Vor dem Spiel gegen Werder

Bellarabi im Interview: „Mein System ist einmal komplett runtergefahren“

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Am Sonntag trifft Karim Bellarabi mit Bayer Leverkusen auf die Elf aus seiner Heimatstadt Bremen.

Leverkusen – In Berlin geboren, aber in Bremen aufgewachsen: Leverkusens Stürmer Karim Bellarabi (28) hat noch immer ein besonderes Verhältnis zu seiner Heimatstadt.

Darüber hat er im Interview mit der DeichStube gesprochen. Außerdem ging es um das Duell gegen Werder und seinen Zusammenbruch im Sommer.

Herr Bellarabi, am Sonntag kommt Werder zum Rückspiel nach Leverkusen. An die erste Begegnung in dieser Saison dürften Sie ziemlich gute Erinnerungen haben, oder?

(lacht) Ja, natürlich. Spiele zwischen Bremen und Leverkusen sind immer spannend, weil sehr viel passiert, gerade vor den Toren. Das Hinspiel lief für uns sehr gut. Wir haben verdient gewonnen, weil wir von der ersten bis zur letzten Sekunde voll durchgezogen haben. Dass wir gleich mit 6:2 gewinnen, war natürlich etwas Besonderes.

Sie haben damals ein Tor geschossen und zwei vorbereitet. Ihr bisher bestes Spiel der Saison?

Ich war an dem Tag sehr gut drauf und habe mich frisch gefühlt, das stimmt schon. Für mich ist es immer eine Extra-Motivation, gegen Bremen zu spielen, weil es meine Heimatstadt ist. Meine Familie und viele Freunde leben heute noch dort.

Mussten Sie sich vor Ihren Freunden hinterher rechtfertigen, Werder derart abgeschossen zu haben?

(lacht) Nein, das nicht. Ihr Herz schlägt natürlich für Werder, aber sie haben sich für mich gefreut, dass wir das Spiel gewonnen haben.

Was bedeuten Bremen und Werder heute noch für Sie?

Ich habe in der Jugend sechs Jahre lang für Werder gespielt, bin in Huchting aufgewachsen. Etwa zweimal im Monat fahre ich nach Bremen, um meine Mutter zu besuchen. Es ist also eine enge Verbindung da. Bei Werder hatte ich eine tolle Zeit, in der ich viel gelernt habe.

Am Sonntag könnten Sie ihrem alten Verein richtig wehtun. Gewinnt Leverkusen, würde das einen herben Dämpfer für die Bremer Europapokal-Träume bedeuten...

Wir wollen selbst noch weiter nach oben und brauchen dafür die drei Punkte. Leicht wird das nicht, denn Bremen hat eine richtig starke Mannschaft und ist gut drauf. Max Kruse ist zum Beispiel ein Spieler, der immer gefährlich ist. Mit seinen Fähigkeiten kann er jederzeit den Unterschied ausmachen.

Und Claudio Pizarro? Was denken Sie, wenn Sie auf seine Karriere blicken?

Als ich noch in Werders Jugend gespielt habe und Einlaufkind war, stand er schon in der Startelf. Das sagt doch eigentlich alles. Pizarro ist für jeden in der Bundesliga ein Vorbild. Vor dem, was er erreicht hat, habe ich den größten Respekt. Auch in seinem Alter ist er noch richtig gut und macht seine Tore. Das beweist er ja immer wieder.

Marco Friedl wird am Sonntag wieder für Werder auflaufen, jener Verteidiger, der im Hinspiel einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Ein Vorteil für Sie?

Nein, das ist kein Vorteil für uns. Er ist ein Abwehrspieler mit großer Qualität, sonst würde er ja nicht bei Werder unter Vertrag stehen. Jeder Profi hat mal ein Spiel, in dem er ein paar Fehler mehr macht, das ist ganz normal. Was in der Hinrunde passiert ist, spielt am Sonntag keine Rolle mehr. Das ist spätestens beim Anstoß vergessen.

Schon gelesen? Friedl: Schon wieder gegen Leverkusen...

Für Leverkusen läuft es nach einer durchwachsenen Hinrunde inzwischen richtig gut. Was sind die Gründe dafür?

Wir wissen, was wir auf dem Platz zu tun haben. Jeder kennt seine Aufgaben. Ein weiteres Plus ist, dass sich unsere Mannschaft auch außerhalb des Platzes sehr gut versteht.

Sie haben vor der Saison für einen großen Schreckensmoment gesorgt, als Sie bei einem Testspiel in Wuppertal zusammengebrochen sind. Wie sind Sie damit umgegangen?

So etwas hatte ich vorher auch noch nicht erlebt. Da ist mein System einmal komplett runtergefahren. Wir haben danach viele Tests und Untersuchungen gemacht, das Herz, das Gehirn, alles wurde gecheckt und war zum Glück so, wie es sein sollte. Heute habe ich den Vorfall gar nicht mehr so im Kopf. Ich hoffe aber, dass es nicht wieder passiert.

Hat der Moment bei Ihnen etwas verändert? Leben Sie heute bewusster?

Ich lebe generell sehr bewusst und genieße das Leben, auch vorher schon.

Quelle: DeichStube

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