Wechselt der Werder-Coach auf drei Positionen?

So bekämpft Nouri die vermeintlichen Schwachstellen im Team

Setzt Alexander Nouri (r.) wieder auf Aron Johannsson im Sturm?
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Setzt Alexander Nouri (r.) wieder auf Aron Johannsson im Sturm?

Bremen - Von Björn Knips und Malte Rehnert. Zur Aufstellung wollte Werder-Trainer Alexander Nouri vor dem Spiel gegen den SC Freiburg nichts verraten. Spannend wird es aber auf drei Positionen.

Der Informationsfluss bei Pressekonferenzen eines Bundesligisten ähnelt schon lange meist nur einem Rinnsal – und das besteht dann gerne aus bekannten Floskeln. Bei Alexander Nouri wurde es nun sogar staubtrocken, denn der Werder-Coach wollte vor dem Heimspiel am Samstag gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr) keinen Tropfen aus seinem Gedankenmeer vergießen. Offenbar ist ihm das zu gefährlich.

Also muss spekuliert werden. Vor allem beim wichtigsten Thema vor der Partie gegen die Breisgauer. Diesem Knackspiel, nach dem Werder weiß, ob die Zukunft weiterhin nur Abstiegskampf heißt. Wagt Nouri den Kampf gegen die vermeintlichen Schwachstellen mit Personalwechseln oder setzt er auf bewährte Kräfte? Natürlich kann ein Coach diese Frage zwei Tage vor einem Spiel nicht direkt und vor allem nicht mit Namen beantworten. Aber er kann auf die angesprochenen Wackelkandidaten eingehen, er darf sie gerne auch ein bisschen bewerten. Oder er kann die Herausforderer besonders loben und sie stark reden. Nouri machte nichts von dem, er flüchtete sich in die Unverbindlichkeit, und nicht in irgendeine, sondern in die totale Unverbindlichkeit.

„Wir werden sehen, was wir machen werden“, lautete dabei ein Satz. „Wir laden jeden Spieler herzlich ein, sich in der Trainingswoche anzubieten“, ein anderer. Direkt angesprochen auf eine mögliche Verschnaufpause für Ousman Manneh, der in Leipzig mit seinen gerade einmal 19 Jahren und den ersten harten Bundesliga-Wochen in den Knochen etwas überfordert wirkte, wich der Coach aus: „Er betreibt unheimlich viel Aufwand. Wir müssen Geduld mit ihm haben. In Leipzig hatte er einen schweren Stand, das lag auch an der hohen Qualität auf der anderen Seite.“

Stürmt Johannsson für Manneh?

Freiburg hat natürlich auch eine hohe Qualität, das gilt für jeden Bundesligisten – zumindest wird so etwas im Vorfeld eines Spiels von Trainern stets betont. Auch von Nouri. Mit Worten wie „viel Leidenschaft, große Identifikation, hohe Laufbereitschaft, kompaktes Auftreten und gutes Umschaltspiel“ beschrieb der Werder-Trainer den Gast. Da müsse sein Team wieder alles aufbieten, um zu bestehen.

Also keine Pause für Manneh? Oder vielleicht doch eine Chance für Aron Johannsson? Bei der zweiten Frage gab es vom Trainer als Antwort erst einmal weitere Namen wie Lennart Thy und Johannes Eggestein, die wie Johannsson „im Training Argumente liefern können und auch liefern“. Überzeugende Argumente? „Wir sind total offen und Fans der Spieler, die hart trainieren“, probierte es Nouri erst mit einem Ausweichmanöver – und sagte schließlich doch noch: „Die Spieler ziehen gut mit, sie trainieren gut. Wir sind zufrieden.“

Was das für den Samstag bedeutet, blieb offen. Es ist allerdings für den Coach auch ein heikles Thema. Manneh ist mit seiner aggressiven und laufintensiven Art einmalig im Kader und sehr wichtig für Nouris Fußball. Zumindest für den Fußball, den der Coach bislang sehen wollte. Mit einem Johannsson würde sich das Spiel ändern, der 25-Jährige kommt mehr über das Spielerische, mit ihm kann auch mal kombiniert werden.

Gebre Selassie oder Bauer - Hajrovic oder Bartels?

Und was wäre mit einer Doppelspitze? „Wir wollten Stabilität in den Abläufen“, erklärte Nouri zunächst noch einmal das bisherige Festhalten am Ein-Mann-Sturm: „Aber ich will nichts ausschließen. Alles hat Vor- und Nachteile.“ Ohnehin sei es viel wichtiger „Grundprinzipien zu definieren“, die unabhängig vom System seien.

Zum Bremer Grundprinzip gehört seit Jahren, dass Theodor Gebre Selassie rechts verteidigt. Doch der Tscheche schwächelt mal wieder – und hat anders als in der Vergangenheit echte Konkurrenz auf seiner Seite: Robert Bauer. Und noch einer aus der Leipzig-Startelf muss um seinen Platz zittern: Izet Hajrovic. Der Wiederentdeckung von Nouri fehlt einfach die Konstanz im Spiel, der Druck von Fin Bartels wird immer größer. Als Nouri diese Situation beurteilen sollte, saß Bartels direkt neben ihm und hörte ziemlich Unverbindliches: „Fin war in der Vergangenheit ein wichtiger Spieler und wird das auch in der Zukunft sein. Er wird auch mal wieder die Möglichkeit haben, von Beginn an alles für uns zu geben.“

Wann das sein wird, sagte Nouri natürlich nicht. Er hatte eine andere, ziemlich bekannte Botschaft zu verkünden. „Wir wollen als Team auftreten“, betonte der 37-Jährige und fügte einen Satz an, der perfekt zu dieser Pressekonferenz passte: „Wir müssen von Spiel zu Spiel gucken, auch wenn es eine Floskel ist.“

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