Werder will heute als Kollektiv überzeugen und in Hannover gewinnen

Tag der Bremer Einheit?

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Gute Laune beim Abschlusstraining – und das soll so bleiben: Die Werder-Trainer Florian Kohfeldt, Torsten Frings und Viktor Skripnik (von links) wollen auch heute nach dem Hannover-Spiel etwas zu lachen haben.

Bremen - Von Malte Rehnert. Am 25. Tag der Deutschen Einheit will Werder heute Nachmittag (15.30 Uhr) endlich wieder eine Bremer Einheit sein und den insgesamt 29. Bundesliga-Sieg gegen Nordrivale Hannover 96 einfahren. Doch nicht nur das: Die Profis wollen ihre Fans, die bei den drei Niederlagen gegen Ingolstadt (0:1), Darmstadt (1:2) und Leverkusen (0:3) zuletzt arg gelitten haben und nur einen eigenen Treffer bejubeln durften, ein bisschen für die dürftigen Leistungen der vergangenen Wochen entschädigen.

„Die Leute in Bremen geben uns so viel Unterstützung, hier dreht sich alles um Werder. Die Stadt ist in den Verein verliebt. Das ist Motivation für uns, immer Gas zu geben“, sagt Stürmer Anthony Ujah. 6 000 Werder-Fans werden heute in der Hannoveraner Arena mitfiebern, die Bremer haben damit ihr Kartenkontingent ausgeschöpft. Gästekassen werden nicht geöffnet sein. Gala-Fußball dürfen die 49 000 Fans im bereits nahezu ausverkauften Stadion aber eher nicht erwarten.

Schlusslicht Hannover hat zwar durch das 1:1 in Wolfsburg „Selbstvertrauen getankt“, wie Ujah vermutet – allerdings haben die noch sieglosen Niedersachsen (zwei Punkte) in den Partien zuvor ihre Erstliga-Tauglichkeit weitgehend vermissen lassen. Bei Werder wächst nach ordentlichem Start (sieben Punkte) durch die Misserfolge die Unsicherheit. Der aktuell Tabellen-13. will unbedingt verhindern, durch eine erneute Niederlage wieder früh unten reinzurutschen – wie im vergangenen Jahr. Trainer Viktor Skripnik hat auf den Abwärtstrend und „die verlorene Leichtigkeit“ unter anderem mit einer Extra-Laufeinheit reagiert, die auch der Stärkung des Zusammenhalts dienen sollte.

Sein Trainerteam und er hätten zudem „Analysen gemacht und Einzelgespräche geführt“, um die Mannschaft auf Kurs zu bringen. Was es gebracht hat, wird sich heute zeigen. Skripnik verlangt von seinem Team, dass es „clever“ ist, „die richtigen Entscheidungen“ trifft und „die guten Sachen“ aus den Partien vor der Pleitenserie wieder zeigt. Wenn Werder 100 Prozent abrufe, meint der Coach „können wir jeden schlagen“. Es werde aber „sicher kein Spaziergang“ in Hannover, „denn jeder weiß, wie schwierig es gegen Teams ist, die so unter Druck stehen.“ Dass Hannover sich auf diese wichtige Partie erneut in ein Kurztrainingslager zurückgezogen und im ehemaligen Kloster in Harsewinkel vorbereitet hat, findet Skripnik „legitim“. Es interessiert ihn aber nicht sonderlich: „Jeder hat sein eigenes Bier, wir bleiben bei unserem.“

Sein „Bier“ war und ist es auch, die beste Formation für das kleine Nordderby zu finden. In den vergangenen Tagen hat Skripnik einige personelle Varianten getestet. Auffällig: Alejandro Galvez durfte Mittwoch und Donnerstag in den Trainingsspielen neben Jannik Vestergaard in der Abwehrzentrale ran. Gut möglich, dass Assani Lukimya weichen muss und Galvez erstmals in dieser Saison in der Innenverteidigung beginnt. Er sei „hochzufrieden“ mit dem Spanier, betont Skripnik. Im Angriff hat der Bremer Coach eine Alternative weniger. US-Isländer Aron Johannsson plagt sich noch immer mit Adduktorenproblemen herum, verpasste gestern auch das Abschlusstraining und wird heute nicht im Kader sein.

Neben Anthony Ujah könnte (wie gegen Leverkusen) Claudio Pizarro stürmen, der heute seinen 37. Geburtstag feiert. Oder auch Fin Bartels, der nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder mitmischen darf. Nicht dabei ist zudem Mittelfeldmann Felix Kroos, der zwar beim Abschlusstraining gestern noch auf dem Platz stand – anschließend aber wegen Oberschenkelproblemen abwinken musste. Denkbar, dass nun eines der mitgereisten Mittelfeld-Talente (Lukas Fröde oder Florian Grillitsch) eine Bewährungschance erhält. Oder Ulisses Garcia („Ich bin top-motiviert“) kehrt nach überstandenem Zehenbruch direkt in die Startelf zurück.

Der Werder-Kader für Hannover: Wiedwald, Zetterer - Gebre Selassie, Vestergaard, Galvez, Lukimya, S. Garcia, U. Garcia, Fröde, Grillitsch, Sternberg, Fritz, Junuzovic, Eggestein Öztunali, Bartels, Ujah, Pizarro.

Es fehlen: Bargfrede (Rotsperre), Johannsson (Adduktorenprobleme), Kroos (Oberschenkelprobleme), Wolf (Hüftverletzung), Yildirim (Knieprobleme), Aycicek, Hüsing, von Haacke, Lorenzen, Busch, Zander, Hilßner (alle U 23), Pavlovic (nicht berücksichtigt).

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