Viele Chancen, aber nur 1:1

Die Bremer Serientöter: Diesmal freut sich Fürth

+
Kevin de Bruyne hatte einen schweren Stand.

Fürth - Aus Fürth berichtet Malte Rehnert. Klaus Allofs drehte den Spieß in der Interviewzone der Fürther Trolli-Arena einfach mal um und fragte die Journalisten bissig: „Gibt es noch irgendwelche Serien, die wir brechen können?“

Der Werder-Boss war genervt. Nachdem die Bremer vor drei Wochen schon dem FC Augsburg den ersten Saisonsieg geschenkt hatten, bescherten sie gestern Aufsteiger Greuther Fürth am neunten Spieltag das erste Heimtor und den ersten Heimpunkt im Fußball-Oberhaus. Immerhin war es kein neuerlicher Augsburg-Alptraum. Denn Werder spielte wesentlich besser und hätte aufgrund der zahlreichen Chancen und der besseren Spielanlage mehr als ein 1:1 (1:1) verdient gehabt. Allerdings offenbarten viele Phasen der Partie auch: Werder ist in dieser Saison insgesamt nur Mittelmaß.

Bilder zum Spiel

Greuther Fürth gegen den SV Werder Bremen

„Wenn man nach oben will, dann muss man solche Spiele gewinnen“, schimpfte Stürmer Nils Petersen und wollte vom internationalen Geschäft nichts mehr hören. So lange es Werder nicht schafft, einem Sieg einen weiteren folgen zu lassen, wird das nämlich nichts. Und so eine gute Gelegenheit wie gestern, der 4:0-Gala gegen Mönchengladbach einen weiteren Dreier folgen zu lassen, wird es so schnell nicht wieder geben. „Man kriegt nicht so oft so viele Torchancen wie hier. Deswegen ärgere ich mich auch so und bin unzufrieden“, zischte Allofs.

Die erste Unzufriedenheit aus Bremer Sicht hatte es bereits nach acht Minuten gegeben, als Edu Fürther Vereinsgeschichte schrieb. „Da haben wir es dem Gegner wieder viel zu leicht gemacht, die Fürther müssen nicht einmal genial spielen“, zürnte Allofs. Sokratis hatte Gerald Asamoah nicht hart genug bedrängt, Theodor Gebre Selassie seinen Gegenspieler Zoltan Stieber vergessen und Edu dann aus kurzer Distanz leichtes Spiel, weil er Sokratis und Lukas Schmitz entwischt war. Wieder ein früher Rückstand – wie schon in Augsburg. Davor hatte Allofs ausdrücklich gewarnt. Doch die Bremer waren trotzdem zu schläfrig auf den Platz gekommen, wirkten völlig überrascht vom Schneefall und den aufopferungsvoll kämpfenden Gastgebern.

Doch Fürth hatte überpowert, zog sich nach dem 1:0 ein wenig zurück und zeigte sich mehr und mehr von der immer größer werdenden Spielfreude von Aaron Hunt und Co. beeindruckt. Marko Arnautovic 22.), Kevin De Bruyne (24.), Petersen (28.), noch mal Arnautovic (29.), Zlatko Junuzovic (31.) und Gebre Selassie (33.) – sie scheiterten alle nur knapp. Erst kurz vor der Pause brach der Bann – und wie! Doppelpass Arnautovic/Junuzovic, scharfe Hereingabe, und direkt vor dem Tor hält Petersen seinen Kopf hin. Ein super Tor! Der hochverdiente Ausgleich.

Nach der Pause wollte Werder mehr – und Petersen hätte es besorgen müssen. Erst ließ er sich von Stephan Fürstner nach einem feinen Konter blocken (57.), zwei Minuten später schoss er Fürths Keeper Max Grün ab. Genauso wie im Nachsetzen auch Arnautovic. „Natürlich ärgert mich das“, meinte Arnautovic: „Heute hat uns auch das Glück gefehlt.“

Einerseits stimmt das, andererseits aber auch nicht. Denn hinten hatte Werder Dusel, dass aus dem Fast-Sieg nicht noch eine Niederlage wurde. Denn nach der Attacke von Keeper Sebastian Mielitz im Strafraum gegen Edgar Prib hätte es in der 66. Minute Elfmeter geben müssen. Doch die Pfeife von Schiedsrichter Tobias Stieler – übrigens ein Hamburger – blieb stumm. Sehr zum Leidwesen von Fürth-Coach Mike Büskens, der sich nach Ansicht der TV-Bilder festlegte: „Klarer Elfmeter, er rutscht ihm in die Knochen.“

Und Fürth hatte noch ein dickes Ding. Nach einer Stieber-Flanke stand plötzlich Thomas Kleine völlig frei vor Mielitz, vergab diese Kopfball-Chance aber kläglich (68.), Und was machte Werder? Nicht mehr viel. Die Gäste wirkten müde, aber auch ein wenig ängstlich. „Wenn man schon nicht gewinnt, muss man wenigstens etwas mitnehmen. Das haben wir geschafft“, erklärte Arnautovic, warum sein Team am Ende zu großes Risiko scheute und sich mit dem Punkt fürs Mittelmaß – also Platz neun – begnügte.

Stimmen

Fürth-Trainer Mike Büskens: „Ich habe ein sehr leidenschaftliches Spiel von beiden Mannschaften bei schwierigen Bedingungen gesehen. Wir sind sehr, sehr froh darüber, dass wir nächste Woche nicht mehr hören müssen, dass wir zu Hause nicht punkten können und kein Stürmer trifft.“

Werder-Trainer Thomas Schaaf: „Leider machen wir immer noch Fehler, wie in der achten Minute, wo wir nicht am Mann dran sind. Dann muss man immer hinterherrennen, wir waren aber danach gut im Spiel. Direkt nach der Halbzeitpause haben wir unsere beste Phase gehabt.“

Statistik

SpVgg Greuther Fürth - Werder Bremen 1:1 (1:1)

Fürth: Grün - Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal - Fürstner (90. Sobiech), Prib - Sararer, Stieber - Asamoah (85. Azemi), Edu (61. Pekovic). - Trainer: Büskens

Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl (77. Lukimya), Sokratis, Schmitz - Junuzovic - De Bruyne, Hunt - Arnautovic (85. Bargfrede), Elia (78. Füllkrug) - Petersen. - Trainer: Schaaf

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Tore: 1:0 Edu (8.), 1:1 Petersen (44.)

Zuschauer: 18.000 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Fürstner (3), Prib (3), Azemi (2) - Gebre Selassie

30.000 Zuschauer bei Europas größter Reiterprozession

30.000 Zuschauer bei Europas größter Reiterprozession

"Können Sie das Fenster öffnen?" - 9 dumme Fragen von Fluggästen

"Können Sie das Fenster öffnen?" - 9 dumme Fragen von Fluggästen

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

„Hoya ist mobil“ 2017

„Hoya ist mobil“ 2017

Meistgelesene Artikel

Augustinsson kommt als Double-Sieger

Augustinsson kommt als Double-Sieger

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Luca Caldirola plus Mr. X

Luca Caldirola plus Mr. X

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Kommentare