Stürmer greift nochmal an

Claudio Pizarro im Interview: Die nächsten Spiele entscheiden meine Zukunft

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Spaß am Fußball – das ist der Motor, der die Karriere von Claudio Pizarro weiter antreibt. Und noch hat er Spaß am Job.

Bremen - Von Carsten Sander. Geht es nach der Saison mit Claudio Pizarro bei Werder Bremen weiter? Noch ist keine Entscheidung gefallen - aber in den kommenden Spielen entscheidet sich seine Zukunft, sagt der Stürmer im Interview.

Bastian Schweinsteiger wechselt mit 32 Jahren zu Chicago Fire in die USA. Lukas Podolski zieht es mit 31 Jahren zu Vissel Kobe nach Japan. Kevin Kuranyi schmeißt mit 35 Jahren das Karrierehandtuch. Und Claudio Pizarro? Der plant mit 38 Jahren den Großangriff bei Werder Bremen.

In einer bislang von Verletzungsproblemen und nur einem Tor geprägten Spielzeit will er es im Saison-Endspurt noch einmal wissen und stürzt sich in den Konkurrenzkampf um einen Stammplatz im Sturm. „Ich bin jetzt endlich richtig fit, alles ist wieder gut. Jetzt werden wir sehen, wer spielt“, sagt er. Es ist ein klares Zeichen des Werder-Oldies: Er hat noch lange nicht genug!

Am Mittwoch haben Sie in Rastede im Test gegen den VfB Oldenburg 45 Minuten gespielt – mögen Sie nach 21 Jahren Profi-Fußball noch diese Auftritte in der Provinz?

Claudio Pizarro: Für mich ist es immer gut, Fußball zu spielen. Egal wo, egal gegen wen. Spielpraxis tut mir gut.

War es ein weiterer Schritt auf dem Weg zu richtiger Fitness?

Pizarro: Ja, genau. Ich habe schon gegen RB Leipzig (Pizarro spielte 73 Minuten, Werder gewann 3:0, d. Red.) gemerkt, dass ich keine Probleme mehr habe. Körperlich ist wieder alles gut.

Das haben Sie schon häufiger gesagt, dann kamen doch wieder Rückschläge. Wie groß ist Ihr Vertrauen in die Besserung diesmal?

Pizarro: Vor einiger Zeit war es noch ganz schwierig, schon nach zehn Minuten auf dem Platz traten Probleme auf. Das hat mich genervt. Aber es wurde besser und besser, und jetzt bin ich okay. Ich hoffe, dass es so bleibt.

Sie müssen mittlerweile viel Zeit aufwenden, um körperlich fit zu sein für die Bundesliga. Reisen zur Untersuchung und Behandlung in München, viel Pflege und Zusatzprogramm in Bremen. Gleichzeitig spielen Sie immer weniger. In der aktuellen Saison haben Sie ziemlich exakt zwei Drittel der Gesamtzeit auf der Bank oder verletzt auf der Tribüne gesessen. Lohnt sich der Aufwand noch?

Pizarro: Ich war in dieser Saison eben noch nicht topfit, das ist die Sache. Deswegen habe ich nicht so viel gespielt. Jetzt bin ich fit, jetzt werden wir sehen, wer spielt.

Sie sind wieder voll da?

Pizarro: Heute sage ich ja. Ich weiß aber nicht, was nächste Woche sein wird. Mein Gefühl sagt mir, dass es gut bleiben wird. Momentan habe ich die Probleme im Griff.

Sie betonen immer wieder, dass Ihr Körper die Entscheidung über das Karriereende fällen wird. Wie schwer ist es, den Moment zu erkennen?

Pizarro: Nicht schwer. Die eindeutigen Signale werden muskuläre Probleme sein. Der Muskel kann sich irgendwann nicht mehr erholen, dann kommen die Verletzungen. Und wenn das oft passiert, weiß ich, dass der Moment gekommen ist, zu sagen: Es geht nicht mehr.

Gegen Bayer Leverkusen feierte Claudio Pizarro sein erstes Saisontor überschwänglich.

