Bisher erst 27 Bremer Gegentore

Am Limit: Der SV Werder Bremen und die neue stabile Defensive

Werder Bremen hat die defensive Wende geschafft - auch dank Ömer Toprak (r.).
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Werder Bremen hat die defensive Wende geschafft - auch dank Ömer Toprak (r.).

Bremen – Wer den Grund dafür sucht, warum sich der SV Werder Bremen in dieser Saison noch nie in akuter Abstiegsgefahr befunden hat, dem sei ein Blick auf die Gegentore empfohlen.

Nur 27 Mal zappelte der Ball im Netz des Tabellenelften. Bei allen Teams darunter hat es viel häufiger geklingelt, bei einigen Teams darüber sogar auch. Allerdings hat Werder Bremen eine Partie weniger ausgetragen. Unabhängig davon sieht Trainer Florian Kohfeldt seine Mannschaft in der kompletten Defensivarbeit noch nicht am Ziel, in einem Teilbereich dafür aber schon.

„Was die Torverteidigung angeht, ja, da sind wir am Limit. Was die ganze defensive Arbeit betrifft aber noch nicht. Da müssen wir noch besser werden“, sagt Kohfeldt und erklärt: „Wir haben zu wenige Balleroberungen.“ Bei hohen Pressingphasen laufe es eigentlich ganz gut – in der Zone davor, „wenn wir nicht so tief stehen“, jedoch nicht. Daran gelte es weiter zu arbeiten.

Werder Bremen-Abwehr: Trainer Florian Kohfeldt hat die defensive Wende geschafft

Aber der erste große Schritt sei in jedem Fall geschafft. „Das erklärte Ziel war eine erhöhte defensive Stabilität und diese Mentalität in jeden Spieler komplett reinzukriegen“, berichtet der Coach. Und jeder kann sich gewiss noch gut daran erinnern, dass die Bremer Abwehr in der Vorsaison alles andere als sicher wirkte und auch nicht war. 69 Gegentore in 34 Spielen sind eine Menge. Nur Absteiger SC Paderborn zeigte da noch weniger Gegenwehr (74 Gegentreffer).

Kohfeldt schaffte tatsächlich die defensive Wende bei Werder Bremen. Stolz will er darauf aber nicht sein, betont der 38-Jährige, das sei der falsche Begriff: „Aber wenn man sieht, dass auch ein Stürmer wie Milot Rashica keine Verteidigungsaktion weglässt, dann muss ich damit zufrieden sein.“

Werder Bremen-Defensive: Ömer Topraks Klasse überträgt auch auch auf seine Nebenleute wie Marco Friedl

Der Weg, über die defensive Stabilität wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren und darüber irgendwann wieder zum anvisierten Bremer Offensivfußball zu kommen, scheint zu funktionieren. Einen großen Anteil daran hat gewiss auch ein Ömer Toprak. Der 31-Jährige ist nach so viel Verletzungspech endlich dauerhaft fit und der absolute Chef im Abwehrverbund. Seine Klasse überträgt sich auch auf die Nebenleute, was besonders bei Marco Friedl zu sehen ist. Der wagt es zum Beispiel inzwischen viel häufiger, im Stile eines Topraks anzudribbeln.

Doch bei aller Freude über diese Entwicklung, bleibt Kohfeldt auch vorsichtig. Noch sei das Ziel, stabil in der Liga zu bleiben, nicht erreicht. Innerhalb der nächsten drei Wochen könnte mit den Spielen gegen Hoffenheim, Frankfurt, Köln und Bielefeld aber durchaus schon eine Vorentscheidung fallen. (kni)

Zur letzten Meldung vom 6. Februar 2021:

Dank Ömer Toprak und neuem Bewusstsein: Werder Bremen ist hinten plötzlich stabil

Bremen – Nach der Erholungspause gegen Greuther Fürth wird es nun auch für Ömer Toprak wieder ernst: Vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld (Sonntag, 18.00 Uhr) wird er in die erste Elf von Werder Bremen zurückkehren. Schließlich ist es zu großen Teilen auch das Verdienst des 31-Jährigen, dass die Bremer Abwehr in dieser Saison zu den sichersten der Liga zählt.

