Diese Kommerzialisierung wird abgelehnt 

Fan-Ärger um die Wonderwall von Werder

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Das Motto für die neue Saison:  „Green.White.Wonderwall„

Bremen – Jede Saison braucht inzwischen ein Motto, das gehört zum Marketing eines Bundesligisten offenbar einfach dazu. Vor einem Jahr setzte der SV Werder Bremen gemeinsam mit dem neuen Ausrüster Umbro auf den Slogan „We dare“ („Wir trauen uns“) - in Anlehnung an das bremische „Wagen und Winnen“.

Das passte auch zum mutigen Saisonziel Europa, wenngleich es wahrscheinlich gar nicht jeder verstand. Trotzdem geht es auf Englisch weiter, diesmal aber einfacher, was die Sache aber nicht einfacher macht, denn einige Fans sind über „Green.White.Wonderwall.“ ziemlich verärgert.

Statement von „WFC #Twerder“ zur Kampagne von Werder Bremen

„Wir wollen uns hiermit ganz klar von dieser Kommerzialisierung unserer Fanaktion von vor drei Jahren distanzieren!“,heißt es in einem ausführlichen Statement des „WFC #Twerder“. Dieser Fanclub hatte2016 die „Green White Wonderwall“ ins Leben gerufen, um Werder im Abstiegskampf zu retten. Daraus entstand nicht nur eine bundesweit viel beachtete und oft gelobte Kampagne mit dem Busempfang vor dem Frankfurt-Spiel als emotionalen Höhepunkt, sondern ein regelrechtes Gefühl in Bremen. Fans, Profis und Club scheinen seitdem enger verbunden zu sein als anderswo.

Fans von Werder Bremen gegen die kommerzielle Nutzung des Slogans

„Auf der einen Seite freuen wir uns natürlich darüber, dass auch in der so schnelllebigen Fußballwelt noch nach so langer Zeit das Thema der #greenwhitewonderwall in dieser Weise präsent zu sein scheint und positive Gefühle hervorruft“, schreibt der Fanclub: „Für uns war die GWW jedoch eine Fanaktion aus Liebe zum Verein, die mit dem damaligen Klassenerhalt ihren Abschluss gefunden hat. Obwohl die Zeit nicht nur sehr schön, sondern auch mit einigen negativen Gefühlen verbunden war, wie der Angst vor einem drohenden Abstieg und der extrem vielen Arbeit, die einige wenige aus unseren Reihen in die Aktionen gesteckt haben, haben wir die letzten Spieltage der Saison 2015/2016 in sehr guter Erinnerung. Wir wünschen uns, dass dies auch so bleibt. Diese Erinnerungen werden uns jetzt, durch das erneute Aufwärmen des Leitspruches, leider genommen.“ 

Damals wie heute seien sie strikt gegen eine kommerzielle Nutzung des Slogans gewesen. „Bedauerlicherweise wurde uns dieses Mal nicht die Möglichkeit gegeben, Einspruch gegen die aktuelle Marketingkampagne einzulegen, wir konnten unseren Standpunkt lediglich erklären.“ Werder hatte den Fanclub vorab informiert.

Werder Bremen: Fans verbinden Slogan mit Abstiegskampf 

Was der Bundesligist mit seiner Wonderwall so wirklich vorhat, ist noch nicht ganz klar. Es geht aber wohl vor allem darum, die Fans noch mehr einzubinden, ihnen einen Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren – und das ganz dicht neben den Protagonisten, also den Profis. 

Diese Fannähe begrüßt der „WFC #Twerder“ durchaus, kann aber nicht verstehen, „warum sich von Vereins- bzw. Marketingseite kein eigener Slogan ausgedacht wurde“. Außerdem wäre die GWW nun einmal eng mit dem Thema Abstiegskampf verbunden. Jetzt gehe es Werder aber viel besser. „Heute befinden wir uns im Aufschwung, haben nur knapp die europäischen Plätze und den Einzug ins Pokalfinale verpasst, fahren wieder mutig nach München oder anderswo hin, ohne Angst zu haben, eine Klatsche zu kassieren. Darauf sollte aufgebaut werden.“ Die Green-White Wonderwall würde da gar nicht mehr passen.

Quelle: DeichStube

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