Was ist der Unterschied zwischen dieser Beschreibung und dem, was Ihnen seit geraumer Zeit zu schaffen macht?

Pizarro: Ich hatte zum Glück noch nicht so viele muskuläre Probleme. Meine große Baustelle sind die Nerven im Rücken. Dieses Problem muss ich im Griff behalten, sonst habe ich keinen Spaß mehr am Fußball.

Wie viel Spaß Sie noch haben können, hat man gut am Jubel nach Ihrem Treffer zum 1:1 in Leverkusen gesehen. Ein Jungprofi hätte sich auch nicht mehr gefreut...

Pizarro: Ich habe immer gesagt: Der Fußball ist meine Liebe. Auf dem Platz habe ich immer Spaß, und dieser Spaß wird auch noch lange bleiben. Mein Körper wird irgendwann sagen, dass ich nicht mehr spielen kann. Aber der Kopf wird immer wollen, dass ich raus gehe auf den Platz.

Ist es ein für Sie quälender Gedanke, bald vielleicht nicht mehr auflaufen zu können? Haben Sie Angst davor?

Pizarro: Nein, ich weiß doch, dass der Moment irgendwann kommen wird. Ich bin gut darauf vorbereitet. Ich werde natürlich traurig sein, weil ich dann nicht mehr das machen kann, was ich gerne mache. Aber wenn es so ist, ist es so. Das ist das Leben. Momentan denke ich aber nicht darüber nach, sondern investiere meine ganze Kraft in die Fortsetzung meiner Karriere.

Ihr Vertrag bei Werder läuft am Saisonende aus. Gibt es mittlerweile einen Plan oder gar eine Absprache, wie es weitergehen soll?

Pizarro: Werder hat immer Priorität, grundsätzlich bin ich jedoch für alles offen.

Für eine neue Stadt, ein neues Land?

Pizarro: Für alles!

Sie haben eine Frau und drei Kinder im Alter von 18, 16 und 12 Jahren – welche Rolle spielt die Familie bei der Entscheidungsfindung, wie es weitergeht?

Pizarro: Das ist ein großes Thema für mich. Klar ist: Die Familie kommt immer mit, egal wohin. Die Kinder sind schon groß, haben ihre eigenen Wünsche. Aber wir sind es als Familie gewohnt, mal hier, mal dort zu sein. Meine Frau sagt sogar immer, dass sie nochmal etwas Neues kennenlernen möchte. Insgesamt sind bei uns alle ganz offen, haben nichts gegen Veränderungen.

Wer entscheidet am Ende?

Pizarro: Ich. Aber ich möchte immer eine Entscheidung treffen, mit der sich meine Familie wohlfühlt.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, wie es für Sie künftig weitergehen soll – wie würde dieser Wunsch lauten?

Pizarro: Dass ich in einer Woche gegen den SC Freiburg auf dem Platz stehe und ein paar Tore schieße.

Okay, und darüber hinaus?

Pizarro: Dass ich im Spiel darauf wieder auf dem Platz stehe und ein paar Tore schieße. Das wäre optimal.

Sie weichen dem Kern der Frage aus.

Pizarro: Weil ich über die Zukunft wirklich nicht so viel nachdenke. Meine Priorität ist es, fit zu bleiben, zu spielen, Tore zu schießen. Über alles andere denke ich nur nach, wenn ich – wie jetzt – gefragt werde. Aber im Moment kann ich noch keine Entscheidung fällen.

Claudio Pizarro ist ein Spaßvogel im Training.