Vor dem 20. Spieltag hatten nur fünf Vereine – darunter die Topteams Bayern München, RB Leipzig und VfL Wolfsburg – weniger Gegentore kassiert als die 27 des SV Werder Bremen. Kurz vor dem Gastspiel in Bielefeld hat Trainer Florian Kohfeldt erklärt, welche Rolle Toprak für die gestärkte Defensive spielt – und weshalb die neue Stabilität ein Erfolg der gesamten Mannschaft ist.

Kleiner Rückblick: Vor der Saison hatte der Werder-Coach verkündet, dass er mit seinem Team zwar nach wie vor attraktiven Offensivfußball spielen möchte, der Weg dorthin nun aber ein anderer sei als zuvor – nämlich der über die Grundtugenden des Spiels. Tenor damals: Erst wenn die Basics sitzen, kann daraus irgendwann wieder mehr entstehen. Und diese Basics saßen nach der Fast-Abstiegssaison überhaupt nicht mehr. Inzwischen ist das deutlich besser geworden. „Mit Ausnahme von zwei Spielen in der Hinrunde haben wir es bisher über die gesamte Saison geschafft“, sagte Kohfeldt und klammerte das Hinspiel von Werder Bremen gegen Hertha BSC (1:4) sowie das 3:5 beim VfL Wolfsburg aus. „Da waren es jeweils zu viele Gegentore, aber sonst sind wir immer stabil gewesen“, betonte Kohfeldt, der die Gründe dafür an allen Mannschaftsteilen festmachte.

Werder Bremen: Alle denken defensiv

„Es gibt ein Bewusstsein in der gesamten Mannschaft dafür, wie wichtig das defensive Arbeiten ist“, sagte der Trainer. Ob nun Josh Sargent als einzige echte Sturmspitze oder das Mittelfeld um Maximilian Eggestein, Kevin Möhwald, Manuel Mbom und Romano Schmid: Sie alle denken defensiv. Und helfen dadurch natürlich auch Torhüter Jiri Pavlenka, laut Kohfeldt derzeit "in sehr guter Verfassung", sowie dem Prunkstück der Bremer Abwehr – der Dreier- beziehungsweise Fünferkette.

„Wir haben da hinten einen sehr, sehr stabilen Verbund“, betonte Kohfeldt und zählte ausdrücklich auch Back-up-Profi Niklas Moisander mit auf. Im Mittelpunkt standen zuletzt aber andere. Die Außenspieler Theodor Gebre Selassie und Ludwig Augustinsson und sogar noch etwas mehr die Innenverteidiger Milos Veljkovic, Marco Friedl – und eben Ömer Toprak, der den zentralen Part in der Abwehrkette des SV Werder Bremen gibt.

Werder Bremen hofft, dass Ömer Toprak im Rhythmus bleibt

„Ömer ist eine dominante Persönlichkeit, auch in der Kabine. Er nimmt sich sehr den jungen Spielern an und gibt immer wieder Tipps“, berichtete Kohfeldt. Zudem habe Toprak etwas, das große Spieler auszeichne: „Er hat den Mut. Am Ende ist es relativ egal, ob es Training ist oder Spiel – er spielt den Ball, dribbelt an und hat keinen Schiss.“ In den vergangenen Wochen war deutlich zu erkennen, dass Toprak Werders Abwehrkette so auf ein anderes Level heben kann. Nur fit muss er dafür bleiben, darf sich auf keinen Fall die nächste schwerwiegendere Verletzung zuziehen.

Kohfeldt: „Wichtig ist, dass er im Rhythmus bleibt, dass wir da keinen längeren Ausfall haben. Es ist das erste Mal, seit Ömer bei Werder ist, dass er diesen Rhythmus hat. Und dann sieht man auch, welch starke Figur er für uns ist.“ Eine, die mit dafür verantwortlich ist, dass nach 19 Spieltagen erst 27 Gegentore zu Buche stehen. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte Werder Bremen zu diesem Zeitpunkt schon 44 kassiert. (dco) Auch interessant: Verfolgt das Bundesliga-Spiel des SV Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld im Liveticker der DeichStube. Wie gewohnt verraten wir euch in unserem TV-Guide wie ihr Das Auswärtsspie von Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld live im TV und im Stream sehen könnt.

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