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Anteilseigner, Mäzene, Einmischer: Deutsche Clubs mit unterschiedlichen Arten von Investoren

Bremen - Anteilseigner, Mäzene, Einmischer: Deutsche Clubs haben unterschiedliche Arten von Investoren. 

FC Bayern München

Adidas und Audi sowie seit kurzem Allianz halten je 8,33 Prozent der Anteile an der FC Bayern München AG und erreichen damit nicht die Sperrminorität von 25 Prozent. Der Allianz ist das Investment 110 Millionen Euro wert. Adidas hatte im Jahr 2002 für zehn Prozent 77 Millionen Euro gezahlt. Audi folgte 2009 mit 90 Millionen für 9,09 Prozent. Mit dem Allianz-Einstieg erfolgt eine Kapitalerhöhung, daher die 8,33 Prozent. Hauptanteilseigner bleibt der Verein mit 75 Prozent der Aktien.

Im Februar wird der Einstieg des Unternehmens Kohlberg Kravis Roberts & Co LP (KKR) als Investor bekanntgegeben Hertha BSC bekommt insgesamt 61,2 Millionen Euro Für 18 Millionen Euro erwirbt KKR 9,7 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co KGaA Der übrige Betrag ist ein Darlehen über sieben Jahre KKR besitzt die Option, den Anteil auf 33,3 Prozent aufzustocken Die Hertha benutzt das Geld hauptsächlich zur Umschuldung und um verkaufte Rechte (Catering etc) zurückzuholen

Borussia Dortmund

Hauptsponsor Evonik und der BVB schließen Ende Juni einen Mega-Deal ab: Der Essener Chemiekonzern erwirbt für 26,7 Millionen Euro sechs Millionen BVB-Aktien und hält damit jetzt 9,06 Prozent der Aktien In einer zweiten Kapitalerhöhung zwischen 1 Juli und dem 30 September bringt der BVB für einen oder weitere Partner noch einmal 24,6 Millionen Aktien auf den Markt Zudem hat Evonik seinen Sponsorenvertrag vorzeitig bis 2025 verlängert, das bringt dem BVB rund 200 Millionen Euro ein Der BVB ist der einzige börsennotierte Bundesliga-Club

Eintracht Frankfurt

Die Hessen haben schon lange Investoren – aus der Not heraus Um den Club vor der Pleite zu bewahren, erwarb 2003 die eigens dafür gegründete „Freunde der Eintracht AG“ 28,5 Prozent des Aktienpakets der Eintracht Frankfurt Fußball AG zum Sparpreis von vier Euro pro Aktie (4,5 Millionen Euro) Der Deal wurde jahrelang geheim gehalten, da die neuen Partner (Bankhaus Metzler, die DZ Bank, die Hessische Landesbank und die BHF Bank) kein Interesse hatten, mit dem maroden Club in Verbindung gebracht zu werden Als 2013 der Verein (nicht die Profi-Abteilung) in finanzielle Schwierigkeiten geriet, sprang die BHF Bank mit dem Kauf eines Aktienpakets für 1,25 Millionen Euro ein – ebenfalls geheim Ein langjähriger Gönner, die Steubing AG, ist mit 3,6 Prozent beteiligt, so dass dem Verein „nur“ noch 62,5 Prozent bleiben

TSG 1899 Hoffenheim

Ist Dietmar Hopp ein Investor? Immerhin hat der Milliardär nach eigenen Angaben bisher 240 Millionen Euro in seinen Heimatverein gepumpt und ihn dadurch von der Kreisliga bis in die Bundesliga geführt Aber Hopp ist wohl eher ein Gönner, ein Mäzen, weil er keinen finanziellen oder werberelevanten Rückfluss im Sinn hat Hopp hält 49 Prozent an der Spielbetriebs-GmbH – und soll sich auch ins Tagesgeschäft einmischen Der 74-Jährige Mitgründer des Software-Riesen SAP hat angekündigt, sich im Jahr 2017 oder 2018 zurückzuziehen Dann, so hofft Hopp, könne der Club „auf eigenen Füßen stehen“

Hannover 96

Bei den Niedersachsen regiert Martin Kind – mit den Millionen aus seinem Hörgerätegeschäft Die Profiabteilung ist in eine GmbH & Co KG auf Aktien ausgegliedert An der Kommanditgesellschaft hält Kind mit weiteren Gesellschaftern bereits 85 Prozent 2017 sollen es 100 Prozent sein Dafür hat Kind lange mit der DFL gestritten Die 50+1-Regel fordert eigentlich, dass immer der Verein die Mehrheit haben muss Die Werksclubs Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg (Volkswagen) besitzen eine Ausnahmegenehmigung – und Kind bald auch: Wenn sich ein Sponsor oder Investor länger als 20 Jahre bei einem Club engagiert, darf er auch die Mehrheit übernehmen, hat das DFB-Schiedsgericht entschieden

Hamburger SV 

Was wäre der Hamburger SV ohne Klaus-Michael Kühne? Zweitligist! Der Unternehmer hat den Club schon seit 2010 bei Transfers in zweistelliger Millionen-Höhe unterstützt und sich wortreich über die Medien ins Tagesgeschäft eingemischt Es folgte ein Darlehen von acht Millionen Euro, das nun auf 25 Millionen Euro erhöht wird Gegenleistung: Wenn die HSV Fußball AG beschlossen ist, soll Milliardär Kühne als Investor entsprechende Anteile an dieser Gesellschaft bekommen

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Rubriklistenbild: © dpa

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