Nouris Abwehrbasteln

Wechselspiele in der Dreierkette

+
Luca Caldirola lief neben Robert Bauer und Milos Veljkovic beim 1:1 gegen Wolfsburg für den verletzten Lamine Sane in der Abwehr auf. Steht der Italiener auch gegen SC Freiburg auf dem Platz?

Wolfsburg/Bremen - Ja, Alexander Nouri wollte an der Besetzung der Dreierkette herumbasteln. Aber nein, er hatte sich nicht Lamine Sane als den Grund dafür ausgeguckt.

Werder-Coach Nouri war vor dem Spiel beim VfL Wolfsburg (1:1) bereits entschlossen, Luca Caldirola in die Abwehr einzubauen, bevor klar war, dass Abwehrchef Sane wegen seiner Knieprobleme ausfallen würde. Vermutlich wäre Robert Bauer aus der Dreierkette abgezogen worden, Milos Veljkovic wäre nach rechts gerückt, Caldirola nach links.

Doch dann lief Werder so auf: Bauer rechts, Veljkovic zentral, Caldirola links. Wer vor der Saison darauf gewettet hätte, dass Werder einmal mit dieser Variante in eine Partie gehen würde, hätte wohl viel Geld gewonnen.

Offen, wer gegen Freiburg verteidigt

Bis auf den Caldirola-Fehler beim 0:1 durch Divock Origi hielt das aus der Not heraus erstellte Abwehrgebilde recht gut. Und Caldirola war es hinterher sehr wichtig, zu betonen, dass er keineswegs ein Notnagel und der Sane-Ersatz war, sondern ein eingeplanter Startelf-Spieler. „Das hatten wir so besprochen“, meinte der Italiener. „Ja, ganz genau“, bestätigte Nouri.

Welche Namen aber am Samstag vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen den SC Freiburg auf dem Aufstellungsbogen stehen werden, ist völlig offen. Ob Sanes Knie, das nach einem Schlag auf den Oberschenkel im Spiel gegen Schalke 04 eine unerwartete Reaktion gezeigt hat, bis dahin wieder Ruhe gibt, müsse abgewartet werden, sagte Frank Baumann. „Im Knie selbst ist aber nichts kaputt“, beschwichtigte der Sportchef. Offen ist auch, ob der seit der Saisonvorbereitung verletzte Niklas Moisander bis Samstag spielfit sein wird. Seit ein paar Tagen ist der Finne wieder im Teamtraining, Coach Nouri hält deshalb einen Einsatz gegen Freiburg für denkbar.

Caldirola zurück auf die Bank?

Wenn beide gesetzten Innenverteidiger ins Team zurückkehren sollten, wird es Robert Bauer mit großer Sicherheit erwischen. Auch Luca Caldirola hätte in dem Fall wieder schlechte Karten. In Wolfsburg freute sich der 26-Jährige aber erstmal, überhaupt wieder eine Partie bestritten zu haben. Es war seine erste in der Bundesliga seit dem 7. April. „Es war nicht einfach für mich nach so langer Zeit“, sagte er über seinen Auftritt. Vielleicht erklärt die lange Pause, auch weshalb er beim Wolfsburger Treffer nicht auf der Höhe war. „Ich komme zu spät“, gab Caldirola zu.

Milos Veljkovic machte dem Nebenmann dessen Fehler umgehend mit deutlichen Gesten klar. Ein bisschen wirkte der junge Serbe dabei schon wie der, der in der Dreierkette den Ton angibt. Tatsächlich war ihm die Rolle als Innenverteidiger in der Mitte nicht unangenehm. „Mir hat's gefallen“, sagte er. Und Baumann betonte: „Es ist gut möglich, dass wir Milos in Zukunft öfter auf dieser Position sehen werden.“ Vielleicht schon am Samstag, falls Lamine Sane dann erneut passen muss.

