Rakete Rashica soll bei Werder Bremen verlängern

Werder Bremen bastelt schon am neuen Vertrag von Milot Rashica

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Milot Rashica soll seinen Vertrag bei Werder Bremen vorzeitig verlängern.

Zell – Frank Baumann macht es immer so. Mal schneller, mal nicht so schnell. Aber wenn bei Werder Bremen ein Spieler - wie jetzt Milot Rashica - in seiner Entwicklung einen großen Schritt nach vorne macht, dann ist der Sportchef grundsätzlich ein Freund vorzeitiger Vertragsverlängerung inklusive einer Gehaltserhöhung und natürlich der einen oder anderen Klausel, die Werder im Falle eines Verkaufs eine satte Ablösesumme garantieren würde.

Und so soll es jetzt auch bei Milot Rashica laufen. Weil der Angreifer in der Rückrunde der vergangenen Saison bei Werder Bremen durch die Decke gegangen ist, bastelt Frank Baumann frühzeitig an einem neuen Vertrag für den 23-Jährigen. Gegenüber der DeichStube bestätigt der Werder-Manager: „Milot hat bei uns zuletzt eine extrem gute Entwicklung genommen, das letzte halbe Jahr war überragend von ihm. Wir sind jetzt in Gesprächen, wie wir seinen Vertrag anpassen können.“ Ein, zwei „lose Runden“ hätte es bereits mit Rashica-Berater Altin Lala gegeben.

Klare Sache: Werder Bremen will Rashica noch fester an sich binden. Ganz „ohne Zeitdruck“ allerdings, wie Frank Baumann betont. Denn der aktuelle Vertrag läuft noch bis 2022. Darin gilt jedoch noch das Startgehalt, das beim Wechsel von Vitesse Arnheim zu Werder im Januar 2018 ausgehandelt worden war. Es ist natürlich kein Werder-Spitzengehalt. Aber Rashica bringt mittlerweile Spitzenleistungen. Und wird sie weiterbringen, da sind sich die Bremer sicher. Baumann: „Milot ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, dass er die Leistungen der Rückrunde künftig nicht bestätigen könnte. Es ist klar zu erkennen, dass er sich nicht auf dem Erreichten ausruht, sondern immer dazulernen möchte.“

Frank Baumann: Werder Bremen und Milot Rashica wollen Vertragsverlängerung

Acht Tore in der Liga sowie drei im DFB-Pokal hatte Rashica in der ersten Jahreshälfte 2019 erzielt. Damit spielte er sich nicht nur bei Werder in den Fokus, sondern machte auch andere Clubs aus anderen Ligen auf sich aufmerksam. Besonders Benfica Lissabon soll um den Nationalstürmer des Kosovo gebuhlt haben. Doch die Rashica-Seite reagierte nicht drauf, und seine Haltung zu einem Sommerwechsel formulierte der Profi im Werder-Trainingslager am Donnerstag im Zillertal noch einmal mehr als deutlich: „Bei Werder ist alles gut für mich. Es gibt keinen Grund, über etwas anderes nachzudenken.“

So, wie Milot Rashica – Spitzname „Rocket“ – es beschreibt, so erlebt auch Baumann die bisherigen Gespräche mit dem Spieler und Berater Altin Lala. „Da wird kein Druck gemacht. Wir sind klar auf einer Wellenlänge und gehen das mit einem sehr klaren, beiderseitigem Verständnis an“, erklärt der Ex-Nationalspieler. Was wohl heißen soll: Beide wollen verlängern, den Vertrag anpassen – und werden gleichzeitig sicher auch die Rahmendaten für einen Wechsel innerhalb der Vertragslaufzeit so gut es geht festschreiben. Wie sich die Rakete im Testspiel von Werder Bremen gegen Darmstadt 98 schlägt, könnt Ihr im Live-Ticker verfolgen. 

Unterdessen glaubt Sportchef Frank Baumann, dass eine Vertragsverlängerung von Niklas Moisander bei Werder Bremen zur Formsache wird. Und Klaus Filbry hat indes erklärt, in „ein bis zwei Wochen“ einen neuen Ärmelsponsor für Werder Bremen präsentieren zu wollen. 

Zur letzten Meldung vom 12. Juli 2019:

Milot Rashica - die Werder Bremen-Rakete im Reifeprozess

„Hey Rocket!“ Der Ruf des Trainers geht raus auf Linksaußen. Dort, wo der Platz von Milot Rashica ist. Mit um sich wedelnden Armen geht Florian Kohfeldt dann manchmal im Trainingslager von Werder Bremen im Zillertal auf den flinken Stürmer zu, gibt ihm eine Extra-Erklärung, wie die nächste Trainingsübung ablaufen soll.

Immer noch auf englisch. Dabei sagt „Rocket“, dass er das meiste auch so versteht, auf deutsch. Aber gut, zur Sicherheit nutzt Florian Kohfeldt die Fußballer-Universalsprache: das Hand-Fuß-Englisch. Und Rashicas Spitzname klingt dann auch noch dreimal schöner. „Rocket“ statt Rakete – wie cool. Und wie treffend für einen Spieler, von dem man möglicherweise erst in der kommenden Saison wissen wird, wie steil und wie weit nach oben er noch fliegen kann.