Pizarros Karriere in Bildern

Claudio Pizarro
Willkommen in Bremen: Ein junger Claudio Pizarro macht sich im August 1999 für seinen allerersten Bundesliga-Einsatz bereit. © imago/Team 2
Claudio Pizarro
Beim Startelf-Debüt gelingt Pizarro gleich sein erstes Bundesliga-Tor. Kaiserslauterns Andreas Reinke ist machtlos. Innerhalb der nächsten Woche lässt er fünf weitere Treffer folgen und erobert die Fan-Herzen im Sturm. © imago/Jaspersen
Claudio Pizarro
Auch beim „Wunder von der Weser“ gegen Olympique Lyon, als Bremen eine 0:3-Pleite aus dem Hinspiel noch dreht, ist Pizarro beteiligt. Er erzielt den 4:0-Endstand. © imago/Jaspersen
29 Tore erzielte Pizarro in zwei Jahren für Werder. Hier bejubelt er einen Treffer mit Rade Bogdanovic.
29 Tore erzielte Pizarro in zwei Jahren für Werder. Hier bejubelt er einen Treffer mit Rade Bogdanovic. © imago
Claudio Pizarro
Nach zwei Jahren in Bremen folgt Pizarro dem Ruf aus München. Neben Vizepräsident Dr. Fritz Scherer (l.) und Karl-Heinz Rummenigge präsentiert er stolz das Trikot mit der Nummer 14. © imago/ActionPictures
Claudio Pizarro
Für den FC Bayern spielt Pizarro erstmals in der Champions League. Im April 2002 bejubeln Stefan Effenberg und Bixente Lizarazu seinen 2:1-Siegtreffer gegen die „Galaktischen“. Zinedine Zidane schaut enttäuscht zu, im Rückspiel setzt sich Real Madrid aber durch. © imago/WEREK
Claudio Pizarro
Zwei der erfolgreichsten ausländischen Bundesliga-Torschützen beim gemeinsamen Jubel: Claudio Pizarro nimmt Sturmpartner Giovanne Elber Huckepack. Ein Bild, an das sich die Konkurrenz im Oktober 2002 gewöhnen musste. © imago/WEREK
Claudio Pizarro
Mit den Bayern gewinnt Pizarro die ersten Titel. In der Saison 2002/03 werden sie Meister und Pokalsieger. Im Finale trifft „Pizza“ gegen Kaiserslautern und reckt anschließend den Pokal in die Höhe. © imago/Ulmer
Claudio Pizarro
Im Mai 2005 feiert Pizarro erneut das Double. Während er auf dem Münchner Rathausbalkon die Meisterschale präsentiert, verbirgt sich hinter dem DFB-Pokal sein langjähriger Mitspieler Torsten Frings. © imago/ActionPictures
Claudio Pizarro
Ausgebremst: In London wird Pizarro in der Saison 2007/2008 nicht glücklich. Für den FC Chelsea erzielt er nur zwei Tore und kommt über die Rolle des Einwechselspielers nicht hinaus. Nach einer einjährigen Leihe verpflichtet Ex-Klub Werder  den Peruaner 2009 erneut. © imago
Auch auf dem Bremer Rathausbalkon darf Pizarro sich den Pott krallen. Das DFB-Pokal-Finale 2009 gewann Werder Bremen dank Mesut Özil mit 1:0 gegen Bayer Leverkusen. Im UEFA-Cup-Finale hatten sie weniger Glück, verloren gegen Schachtar Donezk mit 1:2 in der Verlängerung.
Auch auf dem Bremer Rathausbalkon darf Pizarro sich den Pott krallen. Das DFB-Pokal-Finale 2009 gewann Werder Bremen dank Mesut Özil mit 1:0 gegen Bayer Leverkusen. Im UEFA-Cup-Finale hatten sie weniger Glück, verloren gegen Schachtar Donezk mit 1:2 in der Verlängerung. © imago
Die Entschlossenheit steht ihm ins Gesicht geschrieben: Pizarro trifft zum 1:0 gegen Twente Enschede und egalisiert damit das Hinspielergebnis in der Europa League. Seine beiden weiteren Tore markieren den Hattrick und bringen Werder in die nächste Runde. Dort scheiden sie trotz seiner drei Scorerpunkte gegen Valencia aus. (Februar 2010)
Die Entschlossenheit steht ihm ins Gesicht geschrieben: Pizarro trifft zum 1:0 gegen Twente Enschede und egalisiert damit das Hinspielergebnis in der Europa League. Seine beiden weiteren Tore markieren den Hattrick und bringen Werder in die nächste Runde. Dort scheiden sie trotz seiner drei Scorerpunkte gegen Valencia aus. (Februar 2010) © imago
