Werder will auch den HSV attackieren

„Wenn wir so weiterspielen, bleiben wir in der Liga“

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Werder hat bis zuletzt gegen die Bayern gekämpft.

München/Bremen - Nein, wie traurige Verlierer sahen die Bremer nach dem Pokalaus in München nun wirklich nicht aus. Jeder Werder-Profi erzählte zwar etwas von Enttäuschung nach der 0:2-Pleite gegen die großen Bayern, doch letztlich überwogen Stolz und Zuversicht.

„Wenn wir so weiterspielen, bleiben wir in der Liga“, legte sich Stürmer Claudio Pizarro fest. Und Teamkollege Zlatko Junuzovic hob zufrieden hervor: „Ich habe das Gefühl, dass wir uns jetzt auf den Punkt hin genau so einstellen können, dass wir einfach bereit sind!“

Also auch morgen Abend. Dann heißt es ab 20.30 Uhr im Nordderby beim Hamburger SV wieder Abstiegskampf und nicht mehr Pokalhighlight, bei dem Werder eigentlich nur etwas gewinnen konnte. Deshalb tat die Niederlage durch die beiden Tore von Thomas Müller (30. und 73./Foulelfmeter) auch nicht so weh. Aber nun ist der Druck enorm, die Bremer müssen gewinnen, um den Relegationsplatz zu verlassen.

Doch von Angst ist bei Werder keine Spur – im Gegenteil! „Es ist ein Wahnsinnsspiel. Es ist ein Derby, ausverkauftes Haus, halb neun, einziges Spiel, jeder schaut auf uns, jeder schaut auf das Spiel – da kann man sich ja nur drauf freuen“, schwärmte Junuzovic und machte sich auch keine Sorgen, dass Werder durch das Pokalspiel müde sein könnte: „Die Fitness haben wir. Keiner von uns schnauft, keiner von uns hat irgendwas. Jeder kann das Tempo aushalten.“

Der HSV kann sich also schon mal auf aggressive Bremer einstellen. „Wir haben keinen Grund, uns dort zu verstecken, wir werden uns nicht einigeln“, kündigte Fritz an. Das Bayern-Spiel dient dabei als Blaupause – nach dem Motto: Wer in München mutig vorne drauf geht, der macht das auch in Hamburg. Oder sogar erst recht in Hamburg. Denn beim HSV geht schon wieder die Angst um, zum dritten Mal in Folge in die Abstiegsrelegation zu geraten.

Wer hätte das nach dem Saisonverlauf gedacht? Das Team von Bruno Labbadia war immer in der sicheren Zone, nun kann Werder punktemäßig gleichziehen. Das macht die Partie zum „Abstiegsgipfel – wie vor zwei Jahren“, erinnert sich Clemens Fritz. Damals gewannen die Bremer im Weserstadion mit 1:0. „Das Momentum liegt bei uns. Vom Kopf her sind wir richtig gut drauf. Wir haben Selbstvertrauen, wir agieren geschlossen. Das wird für das Spiel das Wichtigste sein“, betonte Junuzovic, der damals den Siegtreffer erzielt hatte.

Die aktuelle Situation erinnert allerdings auch ein wenig an die Zeit nach dem Dortmund-Spiel vor nicht einmal zwei Wochen. Beim Tabellenzweiten hatte Werder ebenfalls erst nach großem Kampf mit 2:3 verloren und viel Selbstvertrauen getankt. Doch zurück im Abstiegskampf setzte es gegen den direkten Konkurrenten FC Augsburg eine schockierende 1:2-Heimpleite. Deswegen warnte Fritz: „Wir haben gesehen, welche Qualität in unserer Mannschaft steckt, aber darauf können wir uns nicht verlassen.“

Junuzovic rennt, Fritz rutscht aus

Bei aller Freude über den guten Auftritt gegen die Bayern, Werder weiß um seine Probleme. „Diese Leistung macht Mut für unsere vier Endspiele“, meinte Trainer Viktor Skripnik mit Blick auf den Bundesliga-Endspurt: „Wir können die Gegner schlagen, wir können aber auch gegen jeden verlieren.“ Diese fehlende Konstanz „nervt mich“, sagte Skripnik, betonte aber sogleich: „Leider ist das so. Aber wir sind trotzdem positiv und sicher: Wir schaffen das.“

kni

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