Thomas Schaaf sollte beantworten, ob er gegen den VfB Stuttgart den besten Naldo aller Zeiten gesehen hatte

Der beste Naldo aller Zeiten?

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Der Gruß auf die Tribüne galt auch der Familie, der Naldo sein Freistoßtor widmete.

Bremen -  Die Frage musste kommen, weil sie absolut berechtigt war. Thomas Schaaf sollte beantworten, ob er gegen den VfB Stuttgart den besten Naldo aller Zeiten gesehen hatte. Der Werder-Trainer hätte ganz einfach ja sagen können und damit bestimmt nicht gelogen.

Aber Schaaf sah in der Leistung des brasilianischen Phänomens aus der Viererkette nichts Außergewöhnliches. Er habe den Naldo gesehen, „den wir schon immer hatten“, sagte der 51-Jährige.

Eine Aussage, die letztlich nichts anderes ist als das größte Lob aller Zeiten. Denn wenn ein Abwehrspieler Top-Werte in den Bereichen Zweikämpfe und Passspiel erreicht, zudem noch einen Freistoß traumhaft im gegnerischen Tor versenkt und der Trainer anschließend sagt, dass das alles normal sei – ja, was ist das denn für ein Spieler? Ein Naldo eben.

So schön jubelt Bremen mit Naldo

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Das erstaunliche Comeback des 29-Jährigen nach 16-monatiger Verletzungspause ist in den zurückliegenden Wochen bereits hinreichend bestaunt worden. Doch in Momenten wie dem am späten Sonntagnachmittag muss sich Klaus Allofs doch noch mal zwicken, um sich zu vergewissern, dass wahr ist, was er sieht. Normal sei es, dass ein Spieler nach langer Auszeit einen mindestens ebenso langen Anlauf bis zur Normalform braucht. „Aber bei Naldo“, stellte der Bremer Sportdirektor zum wiederholten Mal fest, „geht alles viel schneller.“

Stuttgart war Naldos fünfter Einsatz über 90 Minuten seit seinem Comeback – und der erste nach einer schweren Bronchitis. Es war auch sein bestes Spiel (Kreiszeitungs-Note 1). Aber nicht so gut, dass der brasilianische Abwehrhüne rundum zufrieden gewesen wäre. „Jedes Lob freut mich, aber ich weiß, dass ich mich noch weiter verbessern kann“, sagte Naldo über Naldo. Und dann sagte er auch noch etwas über seine Familie, die ihm in der schweren Zeit viel Halt gegeben hatte: „Ihr widme ich mein Tor heute.“ Jenen Freistoß, den er in den Winkel gefeuert hatte. Es war gewissermaßen bester Anschauungsunterricht für Sohnemann Naldinho. „Er schießt fast schon so hart wie ich“, scherzte Naldo. Was wohl ziemlich übertrieben war. Denn Naldinho ist gerade mal sechs Jahre alt. csa

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