Küsschen für die Fans: Auch gegen Köln gelingt Pizarro im November 2011 ein Hattrick. Nachdem er den 2:0-Vorsprung durch Christian Clemens und Lukas Podolski ausgeglichen hatte, erzielt er kurz vor Schluss den 3:2-Siegtreffer.
Küsschen für die Fans: Auch gegen Köln gelingt Pizarro im November 2011 ein Hattrick. Nachdem er den 2:0-Vorsprung durch Christian Clemens und Lukas Podolski ausgeglichen hatte, erzielt er kurz vor Schluss den 3:2-Siegtreffer. © imago
Der zweite Werder-Abschied: Die Werder-Bosse Klaus Filbry, Klaus Allofs und Klaus-Dieter Fischer (v.l.) verabschieden Pizarro im September 2009 aus Bremen.
Der zweite Werder-Abschied: Die Werder-Bosse Klaus Filbry, Klaus Allofs und Klaus-Dieter Fischer (v.l.) verabschieden Pizarro im September 2009 aus Bremen. © imago
Zwar rückt Pizarro bei seiner erneuten Station in München ins zweite Glied, Glanzpunkte setzt er aber weiterhin. Über einen dürften sich auch Werder-Fans gefreut haben: Beim 9:2-Schützenfest gegen den HSV erzielte „Pizza“ im März 2013 vier Tore und legt zwei weitere auf.
Zwar rückt Pizarro bei seiner erneuten Station in München ins zweite Glied, Glanzpunkte setzt er aber weiterhin. Über einen dürften sich auch Werder-Fans gefreut haben: Beim 9:2-Schützenfest gegen den HSV erzielte „Pizza“ im März 2013 vier Tore und legt zwei weitere auf. © imago
Aber nicht nur gegen den HSV zeigte er seine Klasse. Beim 5:2-Erfolg gegen Werder Bremen im April 2014 macht Pizarro zwei Tore selbst und bereitet eins vor.
Aber nicht nur gegen den HSV zeigte er seine Klasse. Beim 5:2-Erfolg gegen Werder Bremen im April 2014 macht Pizarro zwei Tore selbst und bereitet eins vor. © imago
Abschied mit einem Titel. 2015 war Pizarro kaum noch zum Einsatz gekommen.
Abschied mit einem Titel. 2015 war Pizarro kaum noch zum Einsatz gekommen. © imago
Claudio Pizarro
Weniger Glück hatte Pizarro im Trikot der peruanischen Nationalmannschaft. Für eine WM spielte er bisher nie. Bei der Copa America war der größte Erfolg die Teilnahme am Halbfinale 2015. Dort war gegen Chile Schluss. © imago/Fotoarena
Ankunft in Bremen im September 2015: Als Pizarro am Münchner Flughaften gesichtet wird, verbreiten sich die Bilder im Netz wie ein Lauffeuer. Als er in Bremen landet, erwarten ihn dort bereits zahlreiche Werder-Fans sowie Pressevertreter. Was für eine Rückkehr!
Ankunft in Bremen im September 2015: Als Pizarro am Münchner Flughaften gesichtet wird, verbreiten sich die Bilder im Netz wie ein Lauffeuer. Als er in Bremen landet, erwarten ihn dort bereits zahlreiche Werder-Fans sowie Pressevertreter. Was für eine Rückkehr! © imago
Wenig später ist es so weit: Gegen Hoffenheim feiert Pizarro die nächste Werder-Rückkehr. Der Einstand gelingt, mit einer Torvorlage in der Nachspielzeit bringt er Werder auf die Siegerstraße.
Wenig später ist es so weit: Gegen Hoffenheim feiert Pizarro die nächste Werder-Rückkehr. Der Einstand gelingt, mit einer Torvorlage in der Nachspielzeit bringt er Werder auf die Siegerstraße. © imago
Der Torhunger ist noch längst nicht gestillt. Im Spiel gegen Hertha trifft Pizarro per Elfmeter zum Anschluss und hat es danach ganz eilig. Sein Wille wird belohnt, wenig später stibitzt der Peruaner Santiago Garcia den Ausgleichstreffer. Er hatte den Ball noch mit den Haarspitzen gestreift.
Der Torhunger ist noch längst nicht gestillt. Im Spiel gegen Hertha trifft Pizarro per Elfmeter zum Anschluss und hat es danach ganz eilig. Sein Wille wird belohnt, wenig später stibitzt der Peruaner Santiago Garcia den Ausgleichstreffer. Er hatte den Ball noch mit den Haarspitzen gestreift. © imago
Pizarro hat immer noch den richtigen Torriecher und schenkt den Leverkusenern beim 4:1-Sieg drei Tore ein. 
Pizarro hat immer noch den richtigen Torriecher und schenkt den Leverkusenern beim 4:1-Sieg drei Tore ein.  © imago
