Skripnik: Klassenerhalt „wird schwierig“

Mit Begeisterung und einem Kaltstarter in die Rückrunde

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Gut, dass er da ist: Neuzugang Papy Djilobodji (Bild) muss wegen den Ausfalls von Alejandro Galvez schon gegen den FC Schalke ran.

Bremen - Von Carsten Sander. Angst? Bei Werder Bremen ist dieses Gefühl vor dem Start in die Bundesliga-Rückrunde nicht zugelassen. „Jetzt ist noch nicht der Zeitpunkt, um Angst zu haben. Jetzt brauchen wir Begeisterung“, sagt Viktor Skripnik vor dem Spiel bei Schalke 04 (morgen, 17.30 Uhr), das für den Drittletzten der Hinrunde der erste Schritt auf einer Reise ins Ungewisse ist. Absteigen oder drinbleiben – für die Bremer wird es eine knallharte Halbserie, in der über das Schicksal des Vereins entschieden wird.

Millionen-Verluste, viele Arbeitsplätze, der Stolz einer Region, der Stolz eines Traditionsclubs – all das gilt es in den verbleibenden 17 Partien zu retten. „Nur noch Endspiele“, sieht Coach Skripnik auf sich und sein Team zukommen. Und es hilft ihm in der Aktualität herzlich wenig, dass der Abstiegskampf in der vergangenen Saison schon einmal mit Bravour gemeistert worden war. „Wir wollen es natürlich nochmal schaffen“, sagt Skripnik, „aber es wird schwierig.“

Aussagen wie diese lassen schon erahnen, dass die Zuversicht bei Skripnik nicht grenzenlos ist. Statt ein optimitisch-gelöstes Lachen in die Welt zu schicken, präsentiert der 46-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem Re-Start der Saison seine Sorgenfalten. Der Ukrainer weiß, dass es keine Garantie auf das Gelingen seiner zweiten Rettungsmission gibt, da will er auch niemandem etwas vormachen. Aber er kann versprechen, bei seinen Spielern alle Knöpfe zu drücken, um das Maximale aus seinen Spielern rauszuholen. Das geht mit einem Appell an die Ehre los. Skripnik: „Wir müssen Männer sein – und zwar nicht nur an einem Wochenende auf Schalke, sondern in den kommenden dreieinhalb Monaten.“

Was „Mann sein“ in diesem Fall bedeutet? Keinen Zweikampf, keinen Sprint verlieren zu wollen. Immer härter, bissiger und erfolgshungriger zu sein als der Gegner. So fordert es der Coach, so hat er es in den drei Wochen der Vorbereitung bei seinen Spielern gesehen. Sagt er jedenfalls: „Ich war begeistert, wie sie trainiert haben. Meine Männer brennen auf den Start.“

Werder-Geheimtraining im Weserstadion

Papy Djilobodji eingeschlossen. Der erst am Donnerstag verpflichtete Innenverteidiger aus dem Senegal wird schon morgen auf Schalke gebraucht. Grund: Alejandro Galvez hat sich im Training am Donnerstagnachmittag einen Bänderriss im rechten Fuß zugezogen. Das ergab eine Untersuchung gestern Nachmittag. Galvez wird nun mehrere Wochen ausfallen, und Djilobodji rutscht sofort in die Startelf. Skripnik ist das offenbar sogar ganz recht. Wegen seines starken linken Fußes schätzt er den 27-Jährigen ganz besonders. „Das macht uns im Spielaufbau flexibler, nach einem wie ihm haben wir lange gesucht“, sagt er: „Wir wollen ihn so schnell wie möglich nutzen. Wir haben ihn nicht geholt, um auf der Bank zu sitzen.“

Das Problem ist allerdings, dass der Senegalese einen absoluten Kaltstart hinlegen muss – nach nur drei Trainingseinheiten mit den neuen Kollegen und quasi ganz ohne Spielpraxis. Seinen letzten Pflichtspieleinsatz über 90 Minuten hatte er noch im Trikot des FC Nantes – es war am 23. Mai 2015.

Auf der Bank wird sich aber Laszlo Kleinheisler, die zweite Winter-Verpflichtung, zunächst wiederfinden. Zwar ist Skripnik von der Mentalität des Ungarn „fasziniert, aber er ist natürlich nicht topfit, seine Vorbereitung war nicht optimal.“

Pressekonferenz vor Schalke-Spiel

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