Werder ist bereit für das Nordderby

Ohne Prödl, aber mit Vulkan Frings

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Werders Co-Trainer Torsten Frings (l.).

Bremen - Von Björn Knips. Torsten Frings war auf dem Weg von der Kabine zum Trainingsplatz so vertieft in das Gespräch mit Izet Hajrovic, dass er die Glückwünsche zu seinem 38. Geburtstag nur mit einem knappen „Danke“ zur Kenntnis nahm. Sofort widmete sich der Co-Trainer des SV Werder gestern Nachmittag wieder dem Offensivspieler – einem echten Nordderby-Frischling.

Der Bosnier konnte also Nachhilfe in Sachen Spiele gegen den Hamburger SV gebrauchen, und hätte keinen besseren Lehrer bekommen können, denn gegen keinen anderen Verein hat Frings in seiner Karriere (Werder, Dortmund, FC Bayern) häufiger gespielt: 30 Mal! Zwölf Mal verließ er den Platz als Sieger, nur neun Mal als Verlierer. Nach dem heutigen Duell in Hamburg (15.30 Uhr) soll die Bilanz noch besser sein.

Natürlich spielt Frings nicht mit, aber möglicherweise wird der Co-Trainer an der Seitenlinie aktiver sein als bislang. Zumindest deutet das sein Chef Viktor Skripnik an, der angesprochen auf Heißmacher Joe Zinnbauer vom HSV erwiderte: „Ich bin ein ruhiger Typ, aber Torsten kann auch ein Vulkan sein.“ Ob er wirklich ausbricht? Die Derby-Vorberichte sprechen dafür. Zinnbauer hat die Stimmung mächtig angeheizt, fordert im Abstiegskampf sogar einen Lautstärkerekord in der Imtech-Arena. „Ist doch schön, wenn es laut wird“, findet Skripnik, grinst und konzentriert sich umgehend aufs Wesentliche: „Wir wollen die Werder-Fans feiern lassen, das ist unsere Hauptaufgabe!“ Dafür würde die Mannschaft „Gas ohne Ende“ geben: „Plan A, Plan B – alles steht.“ Plan A ist dabei schon Vergangenheit.

Denn Sebastian Prödl fehlte gestern beim Abschlusstraining und wird auch heute in Hamburg nicht dabei sein. Die Leistenprobleme konnten so schnell nicht behoben werden, mindestens bis Mittwoch wird der Österreicher pausieren. Für den Abwehrchef wird Assani Lukimya in die Innenverteidigung rücken. Im Sturm muss Skripnik ebenfalls unfreiwillig umstellen. Nils Petersen soll den verletzten Franco Di Santo ersetzen. Nebenmann könnte Hajrovic werden. Denn Eljero Elia hat vor zwei Wochen gegen Stuttgart als zweite Spitze total enttäuscht.

Wahrscheinlich hat Frings mit Hajrovic sogar mehr über einen Startelf-Einsatz gesprochen als über das Nordderby als solches. Das lässt zumindest eine Grundsatzrede von Clemens Fritz vermuten. Der 32-Jährige schloss jedenfalls kategorisch aus, den jüngeren Kollegen von seinen Derbys zu berichten: „Die Geschichten von früher gingen mir schon auf den Nerv, als ich noch ein junger Spieler war. Jetzt ist jetzt.“ Und das heißt Abstiegskampf pur. Der Tabellen-17. empfängt den Tabellen-16. – dem Verlierer droht am Abend die Rote Laterne, wenn der VfB Stuttgart gegen den FC Augsburg punktet. „Wir müssen schauen, dass wir die Clevereren sind.

Der HSV wird verunsichert sein, hat zuletzt nicht geglänzt. Vom Kopf her ein kleiner Vorteil für uns.“ Drei Pflichtspielsiege in Folge haben das Bremer Selbstbewusstsein wieder gedeihen lassen. Und Skripnik hat in der Länderspielpause weiter für gute Stimmung gesorgt: „Wir haben zwei Wochen eine echt gute Zeit gehabt, haben viel miteinander gelacht und geredet. Wir hatten auch mal Ruhe, konnten im Training einfach mal kicken, das macht den Jungs auch Spaß. Es ist nicht so, dass Profis immer nur ans Geld denken, das sind alles Fußballer mit Begeisterung.“

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