Von der Regionalliga in die Bundesliga

Heimlich, still und leise: Christian Groß endgültig fester Bestandteil von Werders Bundesliga-Kader

Christian Groß ist immer zur Stelle, wenn Trainer Florian Kohfeldt ihn braucht - und darf jetzt auf mehr Einsätze beim SV Werder Bremen hoffen.
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Christian Groß ist immer zur Stelle, wenn Trainer Florian Kohfeldt ihn braucht - und darf jetzt auf mehr Einsätze beim SV Werder Bremen hoffen.

Bremen – Von der Regionalliga in die Bundesliga: Christian Groß bleibt bei den Profis von Werder Bremen.

Leonardo Bittencourt stand zur Ausführung bereit, hatte den Arm schon gehoben – musste sich vor dem Eckball aber noch kurz gedulden, denn Florian Kohfeldt hatte noch Klärungsbedarf. Der Chefcoach des SV Werder Bremen stand während der Trainingsübung am Freitagvormittag auf Höhe des Strafraums, blickte in Richtung Tor und fragte: „Grosso, kannst du den Schützen sehen?“ Die Antwort, ebenso umgehend wie knapp: „Ja!“ Dann erst lief Bittencourt an, ein Tor gelang der angreifenden Mannschaft nicht, denn Grosso und seine Kollegen hatten ihren Job erledigt.

Werder Bremen: Christian Groß bleibt bei den Profis

Es gab am Osterdeich eine Zeit, ziemlich genau ein Jahr ist das jetzt her, da war dieser Grosso, der eigentlich Christian Groß heißt, bei Werder Bremen die Geschichte des Sommers, Genre: Fußball-Romantik. Ein nicht mehr ganz so junger U23-Kapitän muss wegen großer Personalnot plötzlich bei den Profis aushelfen, darf mit ins Trainingslager (!), im Test gegen den FC Everton sogar erstmals vor vielen Zuschauern im Weserstadion spielen (!!) und während der Saison dann insgesamt 14 Mal in der Bundesliga (!!!). Ein entsprechendes Drehbuch hätte die Filmindustrie wohl als zu kitschig abgelehnt. Für Spätstarter Groß ist es aber genau so gelaufen.

„Ich mag den Jungen, der macht das einfach sehr gut“, hatte Trainer Florian Kohfeldt ganz zu Beginn von Groß' Aufstieg gesagt, als noch nicht absehbar war, wie lange der Defensiv-Allrounder bei den Profis des SV Werder Bremen würde bleiben dürfen. Der Spieler selbst, ein gebürtiger Bremer übrigens und damals 30 Jahre alt, gab sich betont bescheiden: „Ich genieße es einfach und weiß, dass der Moment kommen wird, an dem ich wieder fest in die U23 gehe. Das ist okay für mich.“ Bisher ist dieser Moment aber nicht gekommen. Ganz im Gegenteil: Auch für die neue Bundesligasaison ist Christian Groß fest für den Profikader eingeplant.

Werder Bremen: Standing von Christian Groß ist gestiegen

„Seine Entwicklung ist wirklich überraschend“, sagt Sportchef Frank Baumann ohne Umschweife. Zunächst war der 44-Jährige nämlich auch davon ausgegangen, dass Christian Groß nach dem Job als Aushilfskraft, die vor allem die Trainingsgruppe auffüllt, wieder still und leise in die U23 zurückkehrt. „So war es vorgesehen, aber durch seine Leistungen und sein Engagement hat sich Grosso immer wieder neue Chancen erarbeitet“, sagt Baumann, „es war zu merken, dass er in der U23 schon Führungsspieler war.“ Natürlich hat in einer für Werder Bremen allgemein rabenschwarzen Saison fußballerisch auch bei Groß längst nicht alles gepasst. Wenn er gebraucht wurde, lieferte er in den meisten Fällen aber solide ab. 2018 war der Verteidiger vom VfL Osnabrück nach Bremen gewechselt – als erfahrener Drittligaspieler, weitere Perspektive: nicht vorgesehen. „Jetzt ist er bis auf Weiteres fest in der Bundesliga dabei“, sagt Baumann.

