Prognosen für den Abstiegskampf / Allofs: „Da kann viel Bewegung reinkommen“

Werder ist bald gerettet, St. Pauli muss runter

Abstiegskampf: Werders Per Mertesacker (links) stört seinen Nationalmannschaftskollegen Lukas Podolski vom 1. FC Köln – im Endspurt der Bundesliga haben aber beide eine recht gute Ausgangsposition.

Bremen - Weniger Spiele, dafür aber immer mehr Spannung. Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga ist – vier Spieltage vor Schluss – nichts für schwache Nerven. Und noch mittendrin: Werder Bremen! Der Tabellenelfte hat allerdings bessere Karten als so mancher Konkurrent.

Wie sieht’s aus bei den bedrohten Clubs, wer schafft’s – und wer nicht? Eine Übersicht vorm Endspurt:

Werder Bremen

Die Situation: Sieben Spiele hintereinander ohne Niederlage, davon aber fünf Unentschieden. Werder macht „Mäuseschritte“ in Richtung Klassenerhalt, ist guten Mutes – aber nicht übermütig. „Wir sind noch nicht gerettet“, betont Abwehrchef Per Mertesacker: „Wenn wir bei St. Pauli und dann gegen Wolfsburg nicht verlieren, sind wir durch. Aber das wird sehr schwer, weil beide ums Überleben kämpfen.“ Werder-Boss Klaus Allofs rechnet damit, „dass es bis zum Schluss spannend bleibt. Da unten kann noch viel Bewegung reinkommen.“

Die Prognose: Werder macht’s, wie es sich Mertesacker vorstellt. Der Ligaverbleib ist nach dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg perfekt.

Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

1. FC Köln

Die Situation: 1:5 in Gladbach, 1:3 gegen Stuttgart – beim FC geht gar nichts. „Die Mannschaft ist leblos, da ist kein Zusammenhalt drin“, schimpft Kapitän Lukas Podolski: „Vielleicht denken einige, dass wir mit 35 Punkten schon durch sind. Wir sind alle gut beraten, uns noch mal wachzurütteln.“ Störend war auch die lange Diskussion um Trainer Frank Schaefer, der gestern seinen Rücktritt am Saisonende bekanntgab.

Die Prognose: Nur gut, dass die Ausgangslage recht komfortabel ist. Sonst wär’s noch richtig eng geworden. So aber bleibt Köln drin.

1. FC Kaiserslautern

Die Situation: Erst geht’s auf Schalke – danach folgen noch drei hoch interessante Abstiegs-Duelle. Vorteil für Lautern: Zwei davon sind auf dem heimischen Betzenberg. Vorstandsboss Stefan Kuntz bleibt trotz des 0:2-Rückschlags gegen Nürnberg betont gelassen: „Wir wissen doch seit Saisonbeginn, dass wir einen langen Atem haben müssen.“

Die Prognose: Die Luft wird dünn, reicht aber letztlich zum Überleben.

Rekordkulisse beim Training

Rekordkulisse beim Training am Dienstag

VfB Stuttgart

Die Situation: Nur eine Niederlage in den letzten sieben Partien (bei vier Siegen), zuletzt das wichtige 3:1 in Köln. Trotzdem lehnt sich in Stuttgart niemand zurück. „Dafür gibt es keinen Anlass. Der Druck wird hoch bleiben und weiter aufgebaut“, versichert Sportdirektor Fredi Bobic.

Die Prognose: Der VfB hat den Abstiegskampf angenommen – und wird ihn meistern.

Eintracht Frankfurt

Die Situation: Christoph Daum ist noch nicht der Frankfurter Heilsbringer, der neue Coach wartet auf seinen ersten Sieg (zwei Remis, eine Niederlage). Mit nur sieben Punkten aus 13 Spielen ist die Eintracht die schlechteste Rückrunden-Mannschaft. Und: Torjäger Theofanis Gekas trifft nicht mehr. Nur zwei seiner 16 Saisontore schoss der Grieche im Jahr 2011 – beide beim 2:1 gegen St. Pauli.

Die Prognose: Der Negativ-Trend setzt sich fort. Frankfurt muss in die Relegation.

VfL Wolfsburg

Die Situation: Drei Remis, eine Niederlage, kein Sieg: Der als Retter zurückgeholte Felix Magath hat bislang wenig bewirkt und versucht’s jetzt mit altbekannter Härte (Straftraining). Zudem maulen mittlerweile die Fans, skandierten beim 2:2 gegen St. Pauli „Absteiger, Absteiger“ und „Wir sind Wolfsburger – und ihr nicht“. Gestern stellten sich die Profis in einer Gesprächsrunde den Anhängern. Zusätzliche Unruhe stiftet Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz mit der Androhung personeller Konsequenzen. Und Magath? Der zweifelt an der Rettung: „Wir laufen Gefahr, bestenfalls die Relegation zu erreichen.“

Die Prognose: Das Klima ist schlecht – aber der VfL hat eben „Felix, den Glücklichen“. Magath wird dafür sorgen, dass der VfL in den wichtigen Spielen punktet – und nicht absteigt.

FC St. Pauli

Die Situation: Zumindest die Negativserie von sieben Pleiten in Folge endete in Wolfsburg (2:2). St. Pauli war klar besser und führte bis kurz vor Schluss, ehe der Nackenschlag kam. Dennoch kehrte Trainer Holger Stanislawski das Positive hervor: „Wir haben herausragenden Fußball gezeigt, ich bin unheimlich stolz.“ Der im Sommer nach Hoffenheim wechselnde Coach will sich mit dem Klassenerhalt verabschieden – und glaubt noch dran: „Meine Jungs knallen sich voll rein und werden sich am Ende dafür belohnen. Sie haben es verdient, auch in der kommenden Saison in der Bundesliga zu spielen.“

Die Prognose: Das Restprogramm ist zu hart für die Hamburger. Der Kultclub vom Kiez muss runter.

Bor. Mönchengladbach

Die Situation: Das Schlusslicht hat sich noch nicht aufgegeben. Gladbach verlor zwar in den vergangenen vier Partien drei Mal – allerdings jeweils nur mit 0:1. „Von den letzten vier Spielen müssen wir drei gewinnen. Es ist noch möglich“, sagt Trainer Lucien Favre – so richtig überzeugt klingt der Schweizer aber nicht.

Die Prognose: Gladbach trifft auf keinen direkten Konkurrenten mehr, kann demnach keine „Big Points“ landen. Und die Gegner im Endspurt sind sehr stark. Die „Fohlen“ packen es nicht, bleiben Letzter.

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