Abgang mit Genuss

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„German Messi“ – eine englische Zeitung bekränzt Marko Marin mit Vorschusslorbeeren. Der 23-Jährige wechselt von Werder remen zum FC Chelsea nach London.

Bremen - Was jetzt noch zu tun ist für Marko Marin? Er braucht Karten für das Champions-League-Finale am 19. Mai in München. „Ich glaube, ich werde welche bekommen“, meint der Noch-Bremer, der dann seinem zukünftigen Arbeitgeber zujubeln will.

Der FC Chelsea, Endspielgegner von Bayern München in der Königsklasse, hat sich für fünf Jahre die Dienste des Dribbelkünstlers gesichert. An Werder Bremen werden die Engländer eine geschätzte Ablösesumme von acht Millionen Euro überweisen – das hilft dem klammen Bundesligisten weiter aus seiner finanziellen Not.

Die spektakuläre Nachricht machte am frühen Samstagnachmittag die Runde. Also trat Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs noch vor dem Anpfiff der Partie gegen den VfL Wolfsburg zum ersten Mal an diesem Tag vor die Journalisten und bestätigte den Deal mit dem FC Chelsea. Der Club habe so handeln müssen, erklärte der 55-Jährige. Gründe? Da ist zum einen das Sportliche. Marko Marins Entwicklung „war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Allofs, schränkte dann aber ein: „Das lag sicher auch an der sportlichen Gesamtsituation bei uns.“

Und natürlich gibt es da auch den monetären Anreiz. „Finanzielle Erwägungen“ hätten natürlich auch eine wichtige Rolle gespielt. Werder will sparen, Werder muss sparen. Und hat nun zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Marin, dessen Gehalt zwar üppig ist, der in dieser Saison aber nur den Gegenwert von einem Tor und fünf Assists lieferte, kommt von der Liste der Lohnempfänger. Weil sein Vertrag noch bis 2013 läuft, spült sein Abgang acht Millionen Euro in die Kasse. Dem FC Chelsea mit seinem Club-Eigner Roman Abramowitsch sei Dank.

Bye bye Werder: Marin geht nach London

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Nicht jeder Verein würde für Marin eine Summe dieser Größenordnung hinblättern. Doch in London wird der Transfer gefeiert. Der „Independent on Sunday“ nennt Marin reichlich übertrieben schon den „German Messi“, und Chelseas Interimscoach Roberto Di Matteo ist begeistert vom Neuzugang: „Er ist ein aufregender Spieler, ein junger deutscher Nationalspieler. Und er ist technisch sehr begabt. Er wird das Team mit einigen Qualitäten bereichern.“

„Sehr gute Gespräche“ habe er mit dem Di Matteo geführt, sagt Marin und hofft natürlich, dass der Italiener bei Chelsea zur Dauerlösung wird. Aber egal mit welchem Trainer, für den 23-Jährigen wird mit dem Wechsel so oder so „ein Traum wahr. Es ist der perfekte Schritt in meiner Karriere“, meint Marin. Er wechselt in eine stärkere Liga zu einem stärkeren Verein mit einem System, das ihm „perfekt“ erscheint: „Die spielen mit Außenangreifern.“ Bei Werder war der schnelle Dribbler von Trainer Thomas Schaaf auf die Spielmacher-Position verpflanzt worden und kam sich dort verloren vor.

Nun befreit ihn der FC Chelsea und nimmt ihn mit offenen Armen auf. Wenngleich Zweifel angebracht sind, ob der schmächtige und mit einer ausgeprägten Fallsucht ausgestattete Marin in der englischen Premier League Fuß fassen kann. „Ich habe keine Angst“, beteuert der 16-fache deutsche Nationalspieler. Weder vor den englischen Fans, die Schwalben verabscheuen, noch vor beinharten Verteidigern. Wenn die größer, böser, stärker sind, „muss ich halt schneller sein“.

Die Bremer Kollegen gratulieren zum Wechsel und drücken die Daumen, dass Marin auf der Insel klarkommt. „Modric und van der Vaart haben es mit ihrer Flinkheit auch geschafft“, sagt Sebastian Prödl: „Natürlich fehlt Marko die Robustheit, aber als Verteidiger musst du ihn erstmal zu fassen kriegen. Ich glaube, dass es die Intention von Chelsea war, genau diese Waffe zu bekommen.“ Auch Naldo traut Marin den Sprung zu: „Außen ist er gut, immer gefährlich. Aber im Mittelfeld – nein, das passt nicht.“

Nun darf darüber gestritten werden, warum bei Werder kein System installiert wurde, um von Marins Vorzügen zu profitieren. Immerhin waren seine speziellen Fähigkeiten dem Verein vor drei Jahren 8,5 Millionen Euro wert. Doch nur im ersten Jahr mit Mesut Özil an seiner Seite zündete Marin wirklich. Der Rest der Zeit war Rückschritt. Marin verlor seinen Status als Nationalspieler und hofft als Chelsea-Profi auf ein Comeback im DFB-Dress: „Nach der EM greife ich wieder an.“ n csa

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