Christian Groß dürfte dabei bewusst sein, dass er angesichts der namhaften Konkurrenz in der Innenverteidigung wohl mit der Rolle des Back-ups wird leben müssen. Aber andererseits: Wie schnell es gehen kann, hat er ja gerade erst im Vorjahr erlebt. Nun ist er nicht mehr neu, kein komplettes Bundesliga-Greenhorn mehr. Dass sein Standing im Team gestiegen ist, ist schon während der ersten Einheiten der Vorbereitung zu merken. Da kann es sogar mal vorkommen, dass Leonardo Bittencourt mit seinem Eckball kurz warten muss, weil Trainer Kohfeldt mit Groß noch etwas zu besprechen hat. (dco)

Werder Bremen gegen Eintracht Braunschweig live: Hier gibt es das Testspiel im Live-Ticker.

Letzte Meldung vom 28. Mai 2020:

Christian Groß darf beim SV Werder Bremen auf noch ein Bundesliga-Jahr hoffen

Erst war er nur ein Ersatz für die Sommer-Vorbereitung, dann für die Hinrunde, inzwischen gilt das auch für die Rückrunde – und nun darf Christian Groß sogar auf eine weitere Saison bei den Bundesliga-Profis des SV Werder Bremen hoffen.

„Wenn er so weiterspielt, gibt es wenig Gründe daran etwas zu verändern“, sagte Sportchef Frank Baumann der DeichStube einen Tag, nachdem Christian Groß mit seinem Auftritt beim 0:0 des SV Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach für viel Aufsehen gesorgt hatte. Der 31-Jährige, der in dieser Saison eigentlich als Kapitän die U23 durch die Regionalliga Nord führen sollte, war von Trainer Florian Kohfeldt mal wieder ins kalte Wasser geworfen und damit erneut sehr gut klargekommen.

Christian Groß mit beeindruckender Bilanz für Werder Bremen

Die Bundesliga-Bilanz von Christian Groß ist schon beeindruckend, vor allem mit Blick auf die eigentlich katastrophale Saison der Grün-Weißen. Elf Einsätze, drei Siege, fünf Unentschieden, drei Niederlagen – mit Groß holte der SV Werder Bremen 14 seiner 22 Punkte. Das macht im Schnitt 1,5 Punkte pro Partie. Hoch gerechnet auf die Saison wären das 53 Zähler. Mit exakt dieser Punktzahl haben die Bremer in der Vorsaison ganz knapp das internationale Geschäft verpasst.

Doch die Realität heißt Abstiegskampf. Als Stammspieler in der Abwehr wie Niklas Moisander, Milos Veljkovic und Ömer Toprak wieder fit waren, musste Groß im Spätherbst seinen Platz räumen. In diesem Jahr hatte er bislang nur zehn Minuten bei der 1:2-Niederlage gegen den FC Augsburg spielen dürfen. Christian Groß stand auf dem Abstellgleis, doch gegen Gladbach durfte er ran, weil die Sechser Kevin Vogt (verletzt) und Philipp Bargfrede (Gelb-Rot-Sperre) fehlten und Nuri Sahin kein Thema mehr ist. „Sein Positionsprofil passte gut für das, was wir spielen wollten“, erklärte Florian Kohfeldt

Zur Erinnerung: Groß ist eigentlich gelernter defensiver Mittelfeldspieler. Diese Qualitäten reichten allerdings nur für eine Karriere bis in die Dritte Liga (Babelsberg, Osnabrück), bei den Profis des SV Werder Bremen wurde er zum Innenverteidiger umgeschult, als es dort im vergangenen Sommer verletzungsbedingt hakte. Christian Groß sollte als Platzhalter agieren. „,Grosso' hat in diesem Jahr einen unglaublichen Fortschritt gemacht, gerade auch durch das Training mit einer Bundesliga-Mannschaft“, meinte Florian Kohfeldt und lobte: „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht – in beide Richtungen.“ Denn Groß war nicht nur Sechser (bei Ballbesitz), sondern eben auch Innenverteidiger, wenn Gladbach angriff. Eine anspruchsvolle Rolle. „Diese Flexibilität ist eine große Stärke von ihm“, meinte Frank Baumann.