Einzelkritik: Caldirola patzt, Belfodil dreht auf

Ishak Belfodil
Ishak Belfodil (ab 46.): Brachte Schwung in die bis dato lahme Bremer Offensive. Gegen Wolfsburgs große Abwehrspieler die bessere Wahl an der Seite von Bartels. Was ihm allerdings fehlte: eine klare Torchance. Note 3 © Gumz
Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka: Das, was der Torhüter halten konnte, hielt er auch. Stark gegen Origi (38.), beim 0:1 dann aber machtlos, weil der Wolfsburger Stürmer aus kurzer Distanz abschloss (28.). Einziger Kritikpunkt: Bei hohen Bällen nicht immer sicher. Note 3 © nordphoto
Robert Bauer
Robert Bauer: Der Innenverteidiger agierte im Grunde wie immer: Kompromisslos im Zweikampf, mit großem kämpferischen Einsatz, im Aufbauspiel jedoch mit Schwächen. Vor dem 0:1 sah er Ntep beim Flanken nur zu, anstatt gezielt zu stören. Note 4 © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Für den verletzten Sane rückte er auf die zentrale Position der Dreierkette. Dort um Ordnung bemüht und ohne größere Fehler. Ein gewohnt unauffälliger Auftritt des Serben. Note 3 © nordphoto
Luca Caldirola
Luca Caldirola: Gab nach dem Sane-Ausfall sein Saisondebüt als linker Innenverteidiger – und erwischte dabei keinen guten Abend. Den Italiener traf die Hauptschuld am 0:1, weil er Origi in der Mitte entwischen ließ. Auch sonst mit einigen unglücklichen Aktionen. Note 4,5 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Kam nicht gut ins Spiel: In der sechsten Minute warf er einen Einwurf direkt wieder ins Aus. Leistete sich einige Fehlpässe, hatte kurz vor der Pause dann aber die bis dato beste Bremer Chance, als er den Ball im Fallen aufs Tor brachte (41.). Traf später das Lattenkreuz (71.) und scheiterte per Hacke an VfL-Keeper Casteels (80.). Anders als ein Jahr zuvor wurde er diesmal nicht zum Matchwinner gegen die „Wölfe“. Note 3,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein (bis 45.): Werders Sechser hatte Probleme mit den schnellen Didavi und Malli, die ihn wiederholt stehen ließen. Schaffte es nicht, Ordnung ins Spiel zu bringen und musste vor der zweiten Hälfte für Bargfrede Platz machen. Note 4,5 © nordphoto
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson: Es war in Hälfte eins kein gutes Spiel des Schweden. Vorstöße auf der linken Außenbahn zeigte er (fast) gar nicht, in der Defensive leistete er sich zudem Stockfehler. Steigerte sich nach der Pause. Note 3,5 © nordphoto
Jerome Gondorf:
Jerome Gondorf (bis 45.): Da Kainz neben Bartels im Sturm auflief, kehrte er als Achter zurück in die Startelf. Traf viele falsche Entscheidungen – wie in der 16. Minute, als er in guter Schussposition einen Fehlpass spielte, anstatt selbst abzuschließen. Holte sich Gelb ab und musste in der Kabine bleiben. Note 4,5 © nordphoto
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Der Kapitän war im ersten Durchgang überhaupt nicht im Spiel, ließ sich ein ums andere Mal von Wolfsburgs Camacho überrumpeln, was die Bremer Hintermannschaft in Schwierigkeiten brachte. Danach verbessert. Bereitete das 1:1 per Flanke vor und suchte selbst Abschlüsse. Note 3 © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz: Begann für den verletzten Kruse an der Seite von Bartels als Sturmspitze, ehe er in Hälfte zwei ins Mittelfeld zurückkehrte – und deutlich gefährlicher wurde. Hatte gleich nach Wiederbeginn zweimal den Ausgleich auf dem Fuß (46./49.). Sehr auffällig, war fast an jeder guten Offensivszene beteiligt. Note 2,5 © nordphoto
Fin Bartels:
Fin Bartels (bis 90.): Werders Nummer 22 ist endlich in der Saison angekommen. Zwar glückte ihm auch in Wolfsburg längst nicht alles, stark dann aber sein Kopfballtreffer zum 1:1 (56.). Wie immer lauf- und einsatzfreudig. Note 3 © nordphoto
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (ab 46.): Deutlich präsenter als sein Vorgänger Eggestein. Schnörkellos und mit klaren Aktionen. Trug maßgeblich dazu bei, dass Werder nach dem Wechsel deutlich besser wurde. Note 3 © Gumz
Izet Hajrovic
Izet Hajrovic (ab 90.): Hatte keine Szene mehr. Note - © Gumz

Quelle: DeichStube

Das könnte Sie auch interessieren

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Kindergartenfest Bücken

Kindergartenfest Bücken

Meistgelesene Artikel

Yuya Osako - das kleine Ungeheuer

Yuya Osako - das kleine Ungeheuer

Kein Notkauf - aber Baumann hält weiter Ausschau

Kein Notkauf - aber Baumann hält weiter Ausschau

Auch bei Sechser-Mangel: Keine Chance mehr für Petsos

Auch bei Sechser-Mangel: Keine Chance mehr für Petsos

Möhwald ist zurück - Harnik fehlt wohl gegen Hannover

Möhwald ist zurück - Harnik fehlt wohl gegen Hannover

Kommentare