Ex-Profi über „komisches Duell“

Cedrick Makiadi glaubt an Wolfsburger Sieg

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Cedric Makiadi spielte 48 Mal für Werder Bremen in der Bundesliga – genauso oft wie für den VfL Wolfsburg.

Bremen - Cedrick Makiadi ist zurück in Bremen, aber nicht bei Werder. Mit 32 Jahren hat er seine Karriere bereits beendet. Trotzdem rückt er fußballerisch in dieser Woche vor dem Bundesliga-Duell VfL Wolfsburg gegen Werder noch einmal in den Blickpunkt.

Schließlich hat er für beide Clubs gespielt und dem VfL 2006 mit einem Tor und einem Assist am letzten Spieltag beim 2:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern den Klassenerhalt gesichert. Auch jetzt ist wieder Abstiegskampf angesagt – und so ganz verstehen kann Makiadi das nicht. „Das ist ein komisches Duell. Beide Teams gehören mindestens ins Mittelfeld, der VfL sogar noch etwas höher – und jetzt kämpfen beide ums Überleben“, wundert sich der einstige Mittelfeldspieler und warnt zugleich: „Man darf sich nicht zu sehr auf seine Qualitäten verlassen, man muss sie auch abrufen, sonst kann das böse enden.“

Eine detaillierte Analyse seiner Ex-Vereine mag er nicht abgeben. Aus gutem Grund. „Meine Wochenenden gehören nicht mehr dem Fußball, sondern der Familie. Ich gucke nicht mehr so viel Fußball“, berichtet Makiadi und klingt dabei ziemlich zufrieden: „Man sieht das Leben mit anderen Augen. Es ist einfach schön, mit der Familie das Wochenende zu verbringen.“ Wegen der Familie hat er auch ein, zwei Jahre früher als geplant Schluss gemacht. Interessante Angebote hätte es im Sommer nur noch aus dem Ausland gegeben. Doch nach einem Jahr beim türkischen Erstligisten Rizespor stand für ihn fest: „Ich gehe nirgends mehr ohne meine Familie hin. Wir wollten den Kindern auch kein neues Land zumuten.“ Nicht einmal eine andere Stadt, deshalb blieben die Makiadis auch in Bremen, seiner letzten Profistation in Deutschland.

Makiadi hofft auf ein Unentschieden zwischen seinen Ex-Clubs

2013 war er vom SC Freiburg an die Weser gewechselt. Als Wunschspieler des neuen Trainers Robin Dutt. Doch der Ex-Nationalspieler der Demokratischen Republik Kongo stand schon früh in der Kritik und nach dem Trainerwechsel zu Viktor Skripnik ein Jahr später sogar auf dem Abstellgleis. „Ich habe in Bremen nicht die Leistung abrufen können, die mich in Freiburg ausgezeichnet hat“, gibt sich Makiadi durchaus selbstkritisch. Wenngleich er sich nicht alleinverantwortlich dafür fühlt, „doch es bringt jetzt nichts mehr, in die Vergangenheit zu schauen“.

Also blickt er nach insgesamt 225 Bundesligaspielen (davon 48 für Werder) lieber nach vorne. „Ich bin unternehmerisch aktiv – in verschiedenen Branchen. Aber das ist alles noch im Anfangsstadium“, sagt er und bittet um Verständnis, dass er noch nicht mehr erzählen will. Nebenbei spielt er noch ein bisschen Tennis. Und vielleicht auch schon bald wieder Fußball. „Ein Freundschaftsdienst“, erklärt Makiadi. Ein Kumpel aus Wolfsburger Zeiten, immerhin war Makiadi sechs Jahre dort, hat ihn um Hilfe gebeten, im Notfall für einen Amateurclub in Gifhorn aufzulaufen. „Ich weiß nicht mal, in welcher Liga die spielen. Aber Fußballschuhe habe ich noch. Das wird ein Spaß.“

Spaß werden am Freitag auch seine achtjährige Tochter und sein vierjähriger Sohn haben. „Das ist immer ihr Fernsehabend“, berichtet Makiadi: „Da kann ich höchstens auf dem Tablet ein bisschen das Spiel schauen.“ Das Hinspiel seiner Ex-Clubs hat er ausnahmsweise mal live im Weserstadion erlebt. „Ein 2:1 für Werder und Theo hat das Siegtor gemacht“, erinnert sich Makiadi noch gut an den späten Treffer von Gebre Selassie. Mit dem Tschechen und Zlatko Junuzovic habe er sich damals am besten verstanden. Doch der Kontakt ist abgerissen. „Wir haben jetzt ganz andere Leben. Und ich weiß doch, dass man in so einer Phase als Profi lieber sein Ruhe hat.“ Vielleicht hat er auch nur ein bisschen Angst, ihnen seinen Tipp direkt zu sagen. „Ganz ehrlich, ich hoffe auf ein Unentschieden“, sagt Makiadi: „Aber ich denke, der VfL wird gewinnen.“
kni

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