Aufsteiger Braunschweig zu ängstlich

Junuzovic beendet die Bremer Sieglos-Serie – 1:0

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Der Braunschweiger Ken Reichel (l) und Bremens Cedrick Makiadi kämpfen um den Ball.

Braunschweig - Werder Bremen hat verkorkste sechs Wochen mit einem Schlag vergessen lassen. Die Norddeutschen feierten nach einer chaotischen Saisonvorbereitung und der Pokalblamage beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken zum Bundesliga-Start ein 1:0 (0:0) beim Aufsteiger Eintracht Braunschweig.

Den entscheidenden Treffer zum schmeichelhaften Sieg erzielte Zlatko Junuzovic (82.). Für die Eintracht war es vor 23 000 Zuschauern eine ernüchternde Rückkehr nach 28 Jahren ohne Bundesliga-Spiel. Unübersehbar viel Respekt vor der obersten Spielklasse lähmte über weite Strecken viele Aktionen der Gastgeber. Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht hatte acht Erstliga-Debütanten in seine Startformation berufen, entsprechend vorsichtig gingen die Niedersachsen in der Anfangsphase zu Werke. Insbesondere in der ersten Halbzeit beschränkte man sich weitgehend auf eine solide Deckungsarbeit und traute sich nur gelegentlich in die Nähe des Bremer Strafraums. Bei beiden Teams kam kaum ein Spielfluss zustande, immer wieder machten technische Schwächen erfolgversprechende Aktionen schon im Ansatz zunichte. 

Nach ihrer Negativserie von 14 Pflichtspielen ohne Sieg wirkten aber auch die Hanseaten nicht sonderlich selbstbewusst. Dennoch hätte eine zielstrebige Aktion in der siebten Minute beinahe zum Führungstreffer geführt: Torjäger Nils Petersen setzte aus sechs Metern Entfernung einen Kopfball knapp neben den rechten Torpfosten. Vier Minuten nach dem Seitenwechsel hatte der Ex-Münchner erneut einen Torerfolg auf dem Fuß, scheiterte jedoch aus kurzer Distanz an Eintracht-Torhüter Marjan Petkovic, dem Lieberknecht nach einer längeren Zeit des Überlegens den Vorzug vor Daniel Davari gegeben hatte. Glück brauchte der SV Werder in der 64. Minute, als Außenverteidiger Ken Reichel mit einem wuchtigen Distanzschuss nur die Latte traf. Acht Minuten später verzog Ermin Bicakcic nur knapp. Quasi im Gegenzug traf Petersen in der 73. Minute aus spitzem Winkel lediglich das Außennetz. Braunschweig wurde nun stärker, weil der Aufsteiger endlich mehr riskierte. Doch der Schuss ging nach hinten los. Ein Befreiungsschlag von Werder-Verteidiger Sebastian Prödl landete bei Junuzovic, der allein auf das Eintracht-Tor zusteuerte und eiskalt vollstreckte. 

Bremen gewinnt 1:0 in Braunschweig

"„Endlich haben wir mal wieder gewonnen"“, freute sich der Torschütze, und Thomas Eichin jubelte nach seinem ersten Sieg als Werder-Sportchef: „Für uns alle ist die Erleichterung riesengroß. Wir haben den Bock endlich umgestoßen. Darauf mussten wir sehr, sehr lange warten.“ Beide Mannschaften hatten die neue Spielzeit am vergangenen Wochenende mit Niederlagen in der ersten Runde des DFB-Pokals begonnen. Braunschweig unterlag beim Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld mit 1:2, die Mannschaft des neuen Werder-Trainers Robin Dutt verlor in Saarbrücken 1:3. Die stellungssicheren Abwehrspieler Ermin Bicakcic und Reichel waren noch die stärksten Akteure bei den Platzherren, die ihren verletzten Torjäger Domi Kumbela schmerzlich vermissten. Bei den Bremern verdienten sich Felix Kroos sowie Petersen die Bestnote.

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