Werder Bremen: Christian Groß auch in der nächsten Saison bei den Profis

Groß selbst blieb einmal mehr ganz bescheiden, wollte seine eigene Leistung nicht bewerten. Als er auf seinen Trick am Mittelkreis im Stile eines Zinedine Zidane angesprochen wurde, merkte er nur grinsend an: „Klar, das sieht schön aus, aber das bringt keine Punkte.“ Auch über seine Zukunft mochte der Defensivspezialist, der in Bremen geboren, aber erst 2018 zu Werder gewechselt ist, nicht sprechen: „Es ist nicht die Zeit, darüber nachzudenken. Es geht nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um den Erfolg der Mannschaft.“

Übrigens: Christian Groß besitzt keinen Profi-Vertrag, sondern ist nur ein so genannter Vertragsspieler, was angeblich keinen Unterschied machen soll. Im vergangenen November hatte Werder Bremen diesen eigentlich Ende dieser Spielzeit auslaufenden Kontrakt vorzeitig verlängert. Dabei wurde auch bekannt, dass der 31-Jährige nach seiner aktiven Karriere weiter im sportlichen Bereich der Grün-Weißen beschäftigt wird. Wann immer das auch sein wird, denn noch braucht ihn Werder auf dem Platz. Womöglich steht Groß am Samstag gegen Schalke 04 erneut in der Werder-Startelf. (kni)

Letzte Meldung vom 28. Oktober 2019:

Werder Bremen: Florian Kohfeldt befördert Christian Groß und macht ihn zur echten Alternative

Dass sein Name schon wieder in der Startelf auftauchte, war eine Überraschung: Christian Groß darf weiter für die Profis des SV Werder Bremen verteidigen, obwohl die etablierten Kräfte langsam zurückkommen.

Und nach dem 2:2 gegen Bayer Leverkusen gab es von Trainer Florian Kohfeldt auch noch die offizielle Beförderung des Kapitäns der U23 des SV Werder Bremen: Christian Groß darf sich nun Hoffnungen auf eine doch noch etwas längere Bundesliga-Karriere machen.

„Großes Lob an ,Grosso'“, sagte Kohfeldt: „Er ist komplett mit drin in der Verlosung, auch wenn die anderen wiederkommen.“ Einige waren sogar schon da: Ömer Toprak und Milos Veljkovic. Letzterer musste zurück auf die Bank, damit Toprak nach der Verletzungspause sein Comeback feiern konnte. Christian Groß behielt dagegen seinen Platz. Der 30-Jährige, der erst vor acht Wochen sein Bundesliga-Debüt bei Werder Bremen gefeiert hat, kommt nun schon auf sieben Einsätze im Fußball-Oberhaus.

Wie geht es weiter in der Abwehr des SV Werder Bremen? Christian Groß soll seine Chancen bekommen

Und wie geht es in der Abwehr des SV Werder Bremen weiter? Toprak soll mit Rücksicht auf seine Verletzung nur noch ein Spiel in der englischen Woche (erst im Pokal gegen Heidenheim, dann in der Liga gegen Freiburg) bestreiten. Für ihn wird dann Veljkovic ins Team rücken. Der ebenfalls genesene Sebastian Langkamp ist in dieser Woche ebenfalls ein Kandidat, vielleicht auch Kapitän Niklas Moisander. Es wird also ganz schön voll im Abwehrzentrum, aber der einstige Notnagel Christian Groß hat sich dort ziemlich festgespielt. Ganz glatt lief es für ihn gegen Leverkusen allerdings nicht, beim 2:2 von Lucas Alario sah er nicht so gut aus. Florian Kohfeldt war dennoch zufrieden: „Gegen diese Qualität war das schon sehr ordentlich. Ich würde ihn heute auf einer Stufe mit Ömer sehen.“ (csa)

Zur letzten Meldung vom 3. Oktober 2019:

Das Märchen von Christian Groß beim SV Werder Bremen geht immer weiter

Er ist die große Überraschung dieser Saison bei Werder Bremen: Christian Groß. Doch seine Zeit schien so langsam abzulaufen, sein Einsatz am Samstag beim 2:2 gegen den BVB der vorerst letzte in der Werder-Startelf gewesen zu sein. Aber weit gefehlt!