Die Rückrunde der vergangenen Saison hat wohl nur einen Vorgeschmack gegeben auf das, was dieser schnelle, kleine Kosovare alles kann. Acht Tore in der Liga, weitere drei in den K.o.-Spielen des DFB-Pokals – zu sagen, dass Rashica in der zweiten Saisonhälfte zu den angesagtesten Spielern der Liga gehörte, ist kein Wagnis. Es ist Fakt. Und bei Werder Bremen sagen sie hinter vorgehaltener Hand längst mehr: Dieser Milot Rashica wird nicht mehr sehr lange in Bremen spielen. Denn er ist ein Fall für größere Clubs.

Werder Bremen: Milot Rashica denkt nicht an einen Wechsel

Aber noch nicht jetzt. Jetzt bleibt er noch, wo er ist. Wenn Sportchef Frank Baumann davon spricht, dass in diesem Sommer kein Top-Spieler mehr abgegeben werden soll, dann ist damit explizit auch Milot Rashica gemeint. Und das sei ganz in seinem Sinn, meint der 23-Jährige. „Bei Werder ist alles gut für mich. Es gibt keinen Grund, über etwas anderes nachzudenken“, erklärt er in einer Medienrunde im Teamhotel des SV Werder Bremen.

Irgendwie ist es ja auch so: Milot Rashica ist gerade erst angekommen in der Mannschaft – nach etwa einem Jahr Anlaufzeit von Februar 2018 bis Januar 2019. Dass danach plötzlich die Tore fielen, habe viel mit diesem Ankommen zu tun, sagt er: „Ich kenne jetzt die Mannschaft, kenne die Taktiken. Ich habe mehr gespielt und hatte mehr Zeit, mich zu zeigen.“ Das war die Grundlage, um durchzustarten. Und um sich in Windeseile interessant zu machen für andere.

Milot Rashica von Werder Bremen: Nie genug Tore und Assists

Angebote wie jenes, das Benfica Lissabon angeblich für Rashica beim SV Werder eingereicht hatte, seien bei ihm jedoch erst gar nicht angekommen. „Dafür habe ich meinen Berater“, meint Rashica und will gesagt haben: Um abzublocken, habe er den Berater. Altin Lala ist gemeint, und der Ex-Profi hat diese Aufgabe bislang gerne erfüllt. Gegenüber der DeichStube hatte Lala einen Sommer-Abgang schon vor einigen Wochen deutlich ausgeschlossen. Rashicas Zukunft liege vorerst weiter bei Werder Bremen, hatte er gesagt: „Wir wollen einen Step nach dem anderen machen.“

Milot Rashica selbst sagt nicht viel über den nächsten Schritt. „Fortsetzen, was ich begonnen habe“, sei sein Ziel. Und etwas konkreter: „So viele Tore wie möglich, so viele Assists wie möglich“ zu schießen und zu liefern. Denn: „Genug können es nie sein.“ All diese Gemeinplätze zusammengenommen lässt sich feststellen: Mit Leistungen ist Rashica eine Rakete, mit Worten eher nicht. Verbale Zurückhaltung ist bei ihm Trumpf.

Milot Rashica übernimmt bei Werder Bremen immer mehr Verantwortung

Auch als neuen Star des Teams will er sich nicht bezeichnen lassen. „Ach, ich weiß nicht, ob ich das bin“, sagt er und wirkt verlegen. Wie ihn selbst der durch Trainer Kohfeldt salonfähig gemachte Spitzname noch ein bisschen verlegen macht. „Zuerst war ich überrascht, ,Rocket‘ genannt zu werden, und wollte es auch gar nicht hören. Aber alle sagen es – die Spieler, die Physios, die Trainer. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt.“

So wie an das Bremer Spiel, in dem Rashica mehr und mehr zu einer Hauptperson werden soll. Coach Kohfeldt hat schon in den ersten Tagen im Trainingslager festgestellt, dass eine Entwicklung bei seinem Linksaußen einsetzt. Schnell, trickreich und torgefährlich zu sein, ist nicht mehr alles. Rashica übernehme in den Trainingseinheiten immer mehr Verantwortung für das Team und auf dem Platz. Kommandos, Spielverlagerungen, sich die Bälle auch mal von weiter hinten holen – es sind Zeichen von Reife.

Milot Rashica: Max Kruse war ein „für mich wichtiger Spieler“

Und es ist gut, dass Rashica diese Zeichen zeigt. Schließlich ist Max Kruse (jetzt Fenerbahce Istanbul), der ihm vier seiner wettbewerbsübergreifend zwölf Saisontore aufgelegt hatte, nicht mehr da. Ein „für mich wichtiger Spieler“ sei da verlorengegangen, meint der Nationalspieler des Kosovo, aber nicht so wichtig, als dass er und Werder Bremen nicht auch ohne ihn klarkommen könnten: „Wir schauen nach vorne. Wir haben immer noch eine gute Mannschaft.“ Mit einem Milot Rashica, der in der neuen Saison seinem Spitznamen wieder alle Ehre machen will.

Unterdessen hat ein Sturm-Kollege Rashicas exklusiv mit der DeichStube gesprochen: „Flo hat mir brutal den Rücken gestärkt“, sagt Niclas Füllkrug im Interview über seine Rückkehr, seine Knie und Familie. Alles, was sonst im Trainingslager von Werder Bremen wichtig ist, erfahrt ihr in unserem Ticker.

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