Bargfrede will nach siebter Knieoperation wieder angreifen

„Die Tage nach dem Unfall waren nicht so einfach“

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Philipp Bargfrede musste bereits zum siebten Mal eine Knieopretaion über sich ergehen lassen – und diesmal war es besonders schwierig, danach wieder optimistisch nach vorne zu blicken.

Bremen - Von Björn Knips. Vor drei Wochen hat es ihn erwischt – wieder einmal muss es leider heißen: Philipp Bargfrede ist der große Pechvogel bei Werder Bremen in den vergangenen Jahren. Schon zum siebten Mal wurde er am Knie operiert. Das ist nicht nur für den Körper, sondern vor allem auch für den Kopf anstrengend.

„Die Tage nach dem Unfall waren nicht so einfach, da brauchte ich Zeit für mich“, gesteht der 26-Jährige in seinem ersten Interview seit der Verletzung. Bislang konnte er über den jüngsten Rückschlag nicht reden, jetzt ist das anders: „Mir geht es gut, ich blicke wieder nach vorne.“

Es ist ein Blick in die Ferne. Die laufende Saison hat Bargfrede längst abgehakt, die Verletzung war einfach zu schwer. Dabei hat er noch Glück im Unglück gehabt. Der abgerissene Meniskus konnte wieder angenäht werden. Das verlängert zwar den Heilungsprozess, „aber auf lange Sicht ist das besser für mein Knie – und darüber bin ich sehr froh“, sagt Bargfrede. Der 26-Jährige will schließlich noch etwas länger Fußball spielen. Ans Karriereende hat er jedenfalls „keinen Gedanken verschwendet“. Wenngleich es nicht leicht war, den neuerlichen Rückschlag wegzustecken. „Ich habe mich schon ziemlich beschissen gefühlt. Denn das Knie war nach der letzten Operation vor zweieinhalb Jahren perfekt – bis zum Schalke-Spiel“, sagt Bargfrede und seufzt.

So richtig erklären kann er sich sein Malheur nicht: „Plötzlich waren Schmerzen da – und ich wusste eigentlich schon: Da ist was kaputt.“ Trotzdem ruckelte er gemeinsam mit Teamarzt und Physiotherapeut am Spielfeldrand an seinem Knie herum, „es hätte ja auch etwas eingeklemmt sein können“. Doch diese Hoffnung war schnell dahin, die nächste längere Pause damit zwangsläufig. Bargfrede wurde in Augsburg operiert. „Es ist alles gut verlaufen“, berichtet er: Das Knie sieht auch schon wieder ganz gut aus.“ Bewegen darf er es aber noch nicht. Mit einer Schiene ist das Bein ruhiggestellt, der Werder-Profi muss an Krücken gehen. Sechs Wochen lang. „Erst danach kann ich wieder richtig loslegen.“ Und Bargfrede hat schon weiter gerechnet und sich ein klares Ziel gesetzt: „Pünktlich zur neuen Saison will ich wieder fit sein.“

Ob das schon zum Trainingsauftakt am 1. Juli gelingen wird, weiß er nicht: „Ich will mir auch die nötige Zeit lassen.“ Denn Bargfrede strebt wieder nach dem „perfekten Knie. Das hat sich richtig gut angefühlt.“ Dafür lohnt es sich, wieder hart zu arbeiten. Auch schon jetzt. Täglich geht es zur Behandlung ins Weserstadion. Und dabei natürlich auch zu den Kollegen in die Kabine. „Ich kann zwar nicht viel machen, aber ich versuche sie natürlich schon, irgendwie zu unterstützen“, sagt er und macht ihnen im Abstiegskampf Mut: „Die Jungs schaffen das.“ Das Hoffenheim-Spiel hat er sich daheim vorm Fernseher angeschaut, um das Knie zu schonen.

Eichin bietet neuen Vertrag an

So ganz einfach war das nicht, denn bei der einen oder anderen vergebenen Chance wäre er beinahe vor Frust aufgesprungen. „Aber ich hatte mich gerade noch so im Griff“, sagt Bargfrede und lacht. Es geht ihm hörbar wieder gut. Und auch die neue Konkurrenz auf seiner Position im Mittelfeld verhagelt ihm die Laune nicht. Er findet es sogar gut, dass Werder kurzfristig noch Sambou Yatabare als Ersatz verpflichtet hat: „Es wäre doch für Werder viel schlimmer gewesen, wenn ich mich nach Ende der Transferzeit verletzt hätte.“ Wer seit zwölf Jahren für Werder spielt, denkt eben nicht nur an sich.

Eine Saison läuft Bargfredes aktueller Kontrakt noch. Vor der Verletzung hatte Sportchef Thomas Eichin schon ein Angebot zur Verlängerung angekündigt – und daran hat sich auch durch die Verletzung nichts geändert. „Natürlich wollen wir Philipp weiterhin langfristig an uns binden“, sagt Eichin und betont: „Wir sind von ihm überzeugt.“ Das passt zu Bargfredes Einstellung: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass alles wieder gut wird.“

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