„Mittendrin im Kampf gegen die Relegation“

Werder in Not – und Allofs fordert das Messer zwischen den Zähnen

DAS TOR DES ABENDS: Wolfsburgs Sascha Riether schiebt den Ball an Werder-Keeper Tim Wiese vorbei ins Netz.

BREMEN - von Arne Flügge. Es sollte ein Fest werden – am Ende aber herrschte bei Werder Bremen am Freitagabend nach der 0:1-Heimpleite gegen den VfL Wolfsburg nur Katerstimmung. Und gestern gab’s noch das böse Erwachen dazu:

Weil Gladbach in Hannover 1:0 gewann, Stuttgart sich in Hoffenheim mit 2:1 durchsetzte, Köln Leverkusen 2:0 schlug und der 1. FC Kaiserslautern St. Pauli mit 2:0 besiegte, rutschten die Bremer – eigentlich schon fast gesichert – von Platz elf auf Rang 13 ab und befinden sich nun wieder mitten im Abstiegskampf. Einzig der 0:3-Pleite von Frankfurt in Mainz ist es zu verdanken, dass der Bremer Vorsprung auf Relegationsplatz 16 zwei Spieltage vor Schluss noch vier Punkte beträgt.

Werder Bremen unterliegt Wolfsburg mit 0:1

Dass die Spieler nach einer fast körperlosen Vorstellung gegen Wolfsburg zusätzlich ihrem Trainer Thomas Schaaf den 50. Geburtstag verhagelt hatten, war schlussendlich noch das kleinste Übel.

Sportchef Klaus Allofs war dementsprechend angefressen. „Wir sind nicht bereit gewesen, bis an die Grenzen zu gehen, alles einzusetzen. Das reicht nicht im Abstiegskampf“, wetterte der 53-Jährige: „Gegen St. Pauli haben uns noch unbändiger Einsatz und Laufbereitschaft ausgezeichnet. Dazu waren heute einige Spieler nicht bereit.“

Verhängnisvolle Fehler und Flaute im Sturm

Und ohne Kampf läuft’s bei Werder in dieser Saison nicht. Situationen spielerisch zu lösen – das ging und geht nach hinten los, weil einfach der kluge Kopf im Mittelfeld fehlt. „Zuletzt konnten wir gewisse Defizite in der Kreativität mit Einsatz ausgleichen. Doch der fehlte heute“, ärgerte sich Allofs und forderte in den noch ausstehenden Spielen am Samstag gegen Dortmund und eine Woche später in Kaiserslautern: „Wir müssen das Messer zwischen den Zähnen haben. Wir sind jetzt mittendrin im Kampf gegen die Relegation.“

Nach der ersten Erregung blickte der Werder-Boss den Partien aber schon wieder positiv entgegen. „Ich bin überzeugt, dass wir nicht absteigen, aber wir bleiben dabei, dass wir uns auf einen Kampf bis zum letzten Spieltag einstellen müssen.“

Allerdings sollten die Bremer eine ganz andere Einstellung zu Spiel und Gegner an den Tag legen als noch gegen Wolfsburg. Auch Schaaf hatte über die gesamten 90 Minuten den unbedingten Willen, im Abstiegskampf um jeden Millimeter Boden zu kämpfen, vermisst. „Wir sind oft nur teilnahmslos nebenher gelaufen“, schimpfte der jetzt 50-Jährige: „Wir haben zu keiner Sekunde Druck aufgebaut. Die Offensive war zu schwach, da war keine Überzeugung im Spiel.“

Das ließ sich vor allem an Marko Arnautovic festmachen. Der Österreicher war aufgrund der Verletzung von Sandro Wagner in die Startelf gerutscht und bot eine erschreckend schwache und leidenschaftslose Leistung. „Es begreifen nicht alle, wie und wo sie gefordert sind. Mit Sandro hatte das gut funktioniert, weil er viel gearbeitet hatte“, sagte Allofs – und watschte damit Arnautovic kräftig ab.

Nach der vermeidbaren Führung der Wolfsburger in der 22. Minute durch Sascha Riether verstanden es die Bremer nicht, das dichte Abwehrbollwerk der Wolfsburger zu knacken. „Der letzte Wille zum Tor hat gefehlt“, kritisierte Abwehrspieler Per Mertesacker, der die größte Bremer Ausgleichschance auf dem Kopf, aber auch das Pech hatte, dass Makato Hasebe die Kugel noch von der Linie kratzte (68.). Weitere hochkarätige Möglichkeiten gab’s aber nicht für die Bremer. Und das, so Kapitän Torsten Frings, „war unser Manko. Wir haben es nicht geschafft, uns wie zuletzt auch die Chancen zu erarbeiten. Jetzt stecken wir wieder mittendrin im Abstiegskampf. Dabei wollten wir das Zittern endlich beenden. Aber wir haben es uns selbst zuzuschreiben.“ Und Mertesacker ergänzte: „Wir schaffen es einfach nicht, den Sack zuzumachen und den Deckel auf die Saison zu packen.“

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