Harnik kehrt als VfB-Torjäger zurück ins Weserstadion / „Man hat mich überall ausprobiert – aber nur im Training“

„Wenn ich treffe, dann jubel ich auch“

Im VfB-Trikot ist der Ex-Bremer Martin Harnik so gut wie noch nie. ·

Werder-Bremen - STUTTGART · Bei Werder blieb ihm von 2006 bis 2009 der totale Durchbruch verwehrt. Der Club lieh Martin Harnik im Sommer 2009 an Fortuna Düsseldorf aus und verkaufte ihn ein Jahr später für 350 000 Euro an den VfB Stuttgart.

Dort startete der österreichische Nationalspieler voll durch. In dieser Saison ist der 24-Jährige, der für Bremen 17 Bundesliga-Spiele (ein Tor) bestritt, absoluter Leistungsträger. Warum er morgen gerne nach Bremen zurückkehrt, verrät Harnik im Interview.

Herr Harnik, Sie sind für Ihren außergewöhnlichen Torjubel bekannt. Gegen Freiburg haben Sie sich die Hose bis zu den Achseln gezogen, gegen Augsburg wie der Germane Thor den Hammer geschwungen – gibt‘s nun in Bremen eine Stadtmusikanten-Show?

Martin Harnik:(lacht) Ne, ne, das mache ich nicht. Ich habe da zwar in Timo Gebhardt einen kreativen Partner, aber wir tüfteln da nicht jede Woche rum und haben uns auch nichts für Bremen ausgedacht.

Weil Sie aus Rücksicht auf Ihren Ex-Verein ohnehin zurückhaltender jubeln würden?

Harnik:Nein, das ist doch Quatsch. Sollte ich tatsächlich treffen, dann werde ich auch jubeln. Natürlich nicht provokant, das ist doch selbstverständlich. Aber die Emotionen müssen einfach raus.

Werden Sie morgen jubeln?

Harnik:Das weiß ich nicht. Erst einmal hoffe ich, dass wir punkten, das ist viel wichtiger. Außerdem bin ich mittlerweile Mittelfeldspieler und muss nicht in jedem Spiel einen Doppelpack wie letzte Woche gegen Augsburg schnüren.

Bei Werder waren Sie erst Stürmer, danach Rechtsverteidiger, dann weg – hätte man Sie im Mittelfeld ausprobieren sollen?

Harnik:In Bremen hat man mich überall ausprobiert – aber nur im Training.

Hat man Sie hier verkannt?

Harnik:Ich möchte nicht mehr über die Vergangenheit reden. Das Thema Werder habe ich ad acta gelegt.

Kommen Sie morgen trotzdem gerne ins Weserstadion zurück?

Harnik:Natürlich, ich freue mich auf viele bekannte Gesichter und einige private Freunde. Das ist schon ein kleiner Heimatbesuch.

Auf wen freuen Sie sich am meisten?

Harnik:Auf Sebastian Prödl natürlich, meinen Nationalmannschaftskollegen. Wir spielen zum ersten Mal gegeneinander, das wird interessant.

Mit sechs Toren und vier Vorlagen waren Sie an der Hälfte der Stuttgarter Tore beteiligt und damit der erfolgreichste Spieler – ist das Ihre beste Profi-Saison?

Harnik:Das wird sich zeigen. Der Anfang war schon mal gut. Aber es ist noch Luft nach oben, ich hatte auch schlechte Spiele dabei.

Ist es ein Vorteil für den VfB, dass Werders Toptorjäger Claudio Pizarro ausfällt?

Harnik:Es ist sicherlich kein Nachteil. Claudio hat eine unglaubliche Qualität. Aber bei den Bremern weiß man ja nie, plötzlich zaubern Sie ihn am Sonntag doch noch aus dem Hut.

Da können wir Sie beruhigen, Claudio Pizarro hat selbst gesagt, dass es nicht geht.

Harnik:Okay, ist ja letztlich auch egal. Die Aufgabe wird dadurch nicht wirklich leichter. Bremen ist eine Top-Mannschaft und steht nicht umsonst oben. Und wir wissen auch, wozu zum Beispiel ein Marko Arnautovic fähig ist.

Warum sind Stuttgart und Werder nach ihrer Katastrophensaison wieder oben dabei?

Harnik:Das betrifft doch auch Schalke und Mönchengladbach. Die letzte Saison war einfach kurios und voller Überraschungen. Jetzt herrscht wieder Normalbetrieb – und Stuttgart und Werder gehören einfach ins obere Drittel.

Wo werden der VfB und Werder am Ende landen?

Harnik:Beide Mannschaften können ins internationale Geschäft kommen, aber beiden fehlt noch die Konstanz. Wenn wir morgen gewinnen, ziehen wir an Werder vorbei – das wäre schon mal nicht schlecht. · kni

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