„Er war neben mir, als ich ihn brauchte“

Bayern-Profi tröstet Yatabare

+
Auf dem Platz Gegner, ansonsten gute Freunde: Bayern-Profi Medhi Benatia (links) und Werders Sambou Yatabare.

Bremen - Im Fußball geht es um Geld, um viel Geld. Trotzdem ist in diesem Geschäft immer noch Platz für ganz viel Herz. So wurde Sambou Yatabare nach dem Tod seines Vaters ausgerechnet von seinem nächsten Gegner getröstet: Medhi Benatia vom FC Bayern.

„Er ist ein guter Freund von mir“, sagt der Werder-Profi: „Er hat mich sofort angerufen und versucht, mich zu trösten. Er war neben mir, als ich ihn brauchte.“ Seit Dienstag ist Yatabare wieder in Bremen. Eine Woche zuvor war er in seine Heimat nach Mali gereist. „Es war nicht einfach für mich“, erinnert sich der 27-Jährige: „Am schwierigsten war es, mir vorzustellen, meinen Vater nie wieder sehen zu können.“ Außerdem habe es ihn sehr mitgenommen, seine Mutter so traurig zu sehen.

Zum Glück hat er eine große Familie. „Wir sind jetzt noch zu zehnt, meine Mutter und neun Kinder. Wir versuchen, gemeinsam aus dieser schwierigen Situation heraus zu kommen.“ Er kann dabei nur aus der Ferne mithelfen, ein Großteil der Familie lebt in Frankreich und in Mali. Ganz allein ist er in Bremen aber nicht, seine Frau und seine Tochter kommen heute. Und natürlich ist da auch noch seine Mannschaft. „Sie hat supertoll reagiert. Es wird immer nachgefragt, wie es mir geht, ob jemand etwas für mich machen kann“, schwärmt der Mittelfeldspieler: „Ich möchte der Mannschaft, dem Club und den Trainern danken, wie sehr sie mir in dieser schwierigen Zeit helfen.“

Yatabare geht das traurige Thema offensiv an, er stellt sich den Fragen der Medien, antwortet ruhig und sachlich. Zwischendurch lacht er auch mal, wenn das Thema wechselt. Es ist eine Ablenkung, genauso wie das Training. „Auf dem Platz zu stehen, macht einfach Spaß. Und es ist für mich ein kurzer Moment, in dem ich an nichts anderes denke. Das tut mir gut“, erklärt Yatabare. Deshalb spricht er auch gerne über den nächsten Gegner – die Über-Bayern. „Es wird schwieriger sein als bei anderen Spielen“, sagt er zwar vor der Partie am Samstag in der Allianz-Arena, betont aber zugleich: „Wir gehen dorthin, um wenigstens einen Punkt zu holen.“

Werder-Training am Mittwoch

Indirekt hat er das auch schon seinem Kumpel Benatia angedeutet. Der Bayern-Profi habe ihn gefragt, ob er nach dem Spiel noch einen Tag in München bleibt. „Ich habe ihm geantwortet, dass er nach dem Spiel erst einmal überrascht sein wird…“, berichtet Yatabare und grinst. Als Sieger wäre er als Gast bestimmt nicht mehr ganz so willkommen. Obwohl es schon ein besonderes Verhältnis ist, keine dieser unzähligen losen Fußball-Freundschaften, die vor den Spielen zum Vorschein kommen.

Yatabares drei Jahre älterer Bruder Mustapha und Benatia haben einst gemeinsam in Frankreich für Clermont Foot gespielt. Mustapha steht inzwischen bei HSC Montpellier unter Vertrag. „Wir treffen uns alle regelmäßig in Paris“, sagt Sambou Yatabare und verrät: „Wir sind auch schon zusammen in den Urlaub gefahren.“ Und deshalb war der Trost von Benatia auch ein ganz besonderer für den Werder-Profi.
kni

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Erntefest im Kindergarten Scholen

Erntefest im Kindergarten Scholen

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Mittwoch

Das passiert am Mittwoch

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Kommentare