Christian Groß dürfte wohl auch am Sonntag im nächsten schweren Auswärtsspiel vom SV Werder Bremen bei Eintracht Frankfurt wieder beginnen. Das Stammpersonal lässt nämlich noch etwas länger auf sich warten.

Es geht vor allem um Niklas Moisander. Der Kapitän hatte sich Anfang September einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Eigentlich war für die Partie bei den Hessen sein Comeback geplant. Doch nun sagte Sportchef Frank Baumann der „Bild“: „Bei Niklas wird es eine knappe Kiste. Die Tendenz ist, dass er in Frankfurt nicht dabei sein wird.“

SV Werder Bremen: Ömer Toprak könnte gegen Eintracht Frankfurt in die Mannschaft zurückkehren

Immerhin könnte Ömer Toprak nach seiner Wadenverletzung vom zweiten Spieltag endlich ins Team von Werder Bremen zurückkehren. Der Neuzugang aus Dortmund wäre als rechter Innenverteidiger gesetzt. Für ihn müsste Theodor Gebre Selassie weichen, der dann aber endlich wieder auf seiner rechten Abwehrseite spielen dürfte. Neuzugang Michael Lang könnte dann eine Pause bekommen.

Christian Groß dagegen nicht. Er wird als linker Innenverteidiger gebraucht. Natürlich könnten dort auch die wiedergenesenen Milos Veljkovic oder Sebastian Langkamp aushelfen, doch haben sie die komplette Vorbereitung verpasst und überhaupt keine Spielpraxis. Groß dagegen schon. Vier Mal kam er in dieser Saison in der Bundesliga bereits für den SV Werder Bremen zum Einsatz, zuletzt drei Mal in Folge über die komplette Spielzeit.

SV Werder Bremen: Christian Groß  mit seiner Leistung gegen den BVB „grundsätzlich zufrieden“

„Ich genieße die Situation“, sagte Christian Groß, Aushilfs-Innenverteidiger von Werder Bremen, nach seinem ersten Auftritt vor über 80.000 Zuschauern in Dortmund: „Mehr geht ja in Deutschland nicht. Es war unglaublich. Ich bin schon ein bisschen sprachlos.“ Mit seiner Leistung war er grundsätzlich zufrieden, wenngleich ihn das zweite Dortmunder Gegentor von Marco Reus natürlich wurmte: „Es ist nicht so einfach, bei jeder Flanke da zu sein, auch wenn es meine Aufgabe ist. Aber man sieht auch, welche Qualität da bei Dortmund ist.“

Dass die etablierten Abwehrkollegen Toprak, Moisander, Veljkovic und Langkamp ihre Verletzungen fast auskuriert haben und vor einer Rückkehr in die Mannschaft von Werder Bremen stehen, nimmt Christian Groß ganz nüchtern zur Kenntnis. „Ich kannte ja meine Rolle“, sagt der 30-Jährige: „Ich genieße den Moment. Jetzt war es Dortmund – und wenn es nächste Woche Frankfurt ist, dann wäre das auch cool. Es ist unglaublich und ein absolutes Privileg, dass ich dabei sein darf.“ (kni)

Mehr News zu Werder Bremen

Zwischen den Chefs von Werder Bremen und Eintracht Frankfurt, Florian Kohfeldt, Frank Baumann, Adi Hütter und Fredi Bobic, knistert es ein wenig vor dem Bundesliga-Duell der beiden Teams am Sonntag.

