Bundespolizei und Bahn verbünden sich gegen Fußballrandalierer

Hannover - Nach massiven Ausschreitungen von Fußballfans am vergangenen Samstag in Hannover will die Bundespolizei im Norden härter gegen Randalierer vorgehen. Das teilten Polizeidirektor Peter Jördening aus Hannover und sein Bremer Kollege Polizeioberrat Axel Treczokat am Freitag mit.

Nur mit einem Schulterschluss von Polizei, Bahnunternehmen, Vereinen und Fanorganisationen sei es möglich, Aktionen von gewalttätigen Fans zu unterbinden. Hunderte Anhänger der Fußball-Bundesligisten Hannover 96 und SV Werder Bremen hatten sich vor dem Spiel Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Nach den Randalen am Hannoveraner Bahnhof hätten die Beamten 189 Strafanzeigen ausstellen müssen, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch. Für diese gewaltbereiten Fans „haben wir bei der Deutschen Bahn ein Beförderungsverbot beantragt und Werder Bremen gebeten, ihnen die Auswärtsdauerkarte zu entziehen, sollten sie eine haben“, sagte Jördening. Große Unterstützung bekommt der dabei von der Deutschen Bahn und der metronom Eisenbahngesellschaft. Beide Unternehmen müssten jährlich Schäden bis zu mehreren Millionen Euro nach Ausschreitungen beheben. „Das können und wollen wir nicht hinnehmen“, sagte Egbert Meyer-Lovis, Pressesprecher der Deutschen Bahn. Kosten für Reparaturen, Ausfallforderungen und zusätzliches Personal sollten künftig von Vereinen, Fans und Fanorganisationen getragen werden, nicht vom Steuerzahler.

Vor dem Nordderby zwischen Bremen und dem Hamburger SV am Samstag zeigt sich Axel Treczokat selbstbewusst: „Wir haben ausreichend Kräfte auf allen Strecken“, sagte der Polizeioberrat. Erstmals schickt der HSV eigene Sicherheitsleute mit auf die Zugfahrt. Sollte es dennoch zu Problemen kommen, werde hart durchgegriffen. „Dann fährt der Zug nicht ab oder hält am nächsten Bahnsteig“, sagte Björn Pamperin, Pressesprecher der metronom Eisenbahngesellschaft. Wer Störungen verursacht, werde das Spiel nicht sehen.

Rubriklistenbild: © dpa

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