Werder-Boss lobt RB

Bode: „Vor Leipzig muss man den Hut ziehen“

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Marco Bode ist kein Fan von RB Leipzig, lobt aber die gute Arbeit des Emporkömmlings.

Bremen - Von Björn Knips. Werders Aufsichtsratschef Marco Bode ist kein Fan des Projekts RB Leipzig, lobt aber die Arbeit des Emporkömmlings und hofft auf einen freundlichen Empfang.

Fast überall, wo RB Leipzig in der Bundesliga auftaucht, gibt es Ablehnung – und mancherorts sogar noch viel mehr. Die widerlichen Entgleisungen der Fans in Dortmund sind längst nicht vergessen. Was droht da also am Samstag bei der Leipzig-Premiere in Bremen? „Ich vertraue unseren Fans, dass sie sensibel mit dem Thema umgehen“, sagt Marco Bode. Der Aufsichtsratschef des SV Werder ist beim Thema RB Leipzig hin- und hergerissen.

Bode beginnt mit einem großen Lob für den Tabellenzweiten: „Vor Leipzig muss man den Hut ziehen. Das ist ein sehr erfolgreiches Projekt. Es ist durchaus bewundernswert, wie sie das machen. Sie haben sportlich eine gute Philosophie, die sehr mit der Person Ralf Rangnick verknüpft ist.“ Der ehemalige Coach und aktuelle Sportdirektor hat Leipzig von der Regionalliga bis in die Bundesliga geführt – und dort direkt in die Spitzengruppe. Das alles allerdings auch dank der vielen Millionen von Geldgeber Red Bull.

Der Hersteller eines Energydrinks beherrscht den Club. Das schmeckt längst nicht allen – auch Marco Bode nicht wirklich. Doch im Vorfeld des direkten Duells möchte er nicht so gerne auf die Struktur des gegnerischen Clubs eingehen. Also wählt der einstige Stürmer einen kleinen Umweg, um möglichst nüchtern zu erklären, worum es ihm geht. „Sie bewegen sich innerhalb der Regeln“, urteilt Bode: „Aber über die nicht ganz einheitlichen Regeln kann man sicher diskutieren.“

Bode wünscht sich Gleichheit für alle - eine Illusion?

Bode wünscht sich Gleichheit für alle. Doch die wird es wohl nicht mehr geben – trotz der 50+1-Regel, die es den Clubs eigentlich untersagt, die Mehrheit ihrer Anteile abzugeben. Der VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen sind als Werksclubs Ausnahmen. 1899 Hoffenheim mit Mäzen Dietmar Hopp nimmt ebenfalls eine Sonderstellung ein. Emporkömmling RB Leipzig genauso. Sie alle müssen sich nicht wie die anderen Clubs selbst finanzieren, sondern überleben dank des extrem hohen finanziellen Engagements ihrer Besitzer. Und die haben das alleinige Sagen. „Jeder geht seinen eigenen Weg, wir gehen unseren und der heißt, wir wollen auch in Zukunft selbst bestimmen“, sagt Aufsichtsratschef Bode.

Wie lange Werder so in der Bundesliga noch bestehen kann, ist offen. Das mag auch Bode nicht voraussagen. In England ist es längst üblich, dass sich die Clubs verkauft haben – gerne auch an reiche Ausländer. In Leipzig sind Österreicher eingestiegen. „Für die Stadt und die Region ist das eine tolle Sache“, findet Bode: „Leipzig ist eine Fußball-Stadt. Die Fans können nichts dafür, wie der Club entstanden ist.“

Zlatko Junuzovic lobt den kommenden Gegner RB Leipzig, gegen den er im Hinspiel 1:3 verloren hatte.

Deswegen bittet nicht nur Bode am Samstag um einen freundlichen Empfang. „Ich hoffe, dass unsere Fans den Leipzigern gastfreundlich begegnen werden“, sagt Werder-Boss Klaus Filbry und betont: „Der Sport steht immer im Vordergrund. Sollte es Proteste geben, gehe ich davon aus, dass diese sich im vernünftigen Rahmen bewegen werden.“

Das eine oder andere kritische Plakat wird sich wohl kaum verhindern lassen. „Humor und ein bisschen Pieksen gehört ja auch zur Fankultur dazu“, sagt Bode: „Alles andere aber lehne ich ab!“ So sieht es auch Zlatko Junuzovic. „Verschiedene Meinungen sind ja absolut okay“, meint der Werder-Profi, mahnt aber zugleich: „Das darf nicht in Hass ausarten, wie es leider schon passiert ist.“

Bode: "Wir wollen Leipzig schlagen - und können das auch"

Er mag Red Bull – zumindest als letztes Getränk wenige Minuten vor dem Anpfiff. „Das ist so ein Tick von mir“, verrät der 29-Jährige. Der Österreicher hat auch kein Problem mit dem Leipziger Projekt seiner Landsleute: „Geld ist nicht alles. Du brauchst auch eine Strategie. Du musst das Geld richtig investieren. Das machen sie richtig gut. Auch andere Vereine haben Sponsoren, von denen sie viel Geld bekommen. Das ist die Wirtschaft.“

Dazu zählt auch ein gepflegter Umgang der Vereinsoberen. Werder lädt am Samstag – so wie es die Bremer fast immer tun – die Clubführung von RB Leipzig zum Essen ein. Das Verhältnis sei normal, sagt Klaus Filbry. Danach gehe es dann nur noch um Fußball – und da kennt Bode keine Zurückhaltung: „Wir wollen Leipzig schlagen – und an einem guten Tag können wir das auch.“

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