Wie lange bleibt die „Rakete“ noch? Altin Lala, Berater von Milot Rashica, sagt zum Thema Vertragsverlängerung: „Es kommt die Zeit, dass Milot den nächsten großen Schritt machen muss.“ Ein klares Signal für eine Vertragsverlängerung bei Werder Bremen gibt es derweil bei Theodor Gebre Selassie. Außerdem gibt es durch ein Zwischen-Update neue Marktwerte für Werder Bremen: Josh Sargent und Marco Friedl legen zu.

zur letzten Meldung vom 27. September 2019:

Letzte große Bühne für Groß, den Genießer

Bremen – Dass seine Welt doch nicht vollends aus den Angeln gehoben ist, merkt Christian Groß immer, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. „Meine Tochter wächst trotzdem Tag für Tag weiter“, lacht der Werder-Profi, für den ansonsten – also beruflich – seit wenigen Wochen so gut wie nichts mehr normal ist. Mit 30 Jahren feierte er bei Werder Bremen erst sein Bundesliga-Debüt, dann seine Startelf-Premiere und nun wohl auch noch das absolute Highlight: ein Spiel bei Borussia Dortmund.

Signal-Iduna-Park, 80.000 Zuschauer, die Gelbe Wand – es ist die größte Bühne mit der größten Kulisse, die der deutsche Fußball zu bieten hat. Und Christian Groß, der Spieler, der aus dem Nichts kam, darf am Samstag (18.30 Uhr) dort auftreten. Vermutlich. „Bei mir ist da einfach nur Vorfreude“, sagt der Verteidiger von Werder Bremen, den die Mega-Verletzungswelle in der Abwehr von der U23 ins Profi-Team gespült hat.

Er hat seither in zwei Spielen über die volle Distanz seinen Job gemacht, ist nicht unter dem Druck zusammengebrochen. Auch jetzt, vor dem Match von Werder Bremen bei Borussia Dortmund, demonstriert Groß Coolness. „Natürlich wäre das Spiel ein absoluter Höhepunkt für mich. Aber deshalb habe ich keinen Puls von 200. Ich mache es wie immer und genieße den Moment“, sagt der Notnagel in der Bremer Innenverteidigung.

Werder Bremen: Die Rückkehrer werden Christian Groß wieder verdrängen

Die Einstellung ist nicht die schlechteste. Denn es ist absehbar, dass Christian Groß nicht mehr viele Genuss-Gelegenheiten bekommen wird. Ömer Toprak, Sebastian Langkamp und Milos Veljkovic sind allesamt ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, und es ist nur noch eine Frage von Tagen, bis einer, zwei oder alle drei wieder Startelf-Kandidaten sind. Dann ist das kurze, aber schöne Märchen für Christian Groß vorbei.

Das sei kein Problem für ihn, sagt er: „Ich gehe entspannt damit um. Denn mir war immer klar, dass der Zeitpunkt kommen wird, an dem die anderen Innenverteidiger wieder fit sind. Für mich ist das auch überhaupt nicht negativ, sondern eher positiv, weil dann reichlich Qualität in den Kader zurückkehrt.“ So spricht ein Teamplayer. Oder einer, für den die Beförderung auf Zeit einfach nur ein großes Glück war. Wegen Duellen wie dem mit Nationalspieler Timo Werner von RB Leipzig am vergangenen Spieltag. Oder wie am Samstag zum (finalen?) Höhepunkt gegen Top-Stars wie Marco Reus, Jadon Sancho oder Julian Brandt – Letzterer wie Groß übrigens ein gebürtiger Bremer.

Christian Groß von Werder Bremen freut sich auf BVB-Stars Marco Reus und Jadon Sancho

Die BVB-Namen können bei dem einen oder anderen auch mal Muffensausen hervorrufen. Aber nicht bei Groß, dem Genießer: „Ich habe nicht den Gedanken, dass etwas schiefgehen könnte, sondern einfach nur Lust darauf, in diesem Stadion gegen diese Spieler anzutreten. So wie ich mich auf Timo Werner gefreut habe, so freue ich mich jetzt auf Reus oder Sancho.“

