Werder begeistert gegen Augsburg und bleibt oben dran

Ein 4:0 in der Woche der Gänsehaut

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Werder Bremen bejubelt mit dem 4:0 gegen den FC Augsburg den höchsten Saisonsieg in der Bundesliga.

Bremen – Ein Wort kam immer wieder vor: Gänsehaut. Florian Kohfeldt benutzte es in fast schon inflationärer Häufigkeit, als er am Sonntagabend auf eine Woche zurückblickte, die als Woche des 120. Geburtstags von Werder Bremen begonnen hatte und – ja, sagen wir es ruhig – als Gänsehautwoche endete.

Der Pokalerfolg bei Borussia Dortmund? „Gänsehaut!“ Das Geburtstagskonzert am Donnerstag? „Gänsehaut!“ Und dann zum Abschluss das 4:0 (3:0) über den FC Augsburg – Gänsehaut in Dauerschleife mit Fanmarsch, Fan-Choreographie und dem höchsten Sieg der Saison.

„Heute bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft“, sagte Kohlfeldt anschließend und dankte den Fans für ihre Mühe und für den perfekten Rahmen des klaren Erfolgs. Der brachte zwar keine Verbesserung in der Tabelle, aber immerhin die Erkenntnis, dass Werder wieder zur Effektivität gefunden hat.

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Standardsituationen und Konterspiel funktionieren

Diese Effektivität war gerade in der ersten Halbzeit so brutal gewesen, dass Augsburgs Trainer Manuel Baum in der Pressekonferenz nach dem Spiel gar kein anderes Thema kannte. „Werder hatte bis zur Pause vier Chancen, und drei davon waren drin. Das ist sensationell für Bremen. Das ist aber echt heftig für uns“, sagte der Coach, an dessen Sichtweise tatsächlich nicht viel auszusetzen war. Denn keinesfalls hatte sich sein Team in der ersten Halbzeit besonders schlecht präsentiert, doch dreimal wurde es eben von Werder ausgespielt (beim 1:0), per Standard aufs Kreuz gelegt (beim 2:0) und ausgekontert (beim 3:0).

Zweimal Milot Rashica (5./28.) sowie Johannes Eggestein (27.) waren die Torschützen für die Platzherren, zu deren Stärken zuletzt weder Standardsituationen noch das Konterspiel gehörten. Doch am Sonntag funktionierte beides und vermengte sich zu einer eben noch nie dagewesenen Durchschlagskraft und Kaltschnäuzigkeit. Keine Spur mehr vom Chancenwucher, der noch das Ende der Hin- und den Start der Rückrunde geprägt hatte.

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„Wir haben Augsburg ja nicht an die Wand gespielt. Aber wir haben genau gewusst, was wir wollten. Das ist schon ein Stück weit eine Entwicklung. Wir haben das auch ganz viel trainiert“, meinte Kohfeldt, schränkte jedoch auch ein, „dass es nächste Woche schon wieder ganz anders sein kann. Wer die Chancenverwertung von heute als Automatismus sieht, hat schon den ersten Fehler gemacht.“

Und wer das 4:0 als Zeichen totaler Bremer Überlegenheit sieht, macht ebenfalls nicht alles richtig. Der FCA hatte ebenfalls große Chancen, hätte unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff durch Michael Gregoritsch (41.) und Alfred Finnbogason (43.) verkürzen können. Beide Male rettete Schlussmann Jiri Pavlenka und verhinderte damit den Bruch im Bremer Spiel.

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Kohfeldt: „Wir spielen bis hierhin eine Top-Saison“

Mit dem 3:0 im Rücken zeigte der Tabellenzehnte im zweiten Spielabschnitt, was Kohfeldt so oft sehen wollte, aber nur selten zu sehen bekam: Abgeklärtheit. „Diese zweite Halbzeit war die cleverste, die ich von meiner Mannschaft bisher gesehen habe“, schwärmte der 36-Jährige. Werder ließ nichts mehr zu, Werder verwaltete das Spiel und kam durch Kevin Möhwald zum 4:0 (83.). Zu dem Zeitpunkt war das Weserstadion schon längst eine einzige Feierbude. Am Himmel über der Weser explodierte sogar ein Feuerwerk, doch das war nicht vom Verein bestellt worden. Da hatte sich ein Fan offenbar nicht lumpen lassen.

Es passte aber zum Tag, zur Woche, zu all dem, was passiert war. Und Kohfeldt addierte den Einzug ins Pokal-Viertelfinale plus die Tatsache, dass Werder wieder bis auf drei Punkte an die internationalen Plätze herangerückt ist, zu einem positiven Zwischenfazit: „Wir haben Mitte Februar, und wir sind noch im Pokal dabei und haben sehr realistische Chancen auf Europa. Das hat es bei Werder Bremen schon lange nicht mehr gegeben. Deshalb sage ich: Wir spielen bis hierher eine Top-Saison. Aber natürlich weiß ich nicht, was noch alles kommen wird.“ Momente, nachdem er dies gesagt hatte, war Kohfeldt in einem Punkt schon schlauer: Im DFB-Pokal geht es nun zum FC Schalke 04. Es war ein Los, das die nächste Gänsehaut auslöste – eine eiskalte.

Fotostrecke: Rashica-Show gegen Augsburg

Werder Bremen gegen den FC Augsburg
Werder Bremen gegen den FC Augsburg  © gumzmedia
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Quelle: DeichStube

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