Werder-Fest oder Werder-Frust?

Ein Anblick, der Werder-Fans das Herz tanzen lässt. Mit 5:2 triumphierten die Bremer vor fast einem Jahr in München . Von der damaligen Besetzung (inklusive drei Auswechslungen) stehen morgen allerdings nur noch Tim Wiese , Per Mertesacker , Sebastian Boenisch , Aaron Hunt , Mesut Özil , Peter Niemeyer , Jurica Vranjes und Boubacar Sanogo zur Verfügung.

Bremen - Den 20. September 2008 werden die Werder-Fans nie vergessen: Mit 5:2 schossen die Bremer den FC Bayern aus dessen Stadion, zwischenzeitlich hatten die Gäste sogar 5:0 geführt.

Von einer Wiederholung morgen in München (15.30 Uhr/Sky live) mag bei den Norddeutschen zwar niemand träumen, aber Trainer Thomas Schaaf nutzt den Fast-Jahrestag zumindest als Motivationsspritze für seine Spieler: „Seht her Leute, ihr habt das schon mal geschafft.“ Zuspruch können die Werder-Profis gebrauchen.

Schließlich ging der Saisonstart mit der 2:3-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt völlig in die Hose. Doch von einer Verunsicherung will Sportchef Klaus Allofs nichts hören: „Wir werden nicht mit wackligen Knien in München antreten. Denn wir stehen nicht mit dem Rücken zur Wand.“ Kapitän Torsten Frings meint sogar: „Wir können befreit aufspielen, haben keinen Druck. Denn jeder geht doch davon aus, dass wir dort nichts holen werden, weil die Bayern nach ihren großen Einkäufen übermächtig sind.“

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Allerdings geht’s weniger um die Münchner Stärke als um die Bremer Schwäche. Der Mannschaft fehlte gegen Frankfurt einfach die Klasse. Nach dem guten Auftakt im DFB -Pokal (5:0-Sieg bei Union Berlin ) ging’s leistungsmäßig steil bergab. Die Achterbahnfahrt in der vergangenen Saison lässt grüßen. „Wir müssen uns stabilisieren“, fordert Clemens Fritz. Da passt es ja, dass Coach Schaaf einem Großteil der Mannschaft gestern Nachmittag die Sonderschicht „Stabilitätstraining“ verordnete. Dabei stand natürlich mehr der Körper im Vordergrund, aber vielleicht war ja auch etwas für den Kopf dabei.

Frings baut derweil auf den Teamgeist. „Wir müssen geschlossener auftreten“, lautet sein Appell. Den will er aber in seiner neuen Funktion als Kapitän nicht extra noch einmal in einer Ansprache vor den Kollegen wiederholen. „Die wissen das doch“, glaubt der 32-Jährige – und nicht nur das: „Wenn wir in München ans Limit gehen, dann ist da auch etwas für uns drin.“

So wie am 20. September 2008. An den Tag erinnert sich auch Frings noch sehr gerne, obwohl er damals verletzungsbedingt fehlte: „Was war da in München für Theater, nachdem wir dort so hoch gewonnen hatten. Für einen Sieg in München gibt’s einfach die größte Aufmerksamkeit in Deutschland . Und damit könnten wir auch die Pleite gegen Frankfurt vergessen machen.“

Und wenn das nicht gelingt? Was ist, wenn Werder nach zwei Spielen ohne Punkt dasteht? Klaus Allofs mag diesen Pessimismus nicht: „Ich kann nicht nachvollziehen, dass jetzt alles negativ gesehen wird. Wir haben vollstes Vertrauen in diese Mannschaft.“ Was soll er auch anderes sagen. Ansonsten könnte sich Werder die Reise nach München schenken – und die Fans nicht von einem weiteren Werder-Fest in der Allianz Arena träumen.

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