Ein Haken hat die ganze Sache aber noch. Sollte Ömer Toprak nach seinem Trainingscomeback am Dienstag für Samstag Einsatzbereitschaft signalisieren, könnte Christian Groß schneller als gedacht aus der Startelf rotieren. (csa)

Mehr News zu Werder Bremen

Borussia Dortmund als Warnung: Werder Bremen hat eine Schwäche bei Standards. Kein Bundesligist kassierte nach fünf Spieltagen so viele Gegentore nach ruhenden Bällen wie die Grün-Weißen. Derweil hat Sportchef Frank Baumann von Werder Bremen den bei Carl Zeiss Jena degradierten Ole Käuper scharf kritisiert. Für ihn tricksten die Grün-Weißen sogar bei der Aufstellung: Mamadou Kone wurde im Geheimtest gegen Hannover 96 von Werder Bremen eingesetzt. Schwere Aufgabe für die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt am Samstagabend im Signal-Iduna-Park – so seht Ihr Werder Bremen gegen Borussia Dortmund live im TV.

Christian Groß gab beim Auswärtssieg von Werder Bremen gegen Union seine Startelf-Premiere in der Bundesliga.

Zur letzten Meldung vom 15. September 2019:

Christian Groß bleibt „definitiv“ bei den Profis von Werder Bremen - zumindest bis Winter

Berlin – Er hatte schon einen Moment lang gewartet, den Ausführungen des Kollegen mit vor der Brust verschränkten Armen zugehört, als es Christian Groß, Verteidiger von Werder Bremen, dann doch etwas zu bunt wurde.

„Lücke, hör' auf so viel zu quatschen! Ich muss auch noch und will nach Hause“, ließ Christian Groß seinen Mitspieler Niclas Füllkrug - immerhin den Siegtorschützen während des hart erkämpften 2:1-Erfolgs von Werder Bremen bei Union Berlin - mit einem breiten Lächeln wissen, ehe er den Journalisten kurz darauf selbst Rede und Antwort stand.

Ganz selbstverständlich wirkte das, sowohl das Feixen mit Füllkrug als auch das kurze Interview in den Katakomben der Alten Försterei, dabei ist es für Christian Groß genau das nicht: selbstverständlich. Im zarten Alter von 30 Jahren hatte er zuvor sein Bundesliga-Startelf-Debüt gefeiert, es als Innenverteidiger insgesamt gut gemacht, dem Fußball-Sommer seines Lebens damit ein weiteres Kapitel hinzugefügt – und bei Werder einmal mehr alle staunen lassen.

Werder Bremen: Lob für Christian Groß nach Startelf-Debüt

„Er hat grandios gespielt“, schwärmte etwa Trainer Florian Kohfeldt, während Sportchef Frank Baumann zunächst nur ein Wort benutzte, um Groß' Auftritt zu bewerten und dieses Wort dann dramaturgisch für einen kurzen Augenblick so stehen ließ: „Top.“ Souverän und ruhig waren danach zwei weitere Adjektive, die Baumann fallen ließ, die sich Groß während der Partie zuvor auch redlich verdient hatte.

Zwei Tage vor dem Spiel hatte sich in Kapitän Niklas Moisander nach Ömer Toprak, Sebastian Langkamp und Milos Veljkovic auch der vierte etatmäßige Innenverteidiger im Kader verletzt abgemeldet, weshalb U23-Kapitän Groß wieder gebraucht wurde, dieses Mal vielleicht sogar mehr denn je. „Ich weiß natürlich, warum ich heute gespielt habe“, sagte Groß, „so ehrlich muss ich sein, aber ich habe auch immer gesagt, dass ich da bin und mich freue, wenn ich helfen kann.“ Das konnte er, auch wenn der Nachmittag für ihn denkbar schlecht losgegangen war.

