Werders Rekordschütze freut sich über „einen ganz besonderen Treffer“

Bode warnt Pizarro: „Zehn Tore noch, aber dann...“

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Tor Nummer 90 für Werder: Claudio Pizarro (Bild) nimmt den Ball nach Santiago Garcias mustergültiger Linksflanke volley und vollstreckt gekonnt mit rechts zum 1:0 in Augsburg.

Bremen - Das Gespräch beginnt mit einer klaren Ansage. „Zehn Tore darf er noch machen, aber dann wird er sofort gewinnbringend verkauft“, sagt Marco Bode, lacht und freut sich über seinen kleinen Spaß.

Werders Rekordschütze hatte damit gerechnet, dass er nach dem ersten Saisontor von Claudio Pizarro beim 2:1-Sieg in Augsburg gleich angerufen wird. Schließlich ist seine Bestmarke in Gefahr. 101 Bundesliga-Tore hat der heutige Aufsichtsratschef für seinen SV Werder erzielt, bei Pizarro sind es nun 90 Treffer für Grün-Weiß – und 177 insgesamt (87 für den FC Bayern).

Damals noch Seite an Seite: Marco Bode (l.) und Claudio Pizarro jubeln 2001 gemeinsam für Werder.

„Es freut mich sehr für Claudio, dass es jetzt geklappt hat“, sagt Bode am Tag nach der Pizarro-Premiere: „Claudio hat doch auch gemerkt, dass der Druck größer wird.“ Zwei Monate nach der Last-Minute-Verpflichtung des Peruaners waren Zweifel aufgekommen, ob der 37-Jährige noch Bundesliga-tauglich ist. Eine Vorlage gleich zu Beginn seiner dritten Werder-Ära zum vorentscheidenden 2:1 gegen Hoffenheim – mehr gab es von Pizarro nicht zu sehen. Er war auf dem besten Weg vom vermeintlichen Topstürmer zum Maskottchen und wurde fast nur noch darauf reduziert, dass er außerhalb des Platzes mit seiner Erfahrung ganz wichtig für die Mannschaft sei. „Das hat ihn doch selbst genervt“, weiß Bode, der früher selbst noch mit Pizarro zusammengespielt hat: „Egal, wie alt du bist und was du erreicht hast: Als Mittelstürmer willst du einfach Tore schießen.“

Und darauf hatte Pizarro in der Bundesliga ziemlich lange warten müssen, fast genau eineinhalb Jahre. Es war dann auch nicht irgendein Treffer, sondern ein „Weltklasse-Tor“, wie Sky-Experte Lothar Matthäus die feine Direktabnahme nach perfekter Vorarbeit von Santiago Garcia lobte. Für Bode ein wichtiger Faktor: „Es ist wunderbar für Claudio, dass er so einen ganz besonderen Treffer geschossen hat. Jeder hat gesehen, was er noch für Qualitäten hat.“

Das bringt Respekt – beim Gegner, aber auch bei den Teamkollegen. Die bewundern den sechsfachen Deutschen Meister nun nicht nur wegen seiner Vergangenheit, sondern auch wegen seiner Gegenwart. „Wir hatten doch alle die Hoffnung, dass Claudio nicht viele Chancen braucht und wichtige Tore für uns macht“, sagt Bode. Und natürlich gönnt er ihm jedes weitere. Sein Rekord ist dem 46-Jährigen egal, es geht um Werder. Da wünscht sich Bode eine sichere Zukunft ohne Abstiegskampf. „Es ist noch nicht alles gut“, mahnt er: „Wir müssen weiter hart arbeiten und bis Weihnachten möglichst so viele Punkte holen, um ins gesicherte Mittelfeld zu kommen.“

Sein Vertrauen in das Trainerteam um Viktor Skripnik und die Mannschaft ist dabei sehr groß. „Mir hat die Art und Weise gefallen, wie wir gespielt haben. Wir haben hinten gut gestanden, aber auch blitzschnell nach vorne gespielt“, lobt Bode: „Die Situation war nicht einfach für die Mannschaft. Aber sie strahlt schon seit einigen Wochen aus, dass sie nicht wackelt. Das gefällt mir, das ist ganz wichtig.“

Genauso wie die wiederentdeckte Treffsicherheit von Pizarro, der nun mit 37 Jahren und 36 Tagen der drittälteste Werder-Torschütze der Vereinsgeschichte nach Mirko Votava (40 Jahre/12 Tage) und Manfred Burgsmüller (39/226) ist. Teamkollege Jannik Vestergaard glaubt fest daran, „dass er noch viele Tore für uns schießen wird“. Elf fehlen Pizarro noch, dann hat er Bode eingeholt. Und die Saison ist noch ziemlich lang...

kni

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