DeichBlick-Kolumne von Jurica Vranjes

Jurica Vranjes: „Werder hat eigentlich nur 80-Prozent-Profis“

Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf Fuhrmann schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Nils Petersen, Klaus Allofs und Rolf Fuhrmann schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

Von Jurica Vranjes. Werder Bremen war gegen Union schlecht, richtig schlecht. Und da habe ich mich gefragt: Wie war das eigentlich zu meiner Werder-Zeit, wenn wir schlecht gespielt haben? Ich erinnere mich: Dann ist Trainer Thomas Schaaf zu unseren drei, vier Führungsspielern gegangen und hat mit ihnen Klartext geredet. Diese Spieler wie Torsten Frings, Per Mertesacker, Naldo, Frank Baumann oder Diego haben den Rest mit der Mannschaft geklärt – und danach haben alle Vollgas gegeben. 

Es musste dabei gar nicht laut werden, es war auch so deutlich genug, worum es ging. Nun frage ich mich aber: Zu wem soll Florian Kohfeldt eigentlich gehen? Wer sollen diese drei, vier Führungsspieler sein? Ich sehe sie nicht! Gerade in so einem Spiel wie gegen Union Berlin, in dem nichts zusammenläuft, musst du diese Führungsspieler aber sehen – wenigstens ein bisschen. Aber da war nichts. Und das macht mir Sorgen.

Werder Bremen im Abstiegskampf: Jurica Vranjes nimmt fünf Spieler in die Pflicht

Für mich sind jetzt fünf Spieler entscheidend: Leonardo Bittencourt, Ömer Toprak, Jiri Pavlenka, Maximilian Eggestein und mit Abstrichen Niclas Füllkrug. Leo Bittencourt muss endlich mal ein ganzes Spiel lang und gerne auch noch länger zeigen, was er drauf hat. Die Qualität besitzt er, aber er lässt viel zu schnell nach. Bei Ömer Toprak stimmt immer noch nicht das Preis-Leistungs-Verhältnis, er muss stabiler spielen und die Mannschaft viel mehr führen. Im Tor wünsche ich mir von Jiri Pavlenka ein souveräneres Auftreten und weniger Fehler. Auch ein Maximilian Eggestein muss sich dringend steigern. Vor zwei Jahren wollte ihn Borussia Dortmund haben, von diesem Leistungsstand ist Maxi weit entfernt. Niclas Füllkrug wird leider immer wieder von Verletzungen gestoppt. Er braucht noch ein bisschen Zeit, aber dann muss er unbedingt treffen, damit Werder Bremen drin bleibt.

Das große Problem ist doch: Werder hat eigentlich nur 80-Prozent-Profis, die zu selten ein wirklich hohes Bundesliga-Niveau erreichen – und noch seltener alle gleichzeitig. Florian Kohfeldt gibt da aus meiner Sicht alles, aber die Mannschaft ist zu limitiert. Doch zu deutlich darf er das den Spielern auch nicht sagen. Denn erstens sind die Profis heutzutage viel zu schnell beleidigt. Und zweitens besteht auch die Gefahr, dass sie gar nicht mehr an sich glauben. Dann geht gar nichts mehr.

Jurica Vranjes: Werder Bremen muss im Abstiegskampf noch mehr arbeiten

So blöd es klingen mag, aber es hilft jetzt nur eines: trainieren, trainieren, trainieren. Neue Spieler wird es nicht geben, dafür fehlt Werder Bremen leider das Geld. Das muss man in diesen schwierigen Zeiten akzeptieren und das Beste daraus machen. Werder kann auch so den Klassenerhalt schaffen, es gibt genügend Clubs mit ähnlichen Problemen. Doch dafür müssen sich alle quälen und alles aus sich herausholen. Ansonsten wird es schon am Samstag in Leverkusen ungemütlich. Mein Ex-Club hat zuletzt etwas geschwächelt, will aber unbedingt in die Champions League. Rudi Völler wird der Mannschaft ordentlich Druck machen. Genauso wie Trainer Peter Bosz. Sie haben es da etwas leichter als Florian Kohfeldt, weil sie mit ihrem großen, starken Kader konsequent handeln und auch mal Zeichen setzen können. Bei Werder Bremen ist das schwieriger, weil es kaum Alternativen zu den oben angesprochenen Spielern gibt. Da muss Kohfeldt jetzt den richtigen Weg finden.

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