Werder-Psychologe in Südafrika

Marlovits, der stille Beobachter

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Werder-Psychologe Andreas Marlovits arbeitet in Südafrika „wie ein Physiotherapeut, nur eben in anderer Fachrichtung“.

Johannesburg – Mal steht er ganz oben auf dem großen Gerüst neben dem Trainingsplatz, dann wieder direkt am Spielfeldrand, manchmal auch auf der kleinen Aussichtsterrasse, die viel Schatten spendet. Andreas Marlovits sucht sich gerne verschiedene Punkte, von denen aus er die Werder-Profis bei der Arbeit beobachtet.

Während des Trainingslagers in Johannesburg zählt der Sportpsychologe zur etwa 50-köpfigen Bremer Delegation – und nimmt eine besondere Rolle ein. „Die Sportpsychologie ist ein ganz wichtiger Punkt dieses Spiels“, sagt Trainer Florian Kohfeldt, der auch in Bremen eng mit Marlovits zusammenarbeitet: „Aus meiner Sicht ist es besser, von dem Angebot nicht nur in Extremsituationen Gebrauch zu machen, sondern es als grundsätzliche Begleitung zu installieren.“ 

Heißt: Marlovits ist präsent, bietet den Spielern und Trainern Einzel- und Gruppengespräche an. „Wie ein Physiotherapeut, nur eben mit anderer Fachrichtung“, schmunzelt Kohfeldt. Was genau der Psychologe mit den Profis bespricht, wird verständlicherweise nicht verraten, weil es Privatsache ist. Es dürfte aber unter anderem um Strategien gehen, mit der mentalen Belastung in der Bundesliga fertig zu werden.

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Marlovits arbeitet mit mehreren Vereinen

Marlovits stand Werder auch schon in ganz schweren Zeiten bei, als es gegen den Abstieg ging. Auch mit anderen Vereinen arbeitet er zusammen. „Ob er uns zum Klassenerhalt geredet hat oder nicht, werden wir zwar nie wissen, aber es hat uns auf jeden Fall gutgetan“, sagte Mario Gomez, damals noch in Diensten des VfL Wolfsburg, einst über den Psychologen, der an der Business School Berlin als Professor arbeitet und den Studiengang Sportpsychologie leitet.

Marlovits selbst hat seine Arbeit im Interview mit der DeichStube einmal so umrissen: „Der Psychologe steht dafür, dass er sich etwas genau ansieht, es analysiert und dann Veränderungen vorschlägt, sie teils anstößt und teils begleitet oder sogar maßgeblich vorantreibt. Das mache ich nicht ständig, weil Entwicklungen auch freie Räume zur Entfaltung benötigen.“ Die Besuche beim Professor sind bei Werder für die Spieler auch deshalb keine Pflicht. „Der eine nutzt es mehr, der andere weniger“, sagt Kohfeldt, „es wird in Südafrika aber mindestens eine Sitzung mit der gesamten Mannschaft geben.“

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Quelle: DeichStube

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