Neuzugang von Zweitligist St. Pauli beeindruckt sogar Konkurrent Hajrovic

Keine „blöden Sprüche“ mehr wegen Bartels

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„Er passt perfekt in unsere Philosophie“, sagt Trainer Robin Dutt über Fin Bartels (Bild), der sich in Werders Startformation gewirbelt hat.

Bremen - Der Mann hat es ziemlich gut getroffen. Im Trainingslager im Zillertal vor knapp zwei Monaten war Fin Bartels um eine Selbsteinschätzung gebeten worden. „Ich habe zwei Gesichter“, hatte er damals geurteilt. Abseits des Platzes introvertiert und zurückhaltend, auf dem Feld „sieht das etwas anders aus“. Und genauso präsentiert sich der Neuzugang bei Werder. In der Öffentlichkeit und in Mediengesprächen fast schon scheu, im Spiel dagegen draufgängerisch. In Leverkusen war der 27-Jährige auffälligster Bremer und erzielte sein erstes Tor – beste Eigenwerbung für weitere Einsätze.

Und als zusätzliche Motivation gibt’s auch noch lobende Worte von den Verantwortlichen für den Neuzugang vom FC St. Pauli. „Fin hat unsere Erwartungen vom ersten Tag an komplett erfüllt. Er passt perfekt in unsere Philosophie“, findet Trainer Robin Dutt und erklärt: „Er ist schnell und ausdauernd, das gibt es in dieser Kombination nicht so oft. Und der Ball ist eher sein Freund als sein Feind.“ Sportchef Thomas Eichin kann sich noch gut an die Reaktionen auf Bartels’ Verpflichtung Ende Januar erinnern. „Ich musste mir einige blöde Sprüche anhören, weil wir einen Spieler aus der Zweiten Liga holen. Ich habe gesagt: Wartet mal ab.“ Dass Bartels nun bei Werder überzeugt, ist für Eichin demnach keine Überraschung: „Wir wussten, dass er absolutes Erstliga-Niveau hat und hier eine sehr gute Rolle spielen kann.“

So wie in Leverkusen, als der 27-Jährige kurz vor der Pause das ebenso wichtige wie überraschende 1:1 erzielte. „Es ist natürlich ein schönes Gefühl, von Anfang an dabei zu sein und dann gleich zu knipsen. Das gibt mir noch mehr Schwung“, sagte Bartels nach seinem Bundesliga-Startelfdebüt für Werder, schränkte aber – bescheiden wie er ist – gleich ein: „Das war nur der erste Schritt. Ich will in den nächsten Wochen daran anknüpfen.“

Bartels hat Lust auf mehr und will seinen Platz in der Anfangsformation behaupten. Da bahnt sich ein interessantes Duell mit einem anderen Neuzugang an. Gegen Hoffenheim hatte Izet Hajrovic im rechten Mittelfeld begonnen. Nach einer Stunde machte der bis dahin enttäuschende Bosnier Platz für Bartels, der frischen Wind reinbrachte. Hajrovic war anschließend zehn Tage mit der Nationalmannschaft unterwegs und kam „etwas müde zurück“ (Dutt). Bartels sammelte in dieser Zeit weitere Pluspunkte im Training und stand dann gegen Leverkusen in der Startelf. „Fin hat es sehr gut gemacht, ein tolles Tor geschossen“, lobt Hajrovic.

Der 23-Jährige selbst ist durch die Länderspielreise ins Hintertreffen geraten. „Bei der Nationalmannschaft haben wir nicht so hart trainiert wie in Bremen, ich muss wieder ein bisschen nachholen“, gesteht Hajrovic, der dafür auch die beiden freien Tage nutzt: „Ich mache vor allem etwas im läuferischen Bereich und werde sicher nicht 15 Stunden am Tag schlafen.“ Bis zum Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) in Augsburg sei er „wieder frisch“ – trotzdem droht die Bank.

mr

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