Körperlich ist alles okay, spielerisch und in der Abwehr gibt es weiter Probleme

Der Check nach Belek: Fitness, Fehler, Fortschritte

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Viktor Skripnik hat ganz genau hingeschaut: Gestern analysierte der Werder-Coach das Trainingslager in Belek.

Belek - Acht Tage in Belek sind rum, am Mittwochabend landete der SV Werder wieder in Bremen. Was hat das Trainingslager gebracht? Für alle sichtbar: Drei Siege in drei Testspielen. „Die geben uns Selbstvertrauen“, sagt Stürmer Davie Selke. Das ist doch schon mal was. Aber deutlich mehr als um Ergebnisse ging es für Werder Bremen in der Türkei darum, dass das neue Trainerteam der Mannschaft seinen Stempel aufdrückt.

Auf diesem Weg hat Werder sicherlich Fortschritte gemacht. Das heißt aber nicht, dass 17 Tage vor dem Rückrundenauftakt gegen Hertha BSC alle Probleme behoben sind. Der Check nach Belek:

Spielerisches Vermögen
Ein klarer Trainingsschwerpunkt in Belek war das Kombinationsspiel. Skripnik will seinen Spielern die langen, planlosen Bälle abgewöhnen. Das war in den Trainingseinheiten mit vielen laufintensiven Übungen verbunden, brachte in den Tests aber auch Gefahren mit sich. Schnelle Ballverluste, bedrohliche Konterchancen, Gegentore – in allen drei Tests zeigte sich, dass noch viel Arbeit zu erledigen ist. „Jeder versucht, mutig nach vorne zu kombinieren und nicht nur den langen Ball zu spielen. Das ist wichtig für mich. Die spielerische Lösung zu finden, das ist die Aufgabe“, meint Skripnik.

Die Art und Weise wie in den Spielen die eigenen Tore gefallen sind, zeigt, dass es voran geht. Im ersten Spiel gegen Cottbus mussten für drei Tore drei Standardsituationen her. Im dritten Match gegen Mönchengladbach wurden alle drei Treffer aus dem Spiel heraus erzielt.

Abwehrarbeit
Ohne den verletzten Abwehrchef Sebastian Prödl musste Werder üben. Ein Handicap. Und speziell die erste Halbzeit gegen Borussia Mönchengladbach zeigte, dass die Bremer den Weg Richtung Fort Knox noch nicht gefunden haben. Große Lücken im Mittelfeld, viele individuelle Fehler in der Viererkette. Es ist bisher nicht zu erkennen, dass die Trainer den Schlüssel für ein defensiv sicheres Auftreten gefunden hätten. „Du siehst gute Sachen, du siehst Defizite“, sagt Skripnik diplomatisch. Klar ist aber: Es fehlt ein Spieler, der die Defensive zusammenhält und Sicherheit ausstrahlt.

Positionskämpfe
Sie toben nicht an allen Ecken und Enden, aber es werden immer mehr. Marnon Busch fordert Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie heraus, Janek Sternberg auf links Santiago Garcia. Im Zentrum ist der Wettbewerb zwischen Assani Lukimya und Luca Caldirola um die Vertretung von Sebastian Prödl (verpasst wegen einer Knieverletzung die ersten Rückrundenspiele) ausgefallen, weil Lukimya mehrere Tage angeschlagen fehlte. Im defensiven Mittelfeld hat Philipp Bargfrede offenbar Felix Kroos verdrängt.

Spannend wird es im rechten und zentral-offensiven Mittelfeld, wo Neuzugang Levin Öztunali die Mitbewerber Fin Bartels und Levent Ayccek herausfordert. „Es wird“, sagt Skripnik, „auch immer auf die Tagesform ankommen. Es wird nicht nach Namen entschieden.“ Ebenfalls offen: Das Rennen um die Position als Stürmer neben Franco Di Santo, wenn der wieder einsatzfähig ist. Melvyn Lorenzen und Davie Selke liegen derzeit gleichauf. Wer sich durchsetzt? „Auch für mich eine sehr interessante Frage“, sagt Skripnik.

Fitness
Hier glänzt Werder fraglos. Wer jeden Tag zwei oder drei Trainingseinheiten absolviert und in den Testspielen trotzdem bis zur 90. Minute Gas geben und Rückstände in Siege verwandeln kann, ist fit. Das gilt auch für die jungen Spieler, die das harte Programm bis auf wenige Ausnahmen alle toleriert haben. „Die Beine sind schon schwer“, sagt Davie Selke, der zwischenzeitlich wegen muskulärer Probleme eine Pause einlegen musste, „aber die Kraft hat bei allen gereicht, um die Siege einzufahren.“ Skripnik ist ebenfalls zufrieden: „Wir wollten so schnell wie möglich auf einen guten Fitnessstand kommen und die individuell unterschiedlichen Rückstände aufarbeiten. Dafür haben wir viel getan.“ Aber es wurde nicht nur malocht. „Die Spieler müssen auch mal Spaß haben, sonst geht ihnen die Begeisterung verloren.“

csa

Werder-Tross zurück in Bremen

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