Wiese blickt entspannt in die Zukunft und wartet bis April auf eine Entscheidung

„Wenn Werder mich nicht will, dann gehe ich eben“

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Fällt Tim Wiese dem Sparkurs zum Opfer? Der Nationalkeeper sieht den Vertragsgesprächen gelassen entgegen.

Bremen - In Hamburg hat er mal wieder gehalten, was er verspricht: Tim Wiese zählt zu den besten Keepern Deutschlands – und trotzdem könnten seine Paraden beim 3:1-Erfolg gegen den HSV die letzten für Werder in einem Nordderby gewesen sein.

Denn im Sommer läuft Wieses Vertrag aus, ein neues Angebot des Clubs blieb bislang aus. Längst wird gemutmaßt, dass Werder kein gesteigertes Interesse an einer Verlängerung hat und auf den günstigeren Ersatzmann Sebastian Mielitz setzt. Wiese lässt das kalt, ganz cool erklärt der 30-Jährige: „Wenn Werder mich nicht will, dann gehe ich eben.“

Pizarro mit neuer Frisur beim Training

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Die Lage ist verzwickt. Wiese will den letzten großen Vertrag seiner Karriere just in dem Moment abschließen, in dem sein Arbeitgeber einen Sparkurs eingeschlagen hat. Bereits im Sommer hatte Clubchef Klaus Allofs deutlich gemacht, dass sich Werder eine vorzeitige Vertragsverlängerung des Nationaltorwarts nicht leisten kann. Seitdem wird gewartet.

„Wir sind absolut im Plan. Tim hat doch selbst erklärt, dass er bis April Klarheit haben will. Das ist auch für uns ein guter Zeitrahmen. Dann kann man hoffentlich schon absehen, ob wir international dabei sind“, verteidigt Allofs seine Hinhaltetaktik.

Was er in diesem Zusammenhang auf der offiziellen Pressekonferenz vor dem Nürnberg-Spiel nicht sagt, ist fast noch interessanter: Allofs vermeidet es, ein klares Bekenntnis pro Wiese abzugeben. Er sagt nur, dass es nicht nur um finanzielle Dinge geht, sondern auch um sportliche: „Das Gesamtpaket muss stimmen, für Werder, und für den Spieler.“

Was genau das bedeutet, lässt sich nur erahnen. Ohne internationales Geschäft dürften sich die Wege trennen, allein schon aus finanziellen Gründen. Aber auch mit Euro-Millionen ist Wieses Zukunft in Bremen längst nicht gesichert. Schließlich ist der 30-Jährige ein Großverdiener, der noch ein bisschen größer werden will. Nachvollziehbar für einen Nationaltorwart. Für Werder besteht dagegen der Reiz, viel Gehalt zu sparen und dies an anderer Stelle im Team zu investieren. Will Werder Wiese nicht mehr und setzt auf den 22-Jährigen Mielitz?

„Ich weiß es nicht“, sagt Wiese: „Mit mir hat niemand gesprochen. Ich weiß nur, dass ich hier seit Jahren super Leistung bringe und dass ich mich hier sehr wohl fühle – genauso wie meine Familie.“ Auch deshalb wartet er geduldig auf ein Angebot: „Ich habe alle Zeit der Welt. Ich weiß doch, dass der Club finanziell genau gucken muss.“ Und wenn‘s keine Verlängerung gibt? „Dann ist das so“, sagt Wiese: „Ich werde bestimmt nicht arbeitslos. Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen.“ · kni

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