Werder-Aufsichtsratschef Bode erklärt den Vertragsabschluss und bezeichnet den Sportchef als „Teil der Familie“

„Gerechtes Unentschieden“ im Eichin-Poker

+
Lange haben sie verhandelt und sich schließlich geeinigt: Marco Bode (links) und Thomas Eichin.

Bremen - Es war irgendwo auf der Autobahn zwischen Bremen und Darmstadt, als Thomas Eichin eine Entscheidung traf. Erst sagte er innerlich Ja zu weiteren Jahren als Geschäftsführer und Sportchef bei Werder Bremen, dann teilte er es per Anruf auch dem Aufsichtsratsvorsitzenden Marco Bode mit. Ob der in diesem Moment Jubelschreie auf Eichins Freisprecheinrichtung brüllte, ist nicht überliefert.

Zufrieden ist Bode mit der Vertragsverlängerung seines Sportlichen Leiters aber ganz gewiss. „Thomas Eichin hat hier erfolgreiche Arbeit geleistet und hat unter schwierigen Bedingungen auch die eine oder andere Krise gemanagt. Er ist jemand, der Feuer hat und Entscheidungen trifft“, lobte der Ex-Nationalspieler den Geschäftsführer, der sich mit dem neuen Vertrag bis 2018 an Werder binden wird. So ist es verabredet, unterschrieben wird das Papier in den nächsten Tagen.

Die Verhandlungen waren der Dauerbrenner des Sommers. Es ging bei den Verhandlungen um Geld, um die Laufzeit. 500.000 statt 300.000 Euro soll Eichin künftig dem Vernehmen nach verdienen, den angestrebten Dreijahresvertrag bis 2019 hat er aber nicht bekommen. „Verhandeln ist auch immer wie Pokern“, meint Bode – im konkreten Fall aber mit einer Besonderheit: Es gibt angeblich keinen Gewinner und keinen Verlierer. Anfangs seien „unterschiedliche Positionen“ zu diskutieren gewesen, Kompromisse wurden gesucht und gefunden. Bode: „Mein Bild war immer: Ich will am Ende ein gerechtes Unentschieden. Das haben wir geschafft.“

Ob auch noch andere Parteien – sprich Clubs, die Eichin ebenfalls haben wollten – im Hintergrund mitgepokert haben, weiß Marco Bode nicht. „Mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass es keine ernsthaften Mitbewerber waren.“ Was erklären mag, weshalb sich Eichin nicht mit allen Forderungen durchgesetzt hat.

Aber auch so ist die Position des 48-Jährigen innerhalb des SV Werder mit der Vertragsverlängerung deutlich gestärkt. Jetzt ist er nicht mehr der Newcomer, der bislang nur Eishockey gemacht hat. Jetzt ist er nicht mehr der Zugezogene, der mit der oft beschworenen Werder-Familie fremdelt und umgekehrt. „Er ist Teil der Familie“, behauptet Marco Bode, „einer neuen Patchwork-Familie“.

Ob Eichin selbst so weit gehen würde, bleibt mal dahingestellt. Stärker mit Werder verwachsen ist er aber allemal, er sagt es selbst: „Es gibt unglaublich viele Punkte, die für Werder sprechen. Und unglaublich wenige, die gegen Werder sprechen. Ich gehe den gemeinsamen Weg sehr gerne weiter.“

Das freut neben Bode auch Cheftrainer iktor Skripnik. „Ich kann mir gut vorstellen, mit Thomas Eichin weiterzuarbeiten. Er macht einen perfekten Job.“

csa

Mehr zum Thema:

England hebt nach Attentat Terrorwarnstufe

England hebt nach Attentat Terrorwarnstufe

Poledance sorgt für durchtrainierte Figur

Poledance sorgt für durchtrainierte Figur

Von scharf bis süß: Die Avocado ist ein Alleskönner

Von scharf bis süß: Die Avocado ist ein Alleskönner

Wandern im ursprünglichen Defereggental

Wandern im ursprünglichen Defereggental

Meistgelesene Artikel

Delaney vor Dortmund: „Wir sind die Underdogs“

Delaney vor Dortmund: „Wir sind die Underdogs“

Eine Niederlage, aber keine krachende

Eine Niederlage, aber keine krachende

Wollten Osnabrücker U23-Spieler von Werder beeinflussen?

Wollten Osnabrücker U23-Spieler von Werder beeinflussen?

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Kommentare