Werder morgen klarer Außenseiter gegen „rollenden“ FC Bayern / Frappierende Unterschiede

Diesmal gibt’s kein Gipfeltreffen

Die Bremer Stürmer um Marko Arnautovic (links/im Pokalspiel im Oktober) haben in dieser Saison noch keine Bäume ausgerissen – ob das nun ausgerechnet gegen die gute Defensive des FC Bayern (hier Holger Badstuber) gelingt?

Werder-Bremen - Von Malte Rehnert und Ole Schlabers · Der Nord-Süd-Gipfel, das Aufeinandertreffen zweier Top-Teams der Fußball-Bundesliga, ein absolutes Spitzenspiel: So oder so ähnlich wurden Duelle zwischen Werder Bremen und Bayern München in der Vergangenheit fast immer umschrieben, weil die Mannschaften sich nahezu auf Augenhöhe befanden. Morgen (15.30 Uhr) im Weserstadion ist es anders.

Die Bayern haben gerade Fahrt aufgenommen und immerhin noch zwei reelle Titelchancen, die Bremer „Achterbahn“ mit Aufs und noch mehr Abs befindet sich derzeit auf Rang 14 – nur drei Pünktchen vom Relegationsplatz entfernt. Werder ist diesmal krasser Außenseiter, die Unterschiede zwischen beiden Teams sind teilweise frappierend.

Werder Training mit Samuel und Stevanovic

Ein Überblick:

Die Form

Werder überzeugte zwar – vor allem kämpferisch – beim 2:1 zum Rückrundenauftakt gegen Hoffenheim. Aber dann folgte das niederschmetternde 0:3 in Köln, was den gerade heranwachsenden Optimismus prompt wieder zerstörte. „Ich hatte gehofft, dass der späte Sieg gegen Hoffenheim Kräfte freisetzt“, sagt Trainer Thomas Schaaf. Aber so war’s nicht – und der Coach musste feststellen: „Natürlich hat das Selbstvertrauen gelitten, in so einer Situation versprüht man es nicht gerade. Und natürlich herrscht Unzufriedenheit, wenn man nicht das erreicht, was man will.“ Der Coach setzt aber weiter auf die Einsicht und den Willen seiner Spieler, die Situation zu verbessern: „Zweikämpfe, Laufbereitschaft, Zusammenarbeit, Standards – wir haben an allem gearbeitet. Jetzt kann sich die Mannschaft gegen einen starken Gegner wie Bayern beweisen, von dem momentan sicher mehr erwartet wird als von uns.“

Vor allem wegen der letzten beiden Spiele, in denen die Münchner so richtig ins Rollen gekommen sind. Nach mauem Start (1:1 in Wolfsburg) folgten zwei hohe Siege in der Bundesliga (5:1 gegen Kaiserslautern) und im DFB-Pokal-Viertelfinale (4:0 in Aachen).

Die Stürmertore

Die Bremer Angreifer Claudio Pizarro (6), Marko Arnautovic (4), Sandro Wagner und der gerade verpflichtete Denni Avdic (je 0) bringen es – alle drei Wettbewerbe zusammengerechnet – auf zehn Tore. „Gegen Köln hatten wir nicht eine Chance. Wir müssen zusehen, dass wir wieder welche bekommen und dann die Tore machen“, sagt Arnautovic.

Die Bremer Stürmerflaute dürfte Mario Gomez ein Schmunzeln entlocken. Der Bayern-Angreifer hat in dieser Saison bereits 24 Mal zugeschlagen: 15 Mal in der Bundesliga, drei Mal im DFB-Pokal und sechs Mal in der Champions League. Zweitbester Münchner „Knipser“ ist Thomas Müller, der mit elf Treffern ebenfalls mehr aufweist als alle vier Werder-Stürmer zusammen. Dass Miroslav Klose (4) lange verletzt war und Ivica Olic (0) es noch bis Saisonende ist, haben die Bayern sehr gut weggesteckt.

Die Gegentore

Satte 39 Stück kassierte Werder in 19 Bundesliga-Spielen. Das sind durchschnittlich 2,05 pro Partie – der zweitschlechteste Wert nach Schlusslicht Gladbach (50). Die Innenverteidigung mit Per Mertesacker und Sebastian Prödl ist mittlerweile zwar eingespielt, leistet sich aber noch zu viele Aussetzer. Und auf den Außenpositionen gab’s – auch aus Verletzungsgründen – immer wieder Wechsel. Vor allem links, wo mal Mikael Silvestre verteidigte, mal Petri Pasanen, mal Dominik Schmidt und sogar mal Wesley. Das größte Übel ist aber das häufig ungenügende Defensivverhalten der gesamten Mannschaft. Gegen Bayern kann das schlimm ausgehen. Schaaf weiß das, will sich aber trotzdem nicht nur hinten einigeln. Sein Team müsse zwar „aus einer Sicherheit heraus agieren“, aber eben auch „die offensiven Qualitäten mit Überzeugung zum Tragen bringen“.

Das dürfte morgen nicht so einfach sein. Die Bayern-Defensive stand zwar ebenfalls oft in der Kritik – aber: 22 Gegentreffer bedeuten einen Durchschnitt von lediglich 1,15 pro Spiel. Nur Spitzenreiter Dortmund (12) und der FSV Mainz 05 (21) sind noch besser als die Münchner, bei denen die Haudegen der vergangenen Jahre ausgedient haben. In der Innenverteidigung vertraut Trainer Louis van Gaal auf Holger Badstuber und Anatoli Timoschtschuk, der sich eigentlich im Mittelfeld wohler fühlt. Erster Ersatzkandidat ist der junge Brasilianer Breno. Rechts ist der neue Kapitän Philipp Lahm gesetzt, links testet van Gaal gerade Neuzugang Luiz Gustavo. Auch, weil Diego Contento verletzt ist.

Die Aussichten

Der Meisterschaftszug ist für Werder schon ganz lange abgefahren – und für die Bayern (Platz vier/14 Punkte Rückstand auf Dortmund) höchstwahrscheinlich auch. Immerhin haben die Münchner aber noch Titelchancen im DFB-Pokal (Halbfinale) und der Champions League (Achtelfinale). Werder hingegen bleibt nur die Bundesliga – und da geht’s gegen den Abstieg.

Diesen Kampf wollen die Bremer annehmen. „Wir müssen zusehen, dass wir Punkte holen und da unten rauskommen. Dafür müssen wir alle zusammenhalten. Ich glaube, dass die Mannschaft mental so stark ist, dass sie diese schwierige Situation bewältigt“, urteilt Arnautovic. Mittelfeldmann Philipp Bargfrede gibt sich ebenfalls angriffslustig: „Wir haben viel geredet. Jetzt ist es an der Zeit, auf dem Platz Taten sprechen zu lassen.“

An Qualität mangelt es Werder laut Schaaf nicht: „Letzte Saison sind wir Dritter geworden – und im Kader gab es nur minimale Abweichungen.“ Eine bemerkenswerte Aussage, immerhin wurde in Mesut Özil (im Sommer) der Spielgestalter und in Hugo Almeida (im Winter) der beste Saisontorschütze abgegeben.

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