Skripnik nimmt Wolf raus – aber nicht nur den

Casteels spielt auch in Paderborn

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Werder-Keeper Koen Casteels hielt seinen Kasten gestern sauber.

Bremen - Viktor Skripnik hatte im Vorfeld so einiges getan, damit es etwas wird mit einem Sieg im Nordderby gegen den HSV. Das Medien-Redeverbot für seine Profis. Dazu viele Einzelgespräche, um die Sinne wieder zu schärfen, zwei Mal Geheimtraining – und auch noch spezielle Filme über vergangene Derbys für die Neu-Werderaner.

Doch dabei beließ es der Trainer nicht. Er wechselte auch das Personal aus, auf gleich fünf (!) Positionen im Vergleich zum 2:3 in Stuttgart.

Die dickste Überraschung: Stammkeeper Raphael Wolf saß nur auf der Bank, stattdessen spielte Koen Casteels – erstmals für Werder in der Bundesliga. Eine weitere Premiere: Innenverteidiger Sebastian Prödl rückte auf die linke Abwehrseite und ersetzte Janek Sternberg. Im Sturm durfte Davie Selke für den verletzten Fin Bartels wieder von Beginn an ran. Und dann gab es noch zwei Rückkehrer: Alejandro Galvez und Özkan Yildirim, der lange verletzt war und zuletzt vor 15 Monaten in der Bundesliga gespielt hatte. „Viktor hat viel Mut bewiesen und es grandios gemacht. Wenn er von etwas total überzeugt ist, wagt er es auch – das ist eine seiner großen Stärken“, lobte Sportchef Thomas Eichin den Coach.

„Wir waren alle unzufrieden und mussten reagieren“, erklärte Skripnik die Flut an Wechseln. Zwei davon verwunderten allerdings sehr. Noch am Donnerstag hatte Skripnik auf der Pressekonferenz angekündigt, dass die beiden Ex-Hamburger Wolf und Sternberg spielen werden – gestern saßen sie draußen. „Ich hatte drei ruhige Tage, keiner hat mehr nachgefragt, ich habe nichts mehr darüber gelesen“, erklärte Skripnik seine Falschaussagen.

Werder siegt im Nordderby gegen den HSV

Bei den Torhütern sei es „ein Bauchgefühl“ gewesen, meinte der Ukrainer. Casteels habe sehr gut trainiert, meinte Skripnik. Richtig auszeichnen konnte sich Casteels, der nach dem Abschlusstraining von seiner Nominierung erfahren hatte, im Nordderby dann aber nicht. „Ich hatte wenig zu tun“, resümierte der Belgier, „aber das ist für einen Torwart auch nicht einfach.“ Letztlich sei er „glücklich. Lieber ein 1:0 als ein 1:2 mit ein paar Paraden von mir“, sagte Casteels, der sich schon auf einen weiteren Einsatz am Sonntag in Paderborn freuen kann. Skripnik sagte gestern: „Wir haben zu null gespielt, er hat keinen Fehler gemacht – Koen wird spielen.“

Ob das auch für Prödl gilt, bleibt abzuwarten. Weil er „einen erfahrenen Mann“ auf der linken Abwehrseite haben wollte, stellte Skripnik dort den 27-jährigen Österreicher auf. Prödl selbst „musste erst schmunzeln“, als er davon erfuhr: „Aber dann habe ich mich damit beschäftigt.“ Mit seiner „absoluten Premiere“ auf ungewohnter Position war der Vizekapitän insgesamt zufrieden: „Nach vorne hätte es besser sein können, aber hinten habe ich meinen Mann gestanden. Sagen wir mal so: Der Plan ist aufgegangen.“ Eine Dauerlösung als Außen- statt Innenverteidiger will Prödl aber nicht sein: „David Alaba muss sich keine Sorgen machen, dass ich in der Nationalmannschaft ein Konkurrent für ihn werde.“

mr/kni

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