Ein Abenteuer in Kasachstan

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Auslosung zur Europa League: Werder Bremen trifft auf Aktobe, den amtierenden kasachischen Meister

Bremen (csa)- Über dieses Los lässt sich stöhnen oder lachen: Werder Bremen trifft in der Play-off-Runde zur Europa League auf den kasachischen Vertreter FK Aktobe Lento. Das ergab die Auslosung gestern Mittag in Nyon.

Werder hat damit die sportlich wohl leichteste Aufgabe, aber logistisch die definitiv größte Herausforderung erwischt. 3 780 Kilometer liegen zwischen den beiden Städten – so weit musste Werder noch nie für ein Europapokalspiel reisen. Selbst zum Nordpol wären es nur 120 Kilometer mehr. „Das wird ein kleines Abenteuer“, meint Sportdirektor Klaus Allofs und macht dabei den Eindruck, als ob er tatsächlich Lust auf den Trip hätte: „Ich war noch nie in Kasachstan. Jetzt können wir ein weiteres Fähnchen auf die Weltkarte stecken…“

Wenn Werder alles richtig macht, kann die Reise nach Zentralasien (politisch gehört Kasachstan zu Europa) zum entspannten Erlebnis-trip werden. Denn das Hinspiel findet am 20. August in Bremen (21.00 Uhr/ZDF live) statt, das Rückspiel eine Woch später in Aktobe. Allofs: „Zu Hause müssen wir den Grundstein legen.“ Für die Partie hat Werder dank der Kopplung an Dauerkarten bereits 17 000 Tickets abgesetzt. Dass es noch signifikant mehr werden, bezweifelt angesichts des unbekannten Gegners selbst Allofs: „Aktobe ist kein Name, bei dem alle gleich Hurra schreien und sich die Karten aus den Händen reißen.“ Gleichwohl sollte das Team die Aufgabe ernst nehmen. „Wenn wir die Geschichte so konzentriert angehen wie den DFB-Pokal gegen Union Berlin, werden wir die Europa League sicher erreichen“, prophezeit der Sportdirektor.

Daran sollte es tatsächlich keinen Zweifel geben. Denn von den 76 Teams, die gestern in den Lostöpfen lagen, hatte Werder mit 91,339 Punkten den höchsten aller Koeffizienten. FK Aktobe mit 0,649 den niedrigsten. Die Kasachen haben in diesem Jahr zum ersten Mal überhaupt einen internationalen Vergleich gewonnen. In der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League setzte sich der kasachische Meister und aktuelle Tabellenführer der Premjer-Liga gegen den isländischen Champion FH Hafnarfjördur mit 4:0 und 2:0 durch – es war der größte Erfolg der Club-Geschichte. In der darauffolgenden Runde war Maccabi Haifa aus Israel Endstation. Allerdings war’s eine knappe Angelegenheit. Nach einem 0:0 im 13 500 Zuschauer fassenden Zentralstadion von Aktobe führte der Bremer Gegner in Israel nach 15 Minuten schon mit 3:0, verlor am Ende aber noch mit 3:4. Ein seltsamer Verlauf – findet auch Klaus Allofs: „Da muss irgendwas passiert sein…“

Über mehr Infos als die aufgezählten verfügte auch Werder gestern nicht. „Sportlich tappen wir im Dunkeln“, gibt Klaus Allofs zu. Demnächst muss sich also ein Scout auf die 3 780 Kilometer lange Reise machen, um den Gegner zu beobachten. Er sollte nicht das Auto nehmen – die Reise würde ca. 45 Stunden dauern, ohne Pausen.

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