Mitte März 2016 zieht Pizarro mit Marco Bode als Werders Rekordtorschütze gleich. Pizarro erzielte gegen Mainz 05 (1:1) seinen 101. Treffer im Werder-Trikot.
Mitte März 2016 zieht Pizarro mit Marco Bode als Werders Rekordtorschütze gleich. Pizarro erzielte gegen Mainz 05 (1:1) seinen 101. Treffer im Werder-Trikot. © imago
Rund vier Wochen später schoss er sich dann im Spiel gegen den VfL Wolfsburg (3:2) zum alleinigen Rekordtorschützen bei Werder.
Rund vier Wochen später schoss er sich dann im Spiel gegen den VfL Wolfsburg (3:2) zum alleinigen Rekordtorschützen bei Werder. © imago
Pizarro bejubelt mit Mannschaftskollege Santiago Garcia seinen 102. Treffer im Bremer Trikot.
Pizarro bejubelt mit Mannschaftskollege Santiago Garcia seinen 102. Treffer im Bremer Trikot. © imago
Der Peruaner brauchte für seinen Rekord gerade einmal 183 Spiele und somit 196 Partien weniger als der ehemalige deutsche Nationalstürmer Bode.
Der Peruaner brauchte für seinen Rekord gerade einmal 183 Spiele und somit 196 Partien weniger als der ehemalige deutsche Nationalstürmer Bode. © gumzmedia
Am 32. Spieltag der Saison 2016/17 lief Pizarro zum vorerst letzten Mal für Werder auf. Der Vertrag des Stürmer-Oldies wurde über die Zeit hinaus nicht verlängert.
Am 32. Spieltag der Saison 2016/17 lief Pizarro zum vorerst letzten Mal für Werder auf. Der Vertrag des Stürmer-Oldies wurde über die Zeit hinaus nicht verlängert. © imago
In der Saison 2017/2018 ging Claudio Pizarro noch einmal für den 1. FC Köln auf Torejagd. Sein einziges Tor für den neuen Club schoss er gegen den VfB Stuttgart.
In der Saison 2017/2018 ging Claudio Pizarro noch einmal für den 1. FC Köln auf Torejagd. Sein einziges Tor für den neuen Club schoss er gegen den VfB Stuttgart. © imago
Kaum zu glauben, aber wahr: Pizarro kam im  Sommer 2018 nochmal zum SV Werder zurück und unterschrieb für ein Jahr.
Kaum zu glauben, aber wahr: Pizarro kam im  Sommer 2018 nochmal zum SV Werder zurück und unterschrieb für ein Jahr. © gumzmedia
Sein Comeback gab Pizarro am ersten Spieltag gegen Hannover 96.
Sein Comeback gab Pizarro am ersten Spieltag gegen Hannover 96. © gumzmedia
Von wegen eingerostet! Claudio Pizarro zeigt auch im hohen Alter noch seinen sportlichen Mehrwert für Werder. Nur zwei Tage nach seinem 40. Geburtstag bereitete er den Siegtreffer des halb so alten Johannes Eggestein sehenswert vor.
Von wegen eingerostet! Claudio Pizarro zeigt auch im hohen Alter noch seinen sportlichen Mehrwert für Werder. Nur zwei Tage nach seinem 40. Geburtstag bereitete er den Siegtreffer des halb so alten Johannes Eggestein sehenswert vor. © gumzmedia
Im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen trifft Pizarro erstmals in dieser Saison für Werder. Unter der Woche knipste er dann im DFB-Pokal gegen Weiche Flensburg und am folgenden Wochenende erzielte er sein zweites Saisontor im Spiel gegen Mainz 05. Nun ist er der älteste Spieler der Bundesliga-Geschichte, der zwei Tore mit über 40 Jahren schoss.
Im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen trifft Pizarro erstmals in dieser Saison für Werder. Unter der Woche knipste er dann im DFB-Pokal gegen Weiche Flensburg und am folgenden Wochenende erzielte er sein zweites Saisontor im Spiel gegen Mainz 05. Nun ist er der älteste Spieler der Bundesliga-Geschichte, der zwei Tore mit über 40 Jahren schoss. © imago
Ganz besondere Ehre für den Altmeister: Am 16. November 2018 wird Claudio Pizarro der „Bambi“ in der Kategorie Sport verliehen.
Ganz besondere Ehre für den Altmeister: Am 16. November 2018 wird Claudio Pizarro der „Bambi“ in der Kategorie Sport verliehen. © Eventpress Fuhr für Hubert Burda Media

