Nach Pleite mit Israel in der EM-Quali

„Schwachsinn!“ - Andreas Herzogs Klarstellung nach Kabinen-Ausraster

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Andreas Herzog, Ex-Star von Werder Bremen und aktueller Nationaltrainer Israels, ist nach einer Niederlage die Hutschnur geplatzt.

Es hat ordentlich gescheppert. Nach der bitteren 2:3-Niederlage von Israel in der EM-Qualifikation gegen Slowenien platzte Nationaltrainer Andreas Herzog in der Kabine der Kragen. Aber wie heftig war es wirklich? Gegenüber der „Bild“-Zeitung stellt der Ex-Profi vom SV Werder Bremen nun Einiges klar.

„Es ist doch Schwachsinn, dass ich da einen Tisch zertreten haben soll und die Spieler zum Weinen gebracht hätte“, sagt Andreas Herzog und wundert sich: „Welcher Spieler würde denn weinen, wenn der Trainer mal Kritik übt? Keiner! Und warum sollte ich einen Tisch zertreten? Das passt gar nicht zu mir.“

Gebrodelt hatte es in Herzog aber durchaus, das streitet der 51-jährige Österreicher auch gar nicht ab. „Ich war schon laut und emotional. Ganz klar. Ich kann es einfach nicht mehr hören, dass wir den besten israelischen Fußball der letzten 20 Jahre spielen und trotzdem verlieren.“ Gegen Slowenien war es ähnlich gewesen: „Wir führen 2:1, spielen weiterhin ,Hurra, die Gams‘ und kassieren zwei Tore – das geht so nicht.“

Andreas Herzog macht sich über seine Zukunft als Nationaltrainer Israels Gedanken

Nach der Niederlage, mit der Israel höchstwahrscheinlich die EM-Qualifikation verspielt hat, habe Herzog „eine Minute lang der Mannschaft deutlich gesagt, dass wir mit einer Niederlage niemals zufrieden sein können. Ganz egal, ob unser Spiel gut oder schlecht war. Wir müssen das langsam mal in die Köpfe bekommen.“

Dass nach der Partie in Slowenien einige Spieler geweint haben, hätte nicht an seiner Ansprache gelegen, sondern „weil sie enttäuscht und leer waren“, erklärt Andreas Herzog, dessen Zukunft als Nationaltrainer ungeklärt ist. Sein Vertrag läuft zum Jahresende aus. „Der Verband möchte gerne verlängern“, bestätigt der frühere Spielmacher von Werder Bremen. „Wir schauen nun mal, wie die nächsten Spiele verlaufen und treffen dann eine Entscheidung.“ Vier Spiele stehen in der EM-Qualifikation noch aus. (han)

Zur ersten Meldung vom 10. September 2019:

Ex-Werder-Star Andreas Herzog beschimpft seine Spieler

Ljubljana - Andreas Herzog hatte Israel von der EM-Teilnahme träumen lassen, doch nach der 2:3-Pleite in Slowenien sind die Chancen nur noch theoretischer Natur – da platzte dem ehemaligen Profi des SV Werder Bremen der Kragen. Der Nationalcoach soll in der Kabine gewütet und seine Spieler beschimpft haben. 

„Ihr seid naiv! Ihr werdet nie irgendwas erreichen!“, soll Andreas Herzog, ehemals Spieler von Werder Bremen, in der Kabine gebrüllt haben. Dabei habe der 51-jährige Österreicher gegen Flaschen getreten, ein Tisch sei zu Bruch gegangen, hieß es in israelischen Medien. Gestandene Spieler sollen in der Kabine geweint haben. Dazu habe es eine Drohung von Willi Ruttensteiner, dem technischen Direktor des israelischen Verbands, gegeben: „Wenn das an die Öffentlichkeit dringt, wird das nicht gut für Euch sein!“.

Werder Bremen: Andreas Herzog soll trotz wohl verpasster Chance auf EM Coach der Israelis bleiben

Herzog hielt derweil auch öffentlich nicht mit seiner Enttäuschung hinterm Berg. „Wir sind nicht professionell genug. Wenn ich das dritte Gegentor sehe, das ist der Horror. Wir reden immer darüber, wovon wir träumen. Aber wir müssen die entscheidenden Dinge auf dem Platz machen. Und dann machen wir solch dumme Fehler und verlieren. Das ist nicht mehr lustig", schimpfte er im israelischen Fernsehen. Trotz der wohl verspielten Chance auf die Europameisterschaft soll Andreas Herzog Teamchef der Israelis bleiben. Ob sein Ausraster daran nun etwas ändern wird, ist noch nicht bekannt. 

Herzog spielte von 1992 bis 1995 und von 1996 bis 2001 für Werder Bremen und feierte mit den Grün-Weißen 1993 die Meisterschaft. Dabei glänzte er als Spielmacher, war aber auch immer mit sehr großen Emotionen dabei – so wie jetzt auch als Trainer. (kni)

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Die DFL hat vier Bescheide des Landes Bremen wegen der Polizeikosten bei Risikospielen beglichen. Die Hälfte der 1,17 Mio. Euro will sich die DFL von Werder Bremen zurückholen. Ein Spieler der Grün-Weißen hat Grüße aus dem Krankenhaus gesendet: Kevin Möhwald von Werder Bremen wurde erfolgreich am Knie operiert. „Ich zähle schon die Tage runter, bis wir nach Berlin fahren“ - Neuzugang Leonardo Bittencourt ist heiß auf sein Bundesliga-Debüt für Werder Bremen. Am Mittwoch war derweil ordentlich Feuer im Training von Werder Bremen: Florian Kohfeldt faltete seine Spieler zusammen.

Quelle: DeichStube

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