Werder verliert auch in Wolfsburg - in der Liga weiter sieglos

Die Tür bleibt dicht

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Werder verliert auch in Wolfsburg

Bremen – Von Michael Baltes. Die Misere bei Werder Bremen hält an. Auch im sechsten Bundesligaspiel konnte das Team von Trainer Robin Dutt nicht gewinnen. Statt dem erhofften „Türöffner“ setze es in Wolfsburg die dritte Pleite in Serie – der schlechteste Saisonstart seit 44 Jahren ist perfekt.

Die Gesichter der Bremer Profis sprachen Bände: Noch sichtlich angefressen ob der Niederlage in Wolfsburg begaben sich die Kicker von der Weser am Sonntagvormittag zum obligatorischen Auslaufen. Wieder einmal hatte sich Werder geschlagen geben müssen, wieder einmal war der ersehnte erste Saisonsieg in der Liga ausgeblieben. Dabei hatte sich das Dutt-Team für die Partie gegen die „Wölfe“ so viel vorgenommen. „Wir müssen genauso ins Spiel gehen wie gegen Schalke, kaum Chancen zulassen und selbst welche herausspielen“, hatte Dutt die Marschroute ausgegeben. Die Partie in der Autostadt sollte zum „Türöffner in die Saison“ (Dutt) werden. Funktioniert hat das nicht. Im Gegenteil.

„Wir sind erneut an unserem schlechten Abwehrverhalten gescheitert“, fasste es Dutt nach der 1:2-Niederlage zusammen, um anzufügen, „wir zahlen unglaublich viel Lehrgeld“. Er nahm den jungen Marnon Busch dabei aber ausdrücklich in Schutz. Der 19-Jährige, der kurioserweise auch den zwischenzeitlichen Ausgleich (37. Minute) schoss, leitete durch einen unglücklichen Pressschlag das Tor von Ricardo Rodriguez (15.) ein und ließ beim zweiten VfL-Treffer Ivica Olic (56.) entwischen. Die Pleite allerdings allein am Abwehrverhalten und gezahltem Lehrgeld festzumachen, ist zu wenig. Viel mehr fehlte es den Bremern im Spielaufbau, im Mittelfeld und im Angriff an der nötigen Kreativität und Durchschlagskraft.

Während der 90 Minuten brachten die Grün-Weißen gerade einmal drei Schüsse auf das Tor der Gastgeber (Wolfsburg acht). Außer dem Tor von Busch, das völlig aus dem Nichts fiel, gab es fast keine gefährliche Szene im Wolfsburger Strafraum, für die Werder selber verantwortlich war - abgesehen von einem harmlosen Drehschuss von Nils Petersen und einer Situation,  in der Franco Di Santo im Strafraum fair vom Ball getrennt wurde.

"Müssen jetzt ruhig bleiben"

Nur ein missglückter Befreiungsschlag von VfL-Keeper Diego Benaglio, der an den Kopf von Petersen schoss, sorgte ansonsten noch für wirkliche Gefahr. Auch in Sachen Ballbesitz und Passquote sprechen die Zahlen für sich: Werders Passquote lag bei 64 Prozent bei einem Ballbesitz von 41 Prozent. Auf der Gegenseite fanden die Zuspiele der Wolfsburger deutlich häufiger einen Abnehmer in den eigenen Reihen (77 Prozent). Dabei benötigten die „Wölfe“ nicht einmal eine Glanzleistung, um den Platz als Sieger zu verlasen. „Sie haben uns heute ja nicht an die Wand gespielt“, befand Werders Sportchef Thomas Eichin. Gerade nach dem Bremer Ausgleich wirkte der VfL verunsichert, doch Werder konnte das nicht nutzen und nicht nachsetzen.

Werder verliert in Wolfsburg mit 1:2

In der Tabelle rutschten die Bremer nach der dritten Niederlage in Folge und mit weiterhin drei Punkten auf dem Konto auf den vorletzten Platz ab. Der schlechteste Saisonstart seit 44 Jahren ist damit perfekt. Eichin mahnt angesichts der prekären Situation:„Wir müssen uns jetzt abschotten, Rollläden runtermachen und dürfen uns von der Stimmung in den Medien nicht anstecken lassen. Wir brauchen eine kleine Wagenburg-Mentalität.“ Zugleich fordert er: „Wir müssen jetzt ruhig bleiben.“

Sollte am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen Freiburg allerdings wieder kein dreifacher Punktgewinn gelingen, dürfte es mit der Ruhe an der Weser endgültig vorbei sein.

Werder-Einzelkritik

Mit Material von dpa - (Daten: Spiegel Online Fußball-App/opta)

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