Drei strittige Szenen beim 1:1 in Frankfurt / „Ich kann mich doch nicht in Luft auflösen“

Wenn’s heikel wird, ist Wagner dabei

Eine der strittigen Situationen: Werders Sandro Wagner (l.) soll Frankfurts Torwart Ralf Fährmann beim Rauslaufen behindert haben.

FRANKFURT/BREMEN (mr) · Der Zweikampf zwischen Werders Denni Avdic und Frankfurts Maik Franz erhitzte die Gemüter zweifelsohne am meisten und sorgte unter anderem für einen handfesten Faiplay-Streit zwischen den beiden Trainern Thomas Schaaf und Christoph Daum.

Beim 1:1 zwischen der Eintracht und den Bremern gab’s aber noch drei weitere heikle Szenen, über die hinterher kontrovers diskutiert wurde. An allen war Werder-Stürmer Sandro Wagner beteiligt. Eine Übersicht:

Pasanens Pech

Die Situation (31. Minute): Der Jubel über das erste Saisontor währt nur ganz kurz. Gerade hat der Bremer Verteidiger Petri Pasanen mit links das vermeintliche 1:0 erzielt, der ertönt auch schon der Pfiff von Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf). Vor dem Abschluss des Finnen soll Werder-Stürmer Sandro Wagner den Frankfurter Keeper Ralf Fährmann in dessen Fünfmeterraum behindert haben.

Die Reaktionen: „Den Pfiff kann ich nicht nachvollziehen, ich bleibe einfach nur stehen und mache nichts. Ich kann mich doch nicht in Luft auflösen“, hadert Wagner. „Das war mal wieder ein reguläres Tor“, moniert der Bremer Sportchef Klaus Allofs. Frankfurts Coach Christoph Daum sieht’s total anders: „Das kennen wir doch von Stürmern, die wollen in solchen Situationen nur den Torhüter wegsperren. Die Entscheidung war korrekt, im Fünfmeterraum muss der Torwart geschützt werden.“

Jungs Handspiel

Die Situation (34. Minute): Wagner flankt mit links von links, im vorderen Eck des Frankfurter Strafraums bekommt Eintracht-Rechtsverteidiger Sebastian Jung den Ball klar an den Arm. Meyer pfeift keinen Elfmeter für Werder.

Die Reaktionen: „Es gibt keinen Zweifel, dass er da mit der Hand hingeht. Es häuft sich leider, dass solche Szenen gegen uns gepfiffen werden“, schimpft Werders Kapitän Torsten Frings. Diesmal war Daum nicht total anderer Meinung. „Die Hand ging zwar nicht zum Ball. Natürlich kann man aber fragen, warum sie in dieser Situation oben war“, meint der 57-Jährige und ergänzt später bei Ansicht der Fernsehbilder: „Ich sehe das Handspiel auch. Was soll ich dazu noch sagen?“

Altintops Eigentor

Die Situation (58. Minute): Nach Mikael Silvestres Freistoßflanke von halbrechts kommt’s in der Mitte – etwa zehn Meter vor dem Frankfurter Tor – zum Luftduell zwischen Wagner und dem bei Standards hinten aushelfenden Eintracht-Stürmer Halil Altintop. Der Bremer drückt den Frankfurter von hinten in Richtung Ball – und Altintop bugsiert das Spielgerät ins eigene Netz. Meyer findet den Körpereinsatz in Ordnung und pfeift nicht. Für Altintop ist es das erste Saisontor . . .

Die Reaktionen: Für die Bremer steht es völlig außer Frage, dass der Treffer korrekt ist. Auch Altintop beschwert sich weder auf dem Platz noch hinterher. „Das war mein erstes Eigentor. Schade, aber so etwas kann mal vorkommen. Das ist schon prominenteren Spielern in der Bundesliga passiert.“ Daum dagegen beurteilt Wagners Einsteigen als zu hart: „Das Eigentor von Halil fiel durch ein klares Foul von Wagner, der sich aufstützt und ihn nach vorn wegdrückt Das war ganz klar ein irregulärer Treffer. Wir sind die einzigen, die ein regelgerechtes Tor erzielt haben.“

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