Özil hat keine Angst vor der Rache der Argentinier / Bloß keine Messi-Vergleiche

„Wenn mich einer unfair stoppt, dann lächle ich“

Mesut Özil hat und macht richtig Spaß bei dieser WM – und so soll’s auch gegen Argentinien sein.

Von Tobias Altschäffl- PRETORIA (Eig. Ber.) · Mesut Özil fehlte gestern im Training – eine Katastrophe? Nein, der neue deutsche Zauberfuß sammelte nur Kraft, legte einen Regenerationstag ein. Denn morgen muss er unbedingt fit sein. Dann trifft „Messi“, so sein teaminterner Spitzname, auf das Original.

Viele Experten sehen den 21-Jährigen von Werder Bremen bereits auf einem Level mit dem Argentinier. Was er davon hält, warum er keine Angst vor den robusten Südamerikanern hat und wie er den Tod seiner Großmutter verkraftet hat, verrät Özil im Interview.

Zieht Deutschland ins Halbfinale ein?

Ich bin guter Dinge, denn wir sind gut drauf und haben als Team eine Menge Spaß. Wir wissen zwar, dass Argentinien eine gute Mannschaft mit einigen Weltklassespielern hat, aber wenn wir so auftreten wie gegen England, gewinnen wir das Spiel.

Es könnte hitzig werden . . .

Argentinien hat viele robuste Spieler, aber wir haben natürlich keine Angst.

Befürchten Sie, dass Sie besonders viele Tritte abbekommen werden?

Das kenne ich doch aus der Bundesliga. Wenn mich einer unfair stoppt, dann lächle ich, stehe auf und mache mein Spiel weiter.

Beschäftigen Sie sich mit Ihrem Gegenspieler?

Mir ist egal, wer mein Gegner ist oder wer versucht, mich zu decken. Ich weiß, was ich kann, und mir ist klar, dass die Gegenspieler Respekt vor mir haben. Ich denke nur darüber nach, wie ich mich durchsetzen und der Mannschaft helfen kann.

Gibt Joachim Löw Ihnen im Spiel denn alle Freiheiten?

Ich muss natürlich auch meine Defensivarbeit machen – das gehört dazu. Hinten muss die Null stehen. Aber wenn ich im Vorwärtsgang den Ball bekomme, habe ich alle Freiheiten.

Argentinien hat die vermeintlich stärkste Offensive – ist Messi zu stoppen?

Es spielt ja nicht nur Messi dort, sondern auch Tevez oder Higuain – auf die müssen wir auch aufpassen. Aber da mache ich mir keine Sorgen. Unsere Defensive ist erfahren und stark genug, um diese Aufgabe zu lösen.

Sie werden Messi gerufen. Mögen Sie die Vergleiche?

Manche sagen Messi zu mir, andere nur Mess – wegen meines Namens. Das war schon auf Schalke so. Davor, was er erreicht hat, kann man nur den Hut ziehen. Dass mich manche Leute mit ihm vergleichen, ist für mich kein Thema.

Keine Mannschaft will bei einem Turnier gegen Deutschland spielen. Spüren Sie den Respekt der anderen Teams?

Jeder hat Respekt vor uns, schließlich sind wir sehr gut gestartet. Das merkt man den anderen Mannschaften an – und das gilt, besonders nach dem 4:1 gegen England, ganz sicher auch für Argentinien. Aber auch wir bringen jedem Gegner gebührenden Respekt entgegen.

Wie geht es Ihrer Seele, nach dem Sie den Tod Ihrer Großmutter verkraften mussten?

Das war sehr bitter für mich. Aber das gehört zum Leben dazu. Mannschaft und Trainer haben mich toll unterstützt, für meine Familie und Freunde gilt das natürlich genauso. Ich bin Profisportler. Wenn ich auf dem Platz bin, konzentriere ich mich auf meine Arbeit. Nach dem Turnier werde ich natürlich zum Grab reisen.

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