex bei Sulus Kopfball aus kürzester Distanz (3.)! Seine wahrscheinlich beste Parade im Werder-Trikot. Auch ansonsten absolut sicher. Note 1 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Ihm war die Angst vor Fehlern deutlich anzumerken, spielte nur Alibi-Pässe. Große Probleme mit dem schnellen Heller, das wurde erst später besser. Seinen Kopfball kurz nach der Pause muss er versenken und nicht so verschenken. Note 4,5 © nordphoto
Lamine Sanè
Lamine Sane: Nach seinem 100-Prozent-Spiel in Wolfsburg, diesmal die Doppel-80 – also 80 Prozent gewonnene Zweikämpfe und angekommene Pässe. Trotzdem wirkte der Abwehrchef nicht sicher, war oft zu weit weg vom Gegner. Note 4 © nordphoto
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Viel schlechtere Zweikampfquote als Nebenmann Sane (nur 58 Prozent), aber souveräner. Löste die wichtigsten Aufgaben und behielt meistens die nötige Ruhe. Note 3,5 © nordphoto (Archivbild)
Robert Bauer
Robert Bauer: Das Kampfschwein! Er hatte es nicht leicht, weil es Darmstadt immer wieder über seine Seite probierte und er zu wenig Unterstützung von Vordermann Gnabry bekam. An seinen Einwürfen kann Bauer noch arbeiten, seine Flanke für Gebre Selassies Torchance war dagegen top. Note 3,5 © nordphoto
Clemens Fritz
Clemens Fritz (bis 39.): Der Kapitän erlebte nach abgebrummter Gelbsperre einen ziemlich gebrauchten Tag, fand überhaupt nicht ins Spiel, konnte das Zentrum nicht dicht machen. Wegen einer Sprunggelenksverletzung früh raus. Note 5 © nordphoto
Fin Bartels
Fin Bartels: Eigentlich ein Totalausfall, wenn da nicht diese Vorarbeit zum 2:0 von Kruse gewesen wäre. Das rettet ihm noch die Note 5 © nordphoto
Serge Gnabry
Serge Gnabry: Mehr Schatten als Licht, wenngleich seine Klasse immer wieder aufblitzte – und er zum Beispiel die Aktion zum Elfmeter geschickt einleitete. Note 4 © nordphoto
Max Kruse
Max Kruse: Er wollte wirklich, auch schon in der ersten Halbzeit. Doch da ging der Stürmer mit unter. Nach dem Wechsel ließ er sich tief fallen, holte sich die Bälle, bereitete Pizarros Riesenchance per Flanke gut vor (47.). Sicherer Elfmeterschütze zum 1:0 (75.), eiskalter Vollstrecker zum 2:0 (90.+2). Note 2,5 © nordphoto
Claudio Pizarro
Claudio Pizarro (bis 78.): In der Verfassung ist der 38-Jährige keine Hilfe mehr für Werder. Vor allem, wenn er dann noch seine einzige echte Chance so kläglich vergibt (47.). Immerhin sorgte Pizarro für den spielentscheidenden Elfmeter. Allerdings mit ganz viel Dusel. Er hatte über den Ball getreten, die Chance eigentlich vergeben, doch Sulu senste ihn noch um. Note 5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein (ab 32.): Brachte etwas mehr Ordnung und Ballsicherheit (fast jeder Pass kam an) ins Spiel, ohne dabei zu glänzen. Note 3,5 © nordphoto
Florian Grillitsch
Florian Grillitsch (ab 39.): Begann ziemlich schläfrig und hatte auch später immer wieder kurze Aussetzer. Insgesamt aber besser als Fritz, den er ersetzen sollte. Note 4 © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (ab 78.): Konnte sich durch einige gute Szenen durchaus für weitere Aufgaben empfehlen. Note - © nordphoto (Archivbild)
Zlatko Junuzovic
Zlatko Junuzovic (bis 32.): Schwarzer Tag für den Österreicher. Der Sechser verletzte sich bei einem Abschlussversuch selbst - und das schon ziemlich früh. Möglicherweise spielte er auch deshalb ziemlich schlecht. Note 5 © nordphoto

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