Christian Groß darf bei den Werder-Profis bleiben - zumindest bis Winter

In der elften Minute verursachte Groß den Handelfmeter, der Union den schnellen Ausgleich einbrachte. Eine unglückliche Aktion, keine Frage, ein grober Fehler allerdings nicht. „Da kann ich ihm keinen Vorwurf machen“, sagte Kohfeldt. Bis zur Halbzeitpause war Groß in der Folge anzumerken, dass er sich von der Szene erholen muss, Unsicherheit schlich sich in sein Spiel. Er legte sie aber nach und nach ab und trug mit gelungenen Aktionen seinen Teil dazu bei, dass Werder Bremen die Abwehrschlacht in der Schlussphase überstand. „Wie er gespielt hat, war überragend, so abgezockt“, betonte Füllkrug – und hielt fest: „Wir haben jetzt hinten eine Option mehr, das hat er bewiesen.“

Und tatsächlich planen sie bei Werder nun mindestens bis Winter mit Christian Groß als Teil des Profikaders. „Er bleibt definitiv, weil er uns durch seine Flexibilität und durch die Art, wie er solche Situationen annimmt, hilft. Er ist ein sehr guter Kaderspieler für die Bundesliga, das nehmen wir dankend mit“, sagte Baumann. Kohfeldt betonte: „Er hat mich in diesem Sommer wirklich überrascht und bleibt jetzt in der Trainingsgruppe.“

Werder Bremen: Christian Groß erlebt sein eigenes Fußballmärchen

Um den Kader aufzufüllen hatte der Coach Christian Groß im Juli mit ins erste Trainingslager genommen, „weil er uns eine gewisse Trainingsqualität garantiert und weil wir nicht bei einem jungen Spieler unnötige Erwartungen wecken wollten.“ Seitdem ist der Defensivspieler, ein gebürtiger Bremer übrigens, dauerhaft dabei, sammelt Einsatz um Einsatz und sagt: „Man kann es schon Fußballmärchen nennen. Ich lebe gerade ein bisschen meinen Traum.“

Zum Trophäensammler ist Christian Groß deshalb allerdings nicht geworden. Sein Trikot aus dem DFB-Pokalspiel gegen Atlas Delmenhorst schenkte er seiner Mutter, das aus Berlin bekam nun der beste Freund. „Er wollte es gar nicht, aber unsere Freundschaft ist so gut, dass er es sich verdient hat“, sagte Groß. Und auch das klang wieder vollkommen selbstverständlich. (dco)

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Es war ein verrücktes Spiel in Berlin: Turbulenzen ohne Ende und Schiedsrichter-Ärger – was Werder Bremen aufregt und was nicht. Derweil können die Grün-Weißen inmitten der Personalnot aufatmen: Yuya Osako ist nicht verletzt. Insgesamt war der Sieg von Werder Bremen gegen Union Berlin einer gegen alle Widerstände - ein Stahlbad bei den Eisernen. Derweil ist Werder Bremen Letzter im Fairplay-Ranking der Bundesliga und damit die derzeit „unfairste Mannschaft“.

Zur letzten Meldung vom 5. September 2019:

Werder-Coach Florian Kohfeldt über Christian Groß: „Vielleicht etwas Unrecht getan“

Drei Minuten Bundesliga, viel Spielzeit ist das nicht. Und dennoch: Für Christian Groß stellten diese drei Minuten am vergangenen Sonntag einen späten Karriere-Meilenstein dar. Während des Heimspiels von Werder Bremen gegen den FC Augsburg wurde er in der Nachspielzeit eingewechselt. 

Christian Groß kam somit im Alter von 30 Jahren zu seinem Debüt in Deutschlands Fußball-Oberhaus. „Geiler Typ, oder?“, schmunzelte Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach der Partie. „Es freut mich sehr für ihn, seine Einwechslung war aber kein Geschenk.“ Vielmehr benötigte Werder Bremen den U23-Kapitän Groß, um den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. 

Und dass der gebürtige Bremer helfen kann, hatte er bereits während des kompletten Sommers bewiesen. Wegen Personalnot in der Abwehr mit ins erste Trainingslager, ins zweite dann auch, dann plötzlich das Debüt im Weserstadion während des Testspiels gegen Everton, dann das DFB-Pokalspiel gegen Atlas Delmenhorst – und nun eben die Bundesliga. Beim Blick auf Christian Groß’ ebenso überraschenden wie überzeugenden Aufstieg wirkte das fast folgerichtig. 

