Werder-Neuzugang

Erstaunen und Kopfschütteln in Schweden: „Beijmo wird es schwer haben“

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Werder-Neuzugang Felix Beijmo.

Erstaunen in Schweden: Die Meldung, dass Werder den jungen Rechtsverteidiger Felix Beijmo verpflichtet hat, löst große Verwunderung bei Fans und Experten im skandinavischen Land aus.

Zwar hat der 20-Jährige eine gute Saison bei Djurgardens IF gespielt und sich enorm weiterentwickelt, doch der Transfer in die Bundesliga wird mit einigen Fragezeichen versehen.

„Es ist sehr fraglich, ob es bei Beijmo bereits für die höchste deutsche Spielklasse reicht“, meldet Torbjörn Westlin erhebliche Zweifel an. Der langjährige Korrespondent des "kicker" gilt als einer der ausgewiesenen Fachleute des schwedischen Fußballs. Westlin liegt mit seiner Aussage auf einer Linie mit Manfred Münchrath, dem Auslandschef des Sportmagazins, der ein Freund des schwedischen Fußballs ist, die Landessprache beherrscht und die Liga intensiv verfolgt.

„Liga in Schweden allenfalls drittklassig“

Münchrath kann sich ein fundiertes Urteil bilden, und das lautet wie folgt: „Der Junge wird es schwer haben, sich in der Bundesliga durchzusetzen.“ Als Beispiel erwähnt der kicker-Redakteur die Geschichte von Jolian Hamad, eines Stürmers, der als Talent galt und 2014 nach Hoffenheim wechselte. Der Torjäger schaffte den Durchbruch nicht, wurde zwischenzeitlich nach Lüttich ausgeliehen, brachte es in drei Jahren auf gerade mal 15 Bundesliga-Einsätze und erzielte einen Treffer. 2017 ging er zurück nach Schweden, wo er für Hammarby nun Tore am Fließband produziert. Für Münchrath ein Beleg dafür, „dass die Liga in Schweden allenfalls drittklassig ist.“

Jolian Hamad kam 2014 zur TSG Hoffenheim, schaffte nie den Durchbruch und spielt mittlerweile wieder in Schweden bei Hammarby IF.

Von daher ist Beijmo anders zu bewerten als sein Landsmann Ludwig Augustinsson, der bei Werder auf Anhieb den Sprung zum Stammspieler geschafft hat. Der Linksverteidiger hatte den Vorteil, dass er in Dänemark beim FC Kopenhagen gespielt und dort eine bessere Weiterbildung erfahren hat - sprich: Augustinsson kam mit besseren Startbedingungen als sie der blutjunge Werder-Neuzugang besitzt.

Beijmo liebt das Offensivspiel

Bescheinigt wird Beijmo eine gute physische Grundlage. „Er ist groß und kräftig, vor allem sehr schnell auf den Beinen“, sagt Westlin über den „besten Rechtsverteidiger der Liga“. Diese körperliche Robustheit paart sich mit einer soliden Zweikampfstärke und einem gesunden Maß an Härte in den Duellen Mann gegen Mann. Laut Schweden-Fachmann Westlin liebt der Stockholmer das Offensivspiel, hat indes Nachholbedarf, was Präzision und Gefährlichkeit beim Flanken betrifft.

Ludwig Augustinsson kam 2017 zu Werder und hat sich auf der linken Abwehrseite unverzichtbar gemacht.

Es fällt auf, dass der Junioren-Nationalspieler zuletzt nicht mehr in den Kader des schwedischen Nachwuchsteams berufen wurde. „Sehr überraschend“, sagt Westlin, „in Schweden versteht dies niemand.“ Unverständnis auch über die Transfersumme, die im Raum steht. Drei Millionen Euro für den Lehrling, der an der Weser als Backup für Theodor Gebre Selassie eingeplant ist und laut "transfermartkt.de" einen Marktwert von rund 600.000 Euro hat, seien eine stolze Summe, sagen sie ihn Schweden, selbst in Zeiten der inflationären Ablösesummen. So gesellt sich bei den Experten zu der Verwunderung auch noch ein sichtbares Kopfschütteln.

(Von Hans-Günter Klemm)

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Quelle: DeichStube

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