Weil alles vom Zustand Ihres Körpers abhängt, dem Sie nicht mehr so vertrauen können wie noch vor fünf Jahren. Entscheiden jetzt die restlichen Saisonspiele darüber, ob Sie bei Werder bleiben oder nicht?

Pizarro: Natürlich sind die nächsten Spiele entscheidend dafür, was ich machen werde.

Und es gilt die Formel: Viele Einsätze = Vertragsverlängerung in Bremen?

Pizarro: Ja, aber nur bedingt. Ob ich spiele, ist auch eine Entscheidung des Trainers. Ob ich spielen kann, ist eine Entscheidung des Körpers. Wenn ich gut drauf bin und mich gut fühle, werde ich sagen: Ja, ich mache weiter.

Aber eben nicht unbedingt bei Werder.

Pizarro: Das kann passieren. Was soll ich machen, wenn ich anderswo die Möglichkeit hätte, von Anfang an zu spielen, hier aber nicht? Aber das ist alles hypothetisch. Warten wir erstmal ab, was passiert.

Kommen Ihnen 21 Jahre im Profi-Fußball im Rückblick eigentlich lang oder eher kurz vor?

Pizarro: Ich denke nicht oft zurück. Aber manchmal im Urlaub, wenn ich am Strand sitze, habe ich Momente, an denen ich denke: Mensch, du hast eine schöne Karriere und du hast wirklich viel Spaß.

Auch in einem Spiel in Rastede?

Pizarro (lacht): Ja, auch da. Ich habe doch ein Tor gemacht, das hat mich gefreut.

Was ist für Sie das Schönste am Fußball?

Pizarro: Wirklich alles. Die Tore. Das Gewinnen. Die Fans. Die Freundschaften. Die Einheit, die auf dem Platz herrscht.

Man könnte meinen, dass sich manche Faktoren mit der Zeit abnutzen.

Pizarro: Nein, bei mir wirkt das immer noch ganz stark.

Was sagt Ihr in mehr als zwei Jahrzehnten erprobtes Fußballer-Näschen über den aktuellen Aufschwung bei Werder?

Pizarro (lacht): Ich habe immer gesagt, dass es besser werden wird. Ich kenne doch den Fußball, bin seit 21 Jahren dabei. Und ich sehe, ob Qualität vorhanden ist. Aber manchmal gerätst du als Mannschaft in eine schwierige Phase, mit der manche Spieler nicht gut umgehen können. Doch dann gewinnst du ein Spiel, dann das nächste – und dann zeigt sich plötzlich die Qualität. Das kann man jetzt bei uns sehen. Wir spielen gut, die Mannschaft funktioniert.

Hält das an?

Pizarro: Ich hoffe es. Ich glaube, wir haben uns jetzt gefunden und werden uns noch weiter verbessern.

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