Werder Bremen: Florian Kohfeldt verzichtete zunächst auf die Dienste von Christian Groß

Auch wenn es selbst Trainer Florian Kohfeldt anfangs nicht für möglich gehalten hätte. „Ich weiß nicht, ob ich ihm in den vergangenen Wochen nicht vielleicht etwas Unrecht getan habe“, räumte der Coach ein. „Wenn wir Entscheidungen getroffen haben, Positionen zu besetzen, war immer ein großes Kriterium, wer die Bundesliga schon kennt.“

Christian Groß war dann stets raus. Jetzt kennt er die Liga, wenn auch nur aus seinen drei Minuten auf dem Platz. Und wer weiß? Vielleicht kommen während des Personalnotstands in der Defensive von Werder Bremen ja noch weitere dazu. Nach dem Augsburg-Spiel sagte Kohfeldt: „Er soll jetzt erstmal den Abend genießen und ein paar Bier trinken.“ Verdient hatte sich Christian Groß das allemal. (dco)

Weitere News zu Werder Bremen

Derweil hat Trainer Florian Kohfeldt den Grund verraten, warum Werder Bremen keinen neuen Sechser verpflichtet hat: Maxi Eggestein. Der nächste Ausfall: Kevin Möhwald wird Werder Bremen monatelang verletzt fehlen, eine Rückkehr in diesem Jahr erscheint unwahrscheinlich. Die DFL hat die Spieltage 7-13 terminiert und der SV Werder Bremen darf drei Mal zur Primetime ran. 

zur letzten Meldung vom 13.08.2019:

Christian Groß überzeugt erneut - und darf weiter bei den Werder-Profis bleiben

Sein Trikot hat er nicht hergegeben, Christian Groß lehnte die Anfragen der Atlas-Spieler freundlich ab - schließlich wollte er seine Mutter nicht unglücklich machen. „Wenn ich mein Debüt-Trikot abgebe, dann bekomme ich Ärger von ihr“, scherzte der Verteidiger, für den das Pokalduell gegen Delmenhorst am Samstagabend das erste Pflichtspiel für die Profis von Werder Bremen war.

Wegen Personalnot in der Innenverteidigung hatte U23-Kapitän Christian Groß die komplette Vorbereitung mit dem Bundesliga-Kader von Werder Bremen absolviert, dabei überzeugt und nun auch im Pokal das Vertrauen bekommen. Vor 41.500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion zu spielen - das war für den 30-Jährigen etwas ganz Besonderes. 

Werder Bremen: Christian Groß und die Gänsehaut

„Es war ein Gänsehaut-Moment. Hätte mir jemand gesagt, dass ich mit 30 Jahren ein Pflichtspiel für Werder Bremen mache, den hätte ich wahrscheinlich ausgelacht“, sagte Christian Groß, der sogar ein Tor vorbereitete - und auch nach der Verpflichtung von Ömer Toprak bis auf Weiteres bei den Profis bleiben wird. „Er hat es wieder top gemacht“, lobte Cheftrainer Florian Kohfeldt - und betonte: „Die Wahrscheinlichkeit, dass er nächste Woche im Bundesliga-Kader sein wird, ist nicht gering. Es tut mir leid für die U23, aber bis auf weiteres kann ich da keinem Hoffnung machen, dass er bald zurückkommt.“ (dco)

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Mehr News zu Werder Bremen

Die Verpflichtung erwies sich als ziemlich kompliziert, am Ende hat sich Ömer Toprak mit seinem Bauchgefühl für den Wechsel zu Werder Bremen entschieden. Derweil hat Frank Baumann nach dem schwierigen Toprak-Deal weitere Transfers von Werder Bremen angekündigt. Kein Thema für Werder Bremen sind allerdings Transfers von Janik Haberer und Bernardo. Und eine Legende verabschiedete sich im Spiel gegen Atlas Delmenhorst: Zeugwart Fritz Munder von Werder Bremen geht in den Ruhestand.

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