Ideallösung Beiersdorfer schweigt vorerst

Bremen - Schätzfrage: Was ist größer? Das Loch, das das vergangene Geschäftsjahr in der Werder-Kasse hinterlassen hat? Oder das Loch, das der Weggang von Klaus Allofs reißen wird?

Vermutlich ist es einfacher, das Minus von 13,9 Millionen Euro wieder einzusammeln, als einen Nachfolger für den Vorsitzenden der Geschäftsführung zu finden. Denn der war 13 Jahre lang Manager, Sprachrohr, Sympathieträger, sportliche Instanz und „Anchorman“ in einer Person – kurz: das Werder-Gesicht und der Werder-Kopf. Nun braucht es einen neuen Mann. Wen? Eine mehr als knifflige Frage.

Profiliert: Dietmar Beiersdorfer.

Denn in Bremen gibt es noch ein spezielles Problem. Der Nachfolger sollte im Idealfall so profiliert sein, auf Sicht auch den Vorsitz der Geschäftsführung zu übernehmen. Anders geht es kaum. Klaus-Dieter Fischer und Klaus Filbry, die anderen beiden Mitglieder des Führungstrios, scheiden quasi aus. Fischer ist als Vertreter des Restvereins in der Geschäftsführung vertreten, darf laut Statut nicht deren Leitung übernehmen. Und Filbry, der Experte für das Marketing und die Finanzen, agiert mehr im Hintergrund, meidet große Auftritte in der Öffentlichkeit.

Die Suche nach Mister X ist allerdings nicht aussichtslos. Es gibt den einen Volltreffer in der Manager-Vermittlungsbörse. Sein Name: Dietmar Beiersdorfer. Werder hat angeblich schon den Kontakt gesucht, aber Beiersdorfer ist gebunden. Seit August 2012 steht er beim russischen Spitzenclub Zenit St. Petersburg als Sportdirektor unter Vertrag – und der läuft bis 2015. Nach Informationen dieser Zeitung verfügt er nicht über eine Ausstiegsklausel für die Rückkehr nach Deutschland, müsste also teuer freigekauft werden.

Unerfahren: Ehrenspielführer Frank Baumann.

Es könnte sich freilich lohnen. Denn der 48-Jährige erfüllt alle Kriterien. Selbst den Stallgeruch, der bei Werder so wichtig ist, bringt er mit. Von 1992 bis 1996 spielte er 64-mal für Werder in der Bundesliga (sechs Tore). Weitere Stationen waren der Hamburger SV (174/14), der 1. FC Köln (16/1) und der AC Reggiana in Italien (20/1). Nach der aktiven Karriere absolvierte er ein BWL-Studium, arbeitete als Sportdirektor erfolgreich beim HSV (sieben Jahre), danach als Leiter des internationalen Red-Bull-Fußballprojekts und nun bei Zenit St. Petersburg. Beiersdorfer ist in der Branche mehr als anerkannt und bestens vernetzt. Auf telefonische Nachfrage erklärte er gestern Abend gegenüber dieser Zeitung, dass er sich zum Thema Werder „am liebsten nicht äußern“ möchte. Immerhin: Es war kein Nein.

Beiersdorfer gilt als Freund von Trainer Thomas Schaaf. Schon 1999, vor Beginn der Allofs-Ära, war er Teil des Kandidatenkreises und angeblich Schaafs Favorit.

In Bremen beliebt: Marco Bode.

Dagegen wäre dem Coach wohl schwierig zu vermitteln, wenn einer seiner Ex-Spieler auf den Geschäftsführerposten klettern und damit sein Vorgesetzter würde. Marco Bode, frisch gewählter Aufsichtsrat und in Bremen „everybody‘s darling“, sowie Frank Baumann, Leiter der Scouting-Abteilung, wären zwar mögliche interne Lösungen als Sportdirektor. Das große Minus ist aber ihre Unerfahrenheit. Bei beiden müsste sich Werder darauf einstellen, Lehrgeld zu bezahlen. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass Uwe Harttgen, Leiter der Werder-Nachwuchsabteilung, zum Anwärter wird, wenn eine externe Lösung nicht realisierbar ist. n csa

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