#greenwhitewonderwall

Because maybe...

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Bremen – Von Michael Baltes. Werder Bremen steht in der Liga mit dem Rücken zur Wand. Mehr denn je droht der Abstieg und auch der Bruch mit Teilen der eigenen Anhängerschaft. Mit der von Fans initiierten Aktion #greenwhitewonderwall soll das verhindert werden. Denn was es jetzt braucht, ist Zusammenhalt. Im Mittelpunkt der Aktion: der Oasis Klassiker Wonderwall.

Immer und immer wieder stimmten die rund 150 mitgereisten Werder-Fans im Upton Park in London den Chorus des weltbekannten Oasis Klassikers Wonderwall an – ein beeindruckender Support, der den Anhängern der Grün-Weißen auf der Insel, dem Mutterland des Fußballs, großen Respekt einbrachte. Dass Werder das Testspiel bei West Ham an diesem Augustnachmittag mit 2:1 für sich entschied, letztlich nicht mehr als eine Randnotiz. Unvergesslich bleiben dagegen diese rund 15 Minuten, in denen die Bremer Anhänger eindrucksvoll unter Beweis stellten, dass sie etwas Besonderes sind.

Sicher ist die Frage berechtigt, warum diese Aktion so außergewöhnlich sein soll. Schließlich werden in den Stadien dieser Welt Woche für Woche Fangesänge und Lieder intoniert. Was die Werder-Fans in London abgeliefert haben, ist aber eben nicht das Standardprogramm. Vielmehr kann der Support und die Auswahl gerade dieses Liedes stellvertretend für die außergewöhnliche Beziehung zwischen den Bremer Fans, ihrem Team und dem gesamten Club gesehen werden.

„Wonderwall“ lässt zwar viele Interpretationen zu. Eines ist aber klar, es ist eine wunderschöne Hommage an eine außergewöhnliche Beziehung. Egal ob zu einem imaginären Freund, wie es einst Noel Gallagher beschrieb, einer Frau - oder einem „Zauberwesen“, denn auch so lässt sich das Wort Wonderwall, für das es im Deutschen keine genaue Übersetzung gibt, auffassen. In diesem Fall kann es für die Werder-Fans die Mannschaft oder für die Mannschaft die Fans sein. Es ist eine Beziehung, die gemeinsam durch Höhen und Tiefen geht – und die im Profifußball nicht selbstverständlich ist.

Seit jenem Nachmittag im vergangenen August haben die Fans der Grün-Weißen deutlich mehr Tiefen als Höhen mit ihrem Club durchschritten. Und trotzdem: Die bedingungslose Unterstützung ist geblieben. Bis zum vergangenen Wochenende. Nach der bitteren Niederlage gegen Augsburg und dem Abrutschen auf Relegationsrang 16 waren erste Risse zwischen Anhängern und Mannschaft zu erkennen. Damit ist nicht das gellende Pfeifkonzert nach Abpfiff gemeint – vielmehr das, was zwischen Stadion und Spielerparkplatz sowie in den sozialen Netzwerken passierte. Einige Anhänger scheinen den Glauben an ihr Team verloren zu haben, die besondere Beziehung zwischen Fans und Spielern droht zu zerbrechen.

Genau dem gilt es entgegenzuwirken. Und genau das tut ein Teil der Werder-Fans nun: Der Fanclub WFC #TWERDER hat die Aktion #greenwhitewonderwall gestartet. Eine Aktion, die statt Bruch auf vollen Support im Abstiegskampf setzt. Es ist eine Solidarisierung mit dem Club, die großen Anklang findet. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich der Hashtag bei Twitter zum Trend. Immer mehr Fans schließen sich ihm an. #greenwhitewonderwall sorgt im Bremer Umfeld gerade für eine Aufbruchsstimmung, die vergleichbar ist mit dem legendären „ALLEzGRÜN“ im Abstiegskampf 2013.

Und es ist sicher kein Zufall, dass der Oasis Klassiker ein Teil dieser Aktion ist - vielleicht sogar der wichtigste. Denn es geht um nichts Geringeres, als die außergewöhnliche Beziehung zwischen Fans und Mannschaft in Bremen zu erhalten und gemeinsam gegen den drohenden Abstieg zu kämpfen. Es wäre ein starkes Zeichen, wenn am kommenden Samstag im weiten Rund des Weserstadions wieder der Wanderwall-Chorus erklingt – diesmal nicht aus 150 Kehlen, diesmal aus 40.000 Kehlen.

...and after all You're my wonderwall

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