Werder verschenkt die Entscheidung

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Per Foulelfmeter erzielte Torsten Frings das 2:0

Bremen - Von Arne Flügge und Björn Knips - Das ist so ärgerlich, das ist so dumm: Bis kurz vor Schluss sah Werder Bremen gestern Abend bei einer 3:0-Führung gegen Sampdoria Genua schon wie ein sicherer Teilnehmer der Champions League aus, doch dann machte sich der Fußball-Bundesligist das Leben selbst schwer.

Giampaolo Pazzini durfte ungehindert einköpfen – und das auch noch in Unterzahl. Damit gewann Werder das Qualifikations-Hinspiel nur noch 3:1 (0:0) und muss beim Rückspiel kommenden Dienstag in Italien gehörig aufpassen.

Nachdem sich die „Königlichen“ aus Madrid Mesut Özil geschnappt hatten, ging’s gestern in Bremen gleich adelig weiter. Allerdings äußerst unschön. „Kaiser“ Franz Beckenbauer wurde vor dem Spiel von einem Zuschauer böse mit Wasser bespritzt. Der Beckenbauer war geschockt („Das ist mir noch nie passiert“) – der Übeltäter schnell über- und abgeführt. Seine Arbeit als TV-Experte für Sat.1 stimmte Beckenbauer aber schnell wieder versöhnlich, denn beide Teams boten von Beginn an ein zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison überraschend hohes Niveau.

Die Einzelkritik

Die Einzelkritik: Hunt ganz stark

Nach nicht einmal drei Minuten ging ein Raunen durchs mit 26 000 Zuschauern nicht ganz ausverkaufte Weserstadion: Hugo Almeida hatte mit einem Freistoß das Ziel nur knapp verpasst. Doch die Italiener waren genauso gefährlich: Ein Kopfball von Giampaolo Pazzini segelte nur Zentimeter am Werder-Gehäuse vorbei (4.). Und zehn Minuten später zappelte der Ball sogar im Netz, doch Torschütze Antonio Cassano hatte im Abseits gestanden.

Durchatmen bei Werder – und dann ab die Post: Die Bremer dominierten immer mehr die Partie. 68 Prozent Ballbesitz sagen alles. Der bärenstarke Aaron Hunt n Traumtor n von Fritz machte Özil als Spielmacher vergessen. Es fehlte nur ein Tor. So haute Tim Borowski über den Ball (21.), Almeida köpfte auf die Latte (28.) und Philipp Bargfrede zwang Gianluca Curci zu einer Glanzparade (44.).

Werders Sieg in 51 Bildern

Werder besiegt Genua 3:1

Diese starke Abwehr der Gäste war durchaus zu knacken, aber dafür musste es schnell gehen – oder mit Gewalt: Clemens Fritz packte den Hammer aus und drosch die Kugel aus 19 Metern in den Winkel (51.). Ein Traumtor! Borowski schlug fassungslos die Hände vors Gesicht, denn Rechtsfuß Fritz hatte es doch tatsächlich mit links gemacht. Genauso wie kurz darauf Hunt. Aber mit seinem starken Fuß hatte der Nationalspieler kein Glück (54.). Das galt für Pazzini noch ein bisschen mehr. Der flinke Sampdoria-Stürmer setzte die Kugel an den Pfosten (58.). Die 2 000 Genua-Fans schrien entsetzt auf. Sie sehnten sich nach einem Tor und einer guten Ausgangslage für das Rückspiel, um nach 18 Jahren wieder mit den Großen in Europa kicken zu dürfen.

Doch diesen Wunsch machte Stefano Lucchini erst einmal zunichte. Der bereits verwarnte Italiener hielt Sebastian Prödl nach einer Ecke fest: Dafür gab’s nicht nur Strafstoß, sondern auch Gelb-Rot vom guten Schiedsrichter Stephane Lannoy aus Frankreich. Kapitän Torsten Frings ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen – 2:0 (67.). Riesenjubel auf der Baustelle Weserstadion. Und es kam noch besser: Hackentrick von Almeida, abgefälschter Schuss von Pizarro – 3:0 (69.).

Alles war gut, vielleicht zu gut. Werder leistete sich eine Unaufmerksamkeit, die Pazzini bestrafte (90.). Die hervorragende Ausgangslage war nur noch eine gute. Die Fans feierten ihr Team trotzdem – nach dieser Leistung auch völlig zu Recht

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