Veränderungen im Fitness- und Scoutingbereich

Heineke bald schon wieder weg

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Axel Dörrfuß (rechts) hat nun in Sachen Fitness bei Werder das Sagen, Jörn Heineke wird den Club im Sommer verlassen. - Foto: nph

Bremen - Eigentlich gilt bei Werder die volle Konzentration dem Kampf um den Klassenerhalt, doch hinter den Kulissen wird schon die Zukunft geplant – für die erste, aber auch die zweite Liga. Dabei wurden schon einige Entscheidungen getroffen: So muss Athletiktrainer Jörn Heineke nach Informationen dieser Zeitung den Club nach nur einer Saison wieder verlassen.

Im Fitnessbereich hat dann Axel Dörrfuß allein das Sagen. Der 44-Jährige war im Oktober als Leistungsdiagnostiker eingestellt worden, hat aber längst weitere Aufgaben übernommen und Heineke als Fitnesscoach bei den Profis quasi abgelöst.

Offenbar mit Erfolg. Viktor Skripnik lobt nun ausdrücklich den Fitnesszustand seiner Mannschaft. „Wir sind im Laufbereich und Zweikampf jetzt nicht die schlechteste Mannschaft“, sagt der Coach. Gleichzeitig gesteht er schlechte Fitnesswerte der Profis in der Hinrunde, was allerdings auch nicht für seine Arbeit spricht. Schließlich ist er Heinekes Vorgesetzter und am Ende für den Zustand der Mannschaft verantwortlich. Zumal Heineke ein Neuling im Geschäft ist, er hat noch kein Bundesliga-Team betreut.

Trotzdem bekam er im Juni bei Werder den Job als Nachfolger von Athletikcoach Reinhard Schnittker. Sportchef Thomas Eichin hatte sich für Heineke entschieden. Der 40-Jährige sollte als Cross-Fit-Trainer mit anderen Methoden neue Wege gehen. Vor allem auch, um die Verletzungsanfälligkeit zu verringern. „Wir waren in der Hinrunde nicht aggressiv genug“, erinnert sich Skripnik nun: „Das wollten wir ändern. Wir haben einen neuen Fitnesstrainer dazu geholt – und das mit ihm analysiert.“ Also mit Dörrfuß, der zuvor bei Fortuna Düsseldorf und Greuther Fürth gearbeitet hatte.

Für Heineke ist nun kein Platz mehr. Offiziell bestätigen will Eichin das Ende der Zusammenarbeit mit Heineke nach der Saison zwar nicht, aber vielsagend teilt er auf Nachfrage mit: „In diesem Bereich wird sich einiges bewegen, wir wollen da noch professioneller werden.“ Das soll auch für den Scoutingbereich gelten. Von vier Scouts hat sich Werder bereits getrennt, nun wird auch Peer Jaekel den Club verlassen. „Auf eigenen Wunsch“, wie Eichin betont: „Er hat ein gutes Angebot.“ Für Jaekel will der Sportchef einen neuen Scout einstellen, ansonsten soll es bei der Verschlankung der Abteilung von zwölf auf acht Mitarbeiter bleiben. „Die Zeiten sind vorbei, in denen du viele Scouts brauchst, die wochenlang einen Spieler beobachten. Jetzt ist Schnelligkeit gefragt. Es gibt doch keine Geheimnisse mehr“, sagt Eichin.

Lediglich im Nachwuchsbereich sei es sinnvoll, mit vielen Scouts unterwegs zu sein. Bei den Profis setzt der Sportchef auf das Scoutingsystem Wyscout, die Zusammenarbeit mit Agenten – und einige wenige gute Scouts. Wie zum Beispiel Tim Steidten, Werders Chefscout und sportlichen Leiter der U 23. Der Aufgabenbereich des erst 36-Jährigen soll noch weiter wachsen. Steidten wird zur rechten Hand von Eichin. Aber nicht so wie es der gerade erst nach Mainz abgewanderte Rouven Schröder war. Steidten soll mehr im Hintergrund und konzeptionell auch für das Leistungszentrum arbeiten. So wie es vor Schröder Frank Baumann gemacht hat.
kni

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