Viel Lob für Mesut Özil: „Er gibt unserem Spiel den Fluss“ / Wie einst Netzer

Wenn er jetzt noch trifft, flattern die Blankoschecks

An Mark Schwarzer bringt Mesut Özil den Ball zwar vorbei, ins Tor aber nicht. Der deutsche Spielmacher glänzte zwar gegen Australien, vergaß aber das Toreschießen.

Durban (sid/csa) · Erst machte er bei seinem ersten Auftritt auf der Weltbühne des Fußballs seinem Spitznamen „Messi“ alle Ehre, dann präsentierte sich Mesut Özil als einer der Anführer der neuen deutschen Nationalmannschaft.

„Unser Traum ist es, den Titel zu holen. Dafür sind wir hier“, sagte der sonst eher zurückhaltende 21-Jährige ungewohnt forsch. Seine Galavorstellung beim 4:0 (2:0) des dreimaligen Weltmeisters gegen Australien hat Özil mutig gemacht. Und sie hinterließ mit Sicherheit auch bei den Scouts der europäischen Spitzenclubs Eindruck. Gegen die „Socceroos“ ließ der Mittelfeldspieler von Werder Bremen nicht nur den etatmäßigen Chef Michael Ballack vergessen. Mit seinen genialen Ideen und seinen technischen Raffinessen erinnerte er auch an große deutsche Spielmacher wie Günter Netzer und Wolfgang Overath.

„Wir haben immer eine Zehn gesucht und gebraucht – nun haben wir sie gefunden. Gut, dass sich Mesut für Deutschland entschieden hat. Er ist eine absolute Bereicherung für uns“, bejubelte Miroslav Klose die Leistung die Leistung des Mitspielers. Und auch Bundestrainer Joachim Löw kam aus dem Schwärmen kaum noch heraus. „Mesut ist ein Spieler, der ideal zu meinen Vorstellungen passt. Das ist schon ein ganz hohes Niveau, mit welcher Leichtigkeit er die Bälle behauptet und weiterspielt. Er gibt unserem Spiel den Fluss und kann die tödlichen Bälle spielen.“

So viel Lob, so viel Begeisterung – der Start war perfekt für Özil, der die WM auch als großes Casting-Event begreift. Trotz intensivster Bemühungen der Werder-Verantwortlichen hat er seinen 2011 auslaufenden Vertrag bislang nicht verlängert. Der Grund liegt auf der Hand: In Südafrika will er sich für die europäischen Top-Clubs bewerben. Es ist ihm gleich im ersten Spiel gelungen – und sein Preis wird steigen, wenn er so weitermacht. Auf 15 bis 20 Millionen Euro wurde Özils Marktwert bereits vor der WM geschätzt. Manchester City, der FC Chelsea und der FC Barcelona sollen die Spur bereits aufgenommen haben. „Jeder kennt doch seine Qualitäten. Da ist es nur logisch, dass er umschwärmt wird“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf gestern. Auch wenn Clubchef Klaus Allofs bislang keine Anfragen bestätigte, weiß er doch, dass die Angebote bald kommen werden. „Man hat gesehen, welche überragenden Fähigkeiten Mesut hat. Aber wir werden alles dafür tun, dass er auch in der kommenden Saison bei uns spielt“, sagte Allofs, der Özils Gala-Auftritt live in Durban verfolgt hatte.

Ihm wird gefallen haben, dass Joachim Löw im allgemeinen Jubel um Özil auch die andere Seite aufzeigte. Der Bundestrainer erinnerte seinen Spielgestalter ganz im Allofs-Stil, dass noch „ein langer und steiniger Weg“ vor ihm liege, dass er noch reifen muss: „Um ein Weltklassespieler zu werden, bedarf es einer Entwicklung und einer Konstanz über einige Jahre.“

Mesut Özil steht erst am Anfang dieses Weges. Dass noch nicht alles perfekt ist, zeigte sich gegen Australien bei den Großchancen des Werder-Profis. Zweimal stand Özil frei vor Australien-Keeper Mark Schwarzer, zweimal traf er nicht ins Schwarze. Folglich verknüpft Schaaf die kommenden WM-Auftritte seines Schützlings mit der Erwartung, „dass er auch noch trifft“. Sollte es so kommen, würden die Manager von Manchester, Barcelona und Chelsea vermutlich mit Blankoschecks wedelnd auf die Bremer Geschäftsstelle stürmen . . .

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