Marco Bode und Co. ziehen sich zurück

Rückzug des Werder-Aufsichtsrats: Born hat Verständnis, Fischer sieht ein „Fliehen vor der Verantwortung“

Jürgen L. Born (li.) und Klaus-Dieter Fischer haben zur Entscheidung des Aufsichtsrats von Werder Bremen, nicht wieder antreten zu wollen, unterschiedliche Meinungen.
+
Jürgen L. Born (li.) und Klaus-Dieter Fischer haben zur Entscheidung des Aufsichtsrats von Werder Bremen, nicht wieder antreten zu wollen, unterschiedliche Meinungen.

Bremen – Beim einen überwiegt das Verständnis, beim anderen die Irritation. Die Nachricht, dass Werder Bremens Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode sowie drei seiner Kollegen aus dem Gremium im September nicht zur Wiederwahl antreten wollen, hat bei zwei Werder-Größen für unterschiedliche Reaktionen gesorgt.

Während Jürgen L. Born, ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsführung, den Schritt grundsätzlich nachvollziehen kann („Ich finde es fair, dass der Aufsichtsrat freiwillig seinen Platz räumt“), übte Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer deutliche Kritik am Verhalten von Marco Bode und Co.: „In meinen Augen hätte der Aufsichtsrat Verantwortung übernommen, wenn er sich der Mitgliederversammlung gestellt hätte. So ist es für mich eher ein Fliehen vor der Verantwortung.“

Kurz nachdem der Abstieg des SV Werder Bremen aus der Bundesliga besiegelt war, hatte sich Born in ein Flugzeug gesetzt, um zu seinem Sohn nach Paraguay zu reisen. „Ich war maßlos niedergeschlagen und habe mich ein paar Tage bei ihm im Dschungel versteckt“, berichtet der 80-Jährige, der erst seit Montag wieder in Bremen weilt – also genau rechtzeitig wiederkam, um die Entscheidung des Aufsichtsrats vor Ort mitzubekommen. „Wenn man durch zwei so schwere Jahre wie zuletzt gegangen ist, nimmt das nicht nur uns Fans sehr mit, sondern auch die maßgeblichen Funktionsträger“, sagt Born. Die Köpfe seien dann einfach nicht mehr frei für die Aufgabe. „Werder muss jetzt aber in eine neue Richtung aufbrechen, dazu sind frische Gesichter sicherlich dienlich.“ Nach der angekündigten Abdankung sei nun Raum für „nach vorne gerichtete Gedanken und Zukunftspläne da, und genau das brauchen wir jetzt bei Werder.“

Klaus-Dieter Fischer hätte sich die Veränderung bei Werder Bremen anders gewünscht

Es ist eine Aussage, der auch Ehrenpräsident Fischer nicht grundlegend widerspricht – nur hätte er sich die Veränderung anders gewünscht. „Ich zolle allen Menschen Respekt, die sagen, dass sie Fehler gemacht haben und sich deshalb zurückziehen. Auf der anderen Seite sage ich aber auch: Leute, ihr habt eine Chance verpasst, ihr hättet am Neuaufbau mitarbeiten und euch der Mitgliederversammlung im September stellen können.“

Dann, so die Vorstellung des 80-Jährigen, wären womöglich einzelne Köpfe ausgetauscht worden, aber nicht das nahezu komplette Gremium. „Die Übergangszeit wäre dann viel besser zu regulieren gewesen.“ Nun habe der Wahlausschuss die Schwierigkeit, „dass bei den bisherigen Kandidaten eine durchschlagende sportliche Kompetenz fehlt“. Marco Bode sei unter diesem Gesichtspunkt damals „ein Idealfall“ gewesen. Fischer: „Ich hatte riesige Hoffnungen, dass es eine neue Ära mit ihm geben würde. Ich glaube, der Aufsichtsrat war durch Freundschaften aber zu stark in sich verbandelt. Das war nicht gut.“

Werder Bremen-Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer: „Spannende Kandidaten“ für den neuen Aufsichtsrat

Und jetzt? Wer soll rein ins Gremium? Wer kann Werder Bremen helfen? Es sind Fragen, bei denen sich Born und Fischer bedeckt halten. „Ich weiß, dass es soundso viele Kandidaten gibt und dass der Wahlausschuss auch schon mit vielen Kandidaten gesprochen hat, aber weiter habe ich mich damit noch nicht beschäftigt“, erklärt Born. Fischer spricht derweil von „spannenden Kandidaten“, vermag aber auch keine Prognose abzugeben: „Niemand weiß, wie der neue Aufsichtsrat aussehen wird.“ Einig sind sich beide Männer aber in diesem Punkt: Die Kombination aus wirtschaftlichem Netzwerk und sportlicher Kompetenz muss zwingend wieder hergestellt werden. (dco) Auch interessant: Markus Anfang ist neuer Werder-Trainer und spricht gleich vom Aufstieg!

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

Meistgelesene Artikel

Vor Sandhausen-Spiel: Werder-Trainer Anfang ignoriert die Kritik

Vor Sandhausen-Spiel: Werder-Trainer Anfang ignoriert die Kritik

Vor Sandhausen-Spiel: Werder-Trainer Anfang ignoriert die Kritik
Anfangs Streicheleinheiten für Werder-Stürmer Füllkrug: „Ich finde ihn gut“

Anfangs Streicheleinheiten für Werder-Stürmer Füllkrug: „Ich finde ihn gut“

Anfangs Streicheleinheiten für Werder-Stürmer Füllkrug: „Ich finde ihn gut“
So seht Ihr die Zweitliga-Partie zwischen Werder Bremen und dem SV Sandhausen live im TV und im Live-Stream

So seht Ihr die Zweitliga-Partie zwischen Werder Bremen und dem SV Sandhausen live im TV und im Live-Stream

So seht Ihr die Zweitliga-Partie zwischen Werder Bremen und dem SV Sandhausen live im TV und im Live-Stream
Werder-Trainer Anfang über Niclas Füllkrug: „Ich bin froh, dass er wieder da ist”

Werder-Trainer Anfang über Niclas Füllkrug: „Ich bin froh, dass er wieder da ist”

Werder-Trainer Anfang über Niclas Füllkrug: „Ich bin froh, dass er wieder